Deutscher Gewerkschaftsbund

29.03.2016
33. Würzburger Ostermarsch

Gerechtigkeit schafft Frieden

Eine der Forderungen beim 33. Würzburger Ostermarsch: Stoppt den Waffenhandel.

Eine der Forderungen beim 33. Würzburger Ostermarsch: Stoppt den Waffenhandel. Horst Klieber


Würzburg. Deutlich mehr Friedensaktivisten als in den Vorjahren nahmen am 33. Würzburger Ostermarsch in Würzburg teil. Mindestens 250 Menschen folgten dem Aufruf zum 33. Würzburger Ostermarsch, der am Karsamstag am Theatervorplatz begann, im Anschluss durch die Innenstadt zog und mit einer Kundgebung am Barbarossaplatz seinen Abschluss fand. Das Motto „Gerechtigkeit schafft Frieden! Fluchtursachen bekämpfen - Waffenexporte stoppen!“ stand im Mittelpunkt der friedenspolitischen Reden von Eva Peteler (Florakreis), sowie Renate Vieth-Laßmann und Lea Meisterernst (Ökopax e.V.).

Eva Peteler vom Florakreis forderte am Barbarossaplatz dazu auf, Fluchtursachen statt Menschen auf der Flucht zu bekämpfen. Letztlich sei das Profitstreben westlicher Industrienationen der Hauptgrund für Kriege, Armut und Flucht. Die Friedensaktivistin sah im geplanten Freihandelsabkommen mit den USA einen künftigen weiteren Grund dafür, dass sich noch mehr Menschen auf den Weg machen, um Schutz zu suchen. Der freie Handel sei nicht im Interesse der Menschen sondern nütze den Reichen. Die Rednerin sprach sich gegen Waffenexporte aus. „Waffen töten fast ausschließlich dort, wo sie nicht produziert werden“, sagte die Rednerin.

Lea Meisterernst (am Mikro) und Renate Vieth-Laßmann von Ökopax wiesen auf den Umstand hin, dass die Waffenkontrollgesetze von allen Bundesregierungen missachtet würden. Deutschland sei aufgrund von Kapitalinteressen heute weltweit an Kriegen beteiligt.

Lea Meisterernst (am Mikro) und Renate Vieth-Laßmann von Ökopax wiesen auf den Umstand hin, dass die Waffenkontrollgesetze von allen Bundesregierungen missachtet würden. Deutschland sei aufgrund von Kapitalinteressen heute weltweit an Kriegen beteiligt. Horst Klieber

Lea Meisterernst und Renate Vieth-Laßmann von Ökopax wiesen auf den Umstand hin, dass die Waffenkontrollgesetze von allen Bundesregierungen missachtet würden. Deutschland sei aufgrund von Kapitalinteressen heute weltweit an Kriegen beteiligt. Deshalb liegen die Staatsausgaben für die Bundeswehr bald bei 130 Milliarden Euro jährlich. Krieg werde so zum Normalzustand.

Auch der DGB in Würzburg rief gemeinsam mit Ökopax und befreundeten Organisationen zur Teilnahme am 33. Ostermarsch auf. DGB Kreisvorsitzende Karin Dauer, DGB Sekretär Norbert Zirnsak, der ehemalige DGB Vorsitzende in Würzburg, Gert Söhnlein und der unterfränkische Geschäftsführer der NGG, Ibo Ocak, waren unter den gewerkschaftlich organisierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu finden.

Die Ostermärsche in 2016


Demonstrationen, Kundgebungen, Fahrradtouren, Wanderungen und Friedensfeste. Vom 25. bis 28. März 2016 fanden in ganz Deutschland zahlreiche Ostermarschaktionen statt. Mit den Ostermärschen machte die Friedensbewegung deutlich, dass die Flucht Hunderttausender nach Europa Ursachen hat. Ursachen, für die die Politik Deutschlands mitverantwortlich ist. Die Bundeswehreinsätze im Vorderen Orient oder in Afrika und Waffenlieferungen in Krisenregionen sind nicht Teil einer Lösung für diese Konflikte. Sie machen Deutschland zu einem Teil des Problems. Die vorgeblichen „Stabilisierungspartner“ der Bundesregierung erweisen sich immer häufiger als gefährliche Brandstifter. Weder Saudi Arabien noch die Türkei leisten  Beiträge zur friedlichen Konfliktbeilegung – das Gegenteil ist der Fall. Größere Aufmerksamkeit legte die Friedensbewegung in 2016 auf die die Bemühungen der Großen Koalition aus SPD, CDU und CSU, wieder deutlich mehr Geld für Rüstung und Militär auszugeben.

Eine größere Bundeswehr und neue Geschenke an die Rüstungsindustrie sind kein Beitrag zum Frieden. Jeder Euro, der dafür zusätzlich ausgegeben wird, fehlt da, wo er wirklich wirksam wäre: Bei der Bekämpfung der Flucht- und Kriegsursachen, der Integration der Geflohenen bei uns, bei der zivilen Krisenprävention und bei der Konversion der Rüstungsindustrie in Deutschland, für die der Waffenexport heute das Standbein ist. Natürlich wiesen die Ostermärsche 2016 wieder auf traditionelle Anliegen der Friedensbewegung hin. Dazu gehören zum Beispiel die Ächtung atomarer Waffen, der Abzug dieser Waffen aus Deutschland. Dieses Thema begleitet die Ostermärsche von Anbeginn an.

www.ostermarsch.info

 

Deutlich mehr Friedensaktivisten als in den Vorjahren nahmen am 33. Würzburger Ostermarsch in Würzburg teil. Mindestens 250 Menschen folgten dem Aufruf zum 33. Würzburger Ostermarsch

Deutlich mehr Friedensaktivisten als in den Vorjahren nahmen am 33. Würzburger Ostermarsch in Würzburg teil. Mindestens 250 Menschen folgten dem Aufruf zum 33. Würzburger Ostermarsch. DGB Würzburg

Die Würzburger Gewerkschafter Gert Söhnlein, Helmut Radler und Werner Nawarotzky beim 33. Würzburger Ostermarsch am 26. März 2016 in Würzburg.

Die Würzburger Gewerkschafter Gert Söhnlein, Helmut Radler und Werner Nawarotzky beim 33. Würzburger Ostermarsch am 26. März 2016 in Würzburg. DGB Würzburg

DGB Kreisvorstandsmitglied im Landkreis Haßberge, Thomas Dietzel (links) und der Würzburger DGB Gewerkschaftssekretär Norbert Zirnsak während der Abschlußkundgebung beim 33. Würzburger Ostermarsch am 26. März 2016.

DGB Vorstandsmitglied im Landkreis Haßberge, Thomas Dietzel (links) und DGB Sekretär Norbert Zirnsak während der Abschlußkundgebung beim 33. Würzburger Ostermarsch am 26. März 2016. Horst Klieber


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