Deutscher Gewerkschaftsbund

25.02.2016

Einigung bei Bosch Rexroth Augsfeld

Betriebsrat und Arbeitgeber einigen sich auf gemeinsames Zukunftskonzept

IG Metall Schweinfurt

Nach intensiven Auseinandersetzungen zwischen Betriebsrat, IG Metall und der Standortleitung über die von Bosch Rexroth im vergangenen Sommer angekündigten Umstrukturierungsmaßnahmen, wurden heute die Beschäftigten in Mitarbeiterversammlungen über die Ergebnisse der Beratung informiert. Diese unterscheiden sich deutlich vom ursprünglichen Konzept, welches durch einen Mix aus Personalabbau, Verlagerungen und Einsparungen einen immensen Arbeitsplatzabbau für die knapp 420 Beschäftigten am Standort Augsfeld bedeutet hätte.

Das nun von Arbeitnehmervertretung und Standortleitung im Zuge der Verhandlungen gemeinsam entwickelte Werkskonzept sieht dabei zwar ebenfalls Verlagerungen vor, allerdings mit deutlich geringeren Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl als ursprünglich angestrebt. Nur noch ca. 50, statt der zwischenzeitlich im Raum stehenden 140 Arbeitsplätze sollen jetzt in den kommenden drei Jahren abgebaut werden. Zu betriebsbedingten Kündigungen soll es dabei nicht kommen. „Natürlich tut uns dieser Einschnitt weh“, so der Betriebsratsvorsitzende Reiner Greich. „Aber letztendlich entsteht aus der Basis dieses Verhandlungsergebnis ein – auch aus unserer Sicht – überzeugendes Werkslayout.“ Denn die frei gewordene Fläche wird genutzt, um die von der Arbeitnehmerseite geforderte Rückführung der momentan in einer angemieteten Halle in Haßfurt ausgelagerten Logistik, in das Werk Augsfeld umzusetzen. Zur Optimierung des Warendurchflusses und der Logistik hat das Unternehmen zusätzlich in den nächsten Jahren auch einigen baulichen Veränderungen am Standort Augsfeld zugesagt. „Diese Punkte sind für uns sicherlich der Kern des Konzeptes, weil dadurch die Abläufe am Standort besser und einfacher werden.“ so Greich. Daneben werden zwei für die Mobilhydraulik wichtigen Neuprodukte zukünftig in Augsfeld gefertigt und viele Ideen aus der Belegschaft, wie die Neukonzeption einer Montagelinie, umgesetzt.

Als Gegenleistung verpflichten sich die Arbeitnehmer im Wesentlichen auf den Verzicht freiwilliger betrieblicher Zulagen für einen Zeitraum von drei Jahren, sowie einer Neuausrichtung des Schichtsystems zur Optimierung der Betriebslaufzeiten.

Als „durchaus bemerkenswert“ beschreibt auch Thomas Höhn, der zuständige Gewerkschaftssekretär der IG Metall Schweinfurt, den Verhandlungsverlauf. „Die Standortleitung in Augsfeld hat den vom Konzern angekündigten ergebnisoffenen Dialog mit der Arbeitnehmerseite wirklich sehr ernst genommen und sich mit den Vorschlägen der Arbeitnehmer konstruktiv auseinandergesetzt.“

„Das Konzept bekam auch aus der Belegschaft viel Zuspruch und ist für viele ein positives Signal in die Zukunft.“ So beschreibt Reiner Greich die Stimmung nach der Mitarbeiterversammlung.

Bosch Rexroth hatte im Juli 2015 in seinem Bereich „Mobile Applications“ weitreichende Sanierungspläneangekündigt. An sechs Standorten sollen bis 2018 knapp 450 Millionen, alleine am Standort Augsfeld ca. 25 Million eingespart werden. Die Pläne stießen auf heftigen Wiederstand von Seiten der IG Metall und des Betriebsrates.


Nach oben