Deutscher Gewerkschaftsbund

30.03.2016
Frauen haben auch in diesem Jahr wieder bis zum 19. März 2016, dem errechneten Equal Pay Day, quasi unentgeltlich gearbeitet.

Weltfrauentag in Aschaffenburg- Gleichberechtigung im Job erstreiten!

Weltfrauentag in Aschaffenburg

Weltfrauentag in Aschaffenburg: DGB und ver.di verteilten vor dem Eingang zur City Galerie 200 fair gehandelte Rosen DGB Unterfranken

Aschaffenburg. Der DGB Kreisverband Aschaffenburg-Miltenberg hat in Kooperation mit dem ver.di-Ortsverein Aschaffenburg am 8. März rund 200 fair gehandelte Rosen und Informationsmaterialien vor dem Eingang der City Galerie verteilt. An jeder Rose hing eine Postkarte des DGB mit einem frauenpolitischen Gruß.

Die Frauenbewegung hat in unserem Land schon viel erreicht und bewegt. Formell ist die Gleichberechtigung vollendet, tatsächlich ist sie es nicht. Gerade in der Arbeitswelt ist die Kluft zwischen den Geschlechtern groß. Das gilt für die Bezahlung ebenso wie für die Arbeitszeit und die Aufstiegsmöglichkeiten. Klar ist, dass sich der Hebel zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Frauen im gewerkschaftlichen Engagement von Frauen findet.

8. März

Bernd Kuh vom DGB Vorstand im Gespräch DGB Unterfranken

Deutliche Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern

 Frauen haben auch in diesem Jahr wieder bis zum 19. März 2016, dem errechneten Equal Pay Day, quasi unentgeltlich gearbeitet. Die Entgeltlücke liegt durchschnittlich immer noch konstant bei 22 Prozent. Laut statistischem Bundesamt verdienten Frauen mit einem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 15,83 Euro weiterhin 22 % weniger als Männer (20,20 Euro). Ursächlich für den Lohnunterschied sind drei Gründe. Teilzeitbeschäftigte werden oft mit niedrigeren Stundenlöhnen abgespeist als Vollzeitbeschäftigte und haben kaum Aufstiegschancen, was wiederum einen höheren Verdienst verhindert. Hinzu kommt die Realität, dass in den so genannten Frauenberufen z.B. im sozialen Bereich die Lohnentwicklung seit Jahrzehnten denen der Industrie hinterherhinkt. Der Grund hierfür ist in der noch unterentwickelten gewerkschaftlichen Bindung zu finden. Hier findet sich der Hebel, um die Verhältnisse für Frauen zu verbessern.

8. März

Hiltrud Höreth, Rudi Großmann und Bernd Kuhn hatten sichlich Freude bei der Verteilaktion. DGB Unterfranken

In kaum einem anderen EU-Land ist die Arbeitszeit zwischen den Geschlechtern so ungleich verteilt wie in Deutschland. Jede zweite weibliche Beschäftigte arbeitet in einem Teilzeitjob - und das oft ihr gesamtes Leben lang. Und das ist mit handfesten Nachteilen beim Einkommen, bei der Karriere und der sozialen Absicherung verbunden. Die Hans-Böckler-Stiftung weist für das Jahr 2013 in Unterfranken 125 236 Teilzeitarbeitsplätze aus. So fallen 91,2% der unterfränkischen Teilzeitarbeitsplätze (114 270) und 65,5% der Minijobs (93 256) auf Frauen.Dabei ist jeder zehnte Beschäftigte mit seiner Arbeitszeit unzufrieden – unabhängig ob Frau oder Mann. Vor allem Frauen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und in Teilzeit möchten ihre Arbeitszeit gerne ausweiten, immer mehr Männer ihre Stundenzahl reduzieren.  Damit die Wünsche und Bedarfe der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer realisiert werden können, müssen sie auf ihre Arbeitszeiten Einfluss nehmen und über Dauer, Lage und Takt ihrer Arbeitszeit mitbestimmen können. Kurz: Sie brauchen Arbeitszeitsouveränität. Ohne einen gesetzlichen Rahmen lässt sich das nicht verwirklichen.

Deswegen setzen Gewerkschaften am internationalen Frauentag ein Zeichen und fordern:

  • das im Teilzeit- und Befristungsgesetz verankerte Recht auf Teilzeit auf alle Beschäftigten auszuweiten unabhängig davon, wie groß der Betrieb ist, in dem sie arbeiten.
  • ein Recht auf befristete Teilzeit. Damit Beschäftigte ihre Arbeitszeit nach Bedarf auch wieder aufstocken können und auch Männer sich trauen, in bestimmten Lebensphasen ihre Arbeitszeit zu reduzieren.
  • ein Recht, aus der Teilzeit wieder zurückzukehren. Wer raus will aus der Teilzeitfalle, soll auch einen gesetzlichen Anspruch darauf haben.

Der Mindestlohn wirkt und ist weiblich

Insbesondere Frauen profitieren vom gesetzlichen Mindestlohn. Der gesetzliche Mindestlohn ist weiblich und dienstleistend. Seine Einführung ist deshalb auch ein Beitrag zur Verringerung der Lohndiskriminierung von Frauen. Nach unseren Berechnungen profitieren in Unterfranken mehr als 65.000 Frauen in einem Minijob vom gesetzlichen Mindestlohn. Der gesetzliche Mindestlohn muss spürbar und zügig erhöht werden. Die Erhöhung wird  den Trend hin zu einer weiteren Zunahme von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und einem Rückgang von Minijobs bestärken.

 

Weltfrauentag in Aschaffenburg

Was verdient die Frau? DGB Unterfranken


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