Deutscher Gewerkschaftsbund

21.04.2016

Über 700 streiken für gerechten Lohn

Teilnehmer

Teilnehmer ver.di Bezirk Schweinfurt

Schweinfurt: „Das Angebot der Arbeitgeber hat sich für einige nicht so schlecht angehört. Es ist aber eine Provokation und eine Mogelpackung!“ Das stellte der stellvertretende Landesbezirksleiter Nobert Flach während der Kundgebung am Zeughaus in Schweinfurt klar.

Ver.di Schweinfurt hatte die Beschäftigten aus Bund und Kommunen zum Warnstreik aufgerufen. „Wir fordern 6 Prozent mehr Lohn mit einer Laufzeit von 12 Monaten“, so der Bezirksgeschäftsführer Sinan Öztürk. „Dagegen bedeute das Angebot der Arbeitgeber einen Reallohnverlust!“ Fehlmonate und kein Ausgleich für die Inflation führten dazu. „Das lassen wir mit uns nicht machen!“ Die klare Ansage der ver.di Bezirksvorsitzenden Doris Berz wurden von über 700 Kolleginnen und Kollegen unterstützt.

Marietta Eder, Gewerkschaftssekretärin für die Fachbereiche 3 und 4, begrüßte unter anderem Kolleginnen und Kollegen aus den Krankenhäusern, vom Bund, Stadtverwaltungen, Stadtwerken, Sparkassen und der Jugend. „Wir wollen, dass Jugendliche eine Perspektive haben. Deshalb weg mit der sachgrundlosen Befristung – her mit der Übernahme!“

Ein besonderer Schwerpunkt lag heute nicht nur in Schweinfurt sondern in ganz Bayern auf den Krankenhäusern. Der stellvertretende Bezirksvorsitzende und Betriebsratsvorsitzende vom Leopoldina Krankenhaus Rainer Reichert schilderte die Situation in den Kliniken. „Sonntags hören wir, wie wichtig unsere Arbeit ist – montags bekommen wir dann ein so mieses Angebot auf den Tisch! Gesundheit kann man sich nicht kaufen, aber die Beschäftigten in den Krankenhäuser gerecht und gut bezahlen!“

Teilnehmer

Teilnehmer ver.di Bezirk Schweinfurt

Demozug

Demozug ver.di Bezirk Schweinfurt

Die Betriebsratsvorsitzende der Stadtwerke Schweinfurt Monika Herrmann ärgert sich besonders über die Forderung der Arbeitgeber in das Leistungsrecht der ZVK einzugreifen. „Der öffentliche Dienst war für viele attraktiv, weil es eine gerechte „Betriebsrente“ gibt. Jetzt wollen die Arbeitgeber an dieser Stelle kürzen. Wir aber wollen, dass die Rente zum Leben reicht!“

Norbert Flach, der auch der Tarifkoordinator von ver.di Bayern ist, betonte: Seit 35 Jahren bin ich nun bei Tarifverhandlungen dabei. Sprudeln die Steuereinnahmen erzählen die Arbeitgeber, dass Schulden abgebaut werden müssten und deshalb die Löhne nicht steigen könnten.

  

Gibt es weniger Steuereinnahmen, fordern sie von uns die Last zu tragen. Nie hätten die Arbeitgeber freiwilligen die gerechten und nötigen Entgeltsteigerungen angeboten. Wir kämpfen für unseren gerechten Lohn und das ist auch gut für die gesamte Wirtschaft. Die werde aktuell von der Binnennachfrage und damit vom privaten Konsum getragen.

Günther Ruf vom WSA, der auch Mitglied der Bundestarifkommission ist forderte alle Kolleginnen und Kollegen auf ihre Forderungen weiterhin laut deutlich zu machen. „Wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegen, dann kommen wir wieder – keine Frage!

ver.di Bezirk Schweinfurt

Sinan Öztürk bedankte sich bei allen, die sich am Streik beteiligt haben. Insbesondere auch bei den Kollegen der IG Metall Schweinfurt. Jens Öser machte in seiner Rede deutlich: wir Beschäftigte sind solidarisch miteinander. Die IG Metall steht kurz vor der eigenen Tarifrunde. Auch wir fordern ein deutliches Plus. Denn die Gewinne dürften nicht nur an die Manager gehen, sondern müssen an die Beschäftigten fließen. Sie sind es schließlich, die die Gewinne erwirtschaften.

Am Ende der Kundgebung forderte der DGB-Regionsgeschäftsführer Frank Firsching mehr Verteilungsgerechtigkeit. Wer höchste Einkommen, Erbschaften und Vermögen nicht besteuere dürfe nicht über leere Kassen jammern. Die deutliche Erhöhung der Entgelte in allen Branchen sei auch nötig, um die Schere zwischen arm und reich endlich auch wieder etwas zu schließen. Die Auseinandersetzung  laufen zwischen denen da oben und all jenen, die wenig oder mittlere Einkommen haben – ganz unabhängig auch von ihrer Herkunft.

Frank Firsching, DGB Regionsgeschäftsfüher

Frank Firsching, DGB Regionsgeschäftsführer DGB Ufr.

Demozug

Demozug ver.di Bezirk Schweinfurt


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