Deutscher Gewerkschaftsbund

04.03.2016

Doppelspitze der IG Metall Aschaffenburg gewählt

Erster Bevollmächtigter bestätigt, eine Frau als Zweite Bevollmächtigte im Amt

Foto 1_Birgit_Percy

Die Delegierten bestätigten Percy Scheidler als Ersten Bevollmächtigten und Kassierer mit 98,84 Prozent Zustimmung. Mit einem Ergebnis von 96,51 Prozent Zustimmung wurde mit Birgit Adam die Position der Zweiten Bevollmächtigten hauptamtlich besetzt. IGM AB

Lohr/Miltenberg/Aschaffenburg/Alzenau. 101 neu- und wiedergewählten Delegierten aus den Regionen und Betrieben im Zuständigkeitsbereich der IG Metall Aschaffenburg trafen sich am 27. Februar um 9:00 Uhr im Martinushaus Aschaffenburg zur konstituierenden Delegiertenversammlung, um unter anderem für die nächsten 4 Jahre ihre Geschäftsführung zu wählen. Neben der Beratung der Ergebnisse, Erfolge der vergangenen Wahlperiode 2012-2015 und der Diskussion über die zukünftigen Herausforderungen haben die IG Metall-Delegierten unter anderem den geschäftsführenden Ortsvorstand und die beiden Bevollmächtigten (Geschäftsführer) der IG Metall Geschäftsstelle Aschaffenburg gewählt.

Erneut kandidierte der bisherige Erste Bevollmächtigte Percy Scheidler. In seiner Bewerbungsrede wies er auf die wichtigen zukünftigen Themen hin. „Die Gestaltung von Arbeitsbedingungen, Entgelten und tariflichen Mindestbedingungen unter dem generalisierenden Stichwort „Industrie 4.0“ werden die Herausforderungen für die Belegschaften, gewerkschaftliche Vertrauensleute und IG Metall-Betriebsräte“, betont Percy Scheidler. Weiter setzt er auf eine stärkere mitgliederorientierte Tarifpolitik und eine noch höhere Verzahnung mit der Betriebspolitik. Die größte Gewerkschaft in der Region wird in Zukunft verstärkt darauf achten, bei Tarifvertragsverhandlungen die Mitglieder noch mehr einzubinden und versuchen, explizite Regelungen für Gewerkschaftsmitglieder durchzusetzen. „Im Zentrum unseres Tuns bleibt ein unbefristeter Vollzeitarbeitsplatz. Eine zunehmende Prekarisierung der Arbeit lehnen wir ab. Unter dem Motto „gute Arbeit“ wehren wir uns gegen die Bestrebungen, Betriebsteile in Werkvertragsunternehmen auszugliedern - zu Unternehmen ohne Betriebsrat und ohne Tarifverträgen, die Mindestbedingungen regeln, beschreibt Scheidler die weiteren Herausforderungen. Das Wahlergebnis war dann auch eindeutig: Die Delegierten bestätigten Percy Scheidler als Ersten Bevollmächtigten und Kassierer mit 98,84 Prozent Zustimmung. Birgit Adam kandidierte für die Position der Zweiten Bevollmächtigten. Sie richtete den Blick auf die Art und Weise, wie die IG Metall Aschaffenburg in den nächsten vier Jahren ihre Ziele erreichen kann. Eine noch stärkere Diskussion mit den Mitgliedern über die Schwerpunkte der Arbeit und deren Umsetzung sah sie als unbedingte Voraussetzung für Akzeptanz, Beteiligung und Begeisterung in den Belegschaften. „Wir wollen, dass unsere Mitglieder mit Kopf, Herz und Hand ihre eigene Organisation gestalten und stärken und hierfür müssen wir uns die Zeit nehmen“, so Birgit Adam. Mit einem Ergebnis von 96,51 Prozent Zustimmung wurde damit wieder die Position der Zweiten Bevollmächtigten hauptamtlich und gleichzeitig mit einer Frau besetzt.

Foto 2_Die Delegierten

Foto 2_Die Delegierten IGM AB

Die „5“ steht

Vor uns liegt jetzt eine Tarifrunde, die sich auf Entgelterhöhungen konzentriert. Die Delegierten in Aschaffenburg und der IG Metall Bayern haben eine fünf-prozentige Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen beschlossen. Der IG Metall Vorstand wird am Dienstag die Forderung beschließen. Die Verhandlungen in Bayern beginnen am 16. März. „Bei reinen Entgeltrunden geht es oftmals um die zweite Stelle hinter dem Komma“, pointiert Scheidler die Diskussion. Die Gewerkschafter waren sich am Samstag einig. Sie werden nicht nur am 16. März ihr Verhandlungsteam in Nürnberg unterstützen, sondern sich auch darauf vorbereiten, wenn bis Ende der Friedenspflicht (28.04.2016, 24:00 Uhr) kein Verhandlungsergebnis erzielt werden konnte.

Die Delegiertenversammlung ist das höchste politische und beschlussfassende Gremium der IG Metall Aschaffenburg am bayerischen Untermain und der Region Lohr. Die IG Metall Aschaffenburg vertritt 12.400 Mitglieder in den Betrieben der Branchen Metall- und Elektroindustrie, Textil-Bekleidungsindustrie sowie Holz und Kunststoff. Der Ortsvorstand setzt sich aus ehrenamtlichen Gewerkschafter/innen zusammen. Gemeinsam mit den beiden Bevollmächtigten führt er die Geschäfte auf Basis der Delegiertenbeschlüsse.Die Personalvorschläge wurden in den Regionen Aschaffenburg, Lohr, Miltenberg und Alzenau diskutiert. Die Mitglieder des Ortsvorstandes repräsentieren damit die unterschiedlichen Regionen und Betriebe.

13 weitere Ortsvorstands-Mitglieder wurden gewählt:

Bozem Marita, Basler Fashion GmbH, Goldbach

Englert Elmar, TAKATA AG, Aschaffenburg

Englert Horst, Düker GmbH & Co KGaA, Laufach

Friedrich Klaus, Bosch Rexroth AG, Lohr

Heßler Mathias, Bosch Rexroth AG (EDC), Lohr

Pancarci Özcan, Linde Material Handling GmbH, Werke Aschaffenburg

Polomsky Oliver, Linde Hydraulics GmbH & Co. KG, Werke Aschaffenburg

Reinfurt Gudrun, Waldaschaff Automotive GmbH, Waldaschaff

Schell Otto, SAF-HOLLAND GmbH, Bessenbach

Scholl Christine, WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG, Klingenberg

Urlaub Peter, Bosch Rexroth AG LoP3 Gießerei, Lohr

Weiß Hans-Peter, Linde Material Handling GmbH, Werk Kahl

Zahn Michael, ZF TRW  Automotive Safety Systems GmbH, Aschaffenburg

 

Ein wichtiges Amt wird weiterhin Klaus Friedrich von der Firma Bosch Rexroth AG übernehmen. Er wurde einstimmig für das Amt im Beirat der IG Metall in Frankfurt nominiert. Der Beirat ist das zentrale Entscheidungsgremium zwischen den Gewerkschaftstagen auf Vorstandsebene.

Neben der Verabschiedung der bisherigen Ortsvorstandsmitglieder und Delegierten wurden auch die Teilnehmer der Bezirkskonferenz und der Tarifkommission Metall- und Elektroindustrie Bayern bestätigt bzw. neu gewählt.


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