Deutscher Gewerkschaftsbund

02.03.2016
Herausforderungen, Positionen und Interessante Debatten auf dem DGB Wochenendseminar zum Thema:

Energiewende und Klimaschutz aus gewerkschaftlicher Perspektive

Energiewende und Klimaschutz aus gewerkschaftlicher Perspektive

Was bedeutet die Energiewende für Industrie, Handwerk und Dienstleistung? Welche Beschäftigungseffekte sind zu erwarten? Diese und andere Fragen wurden auf dem Wochenendseminar des DGB Unterfranken diskutiert. DGB Unterfranken

Würzburg. Was bedeutet die Energiewende für Industrie, Handwerk und Dienstleistung? Welche Beschäftigungseffekte sind zu erwarten? Was hat Klimawandel und Energiewende mit der Frage nach Verteilungsgerechtigkeit zu tun? Diese und weitere Fragen wurden auf dem Wochenendseminar mit Frederik Moch, Referatsleiter Energiepolitik beim DGB Bundesvorstand und Klaus Mertens, Fachreferent des Betriebsrats bei ZF Sachs diskutiert. DGB-Regionssekretär Björn Wortmann freute sich über das große Interesse der DGB Kreisverbände und der Gewerkschaften in der Region Unterfranken.

„Energiewende und Klimaschutz aus gewerkschaftlicher Perspektive“ lautete der Titel des Wochenendseminars in der Frankenwarte in Würzburg. VertreterInnen der unterfränkischen Kreisverbände sowie interessierte Kollegen der DGB-Mitgliedsgewerkschaften sorgten auf dem Seminar für interessante Diskussionen und einen regen Austausch.

Energiewende und Klimaschutz aus gewerkschaftlicher Perspektive

Gruppenarbeit auf dem Seminar Energiewende und Klimaschutz aus gewerkschaftlicher Perspektive DGB Unterfranken

Bereits bei der Vorstellungsrunde wurde deutlich, wie viele Facetten die Thematik Energiewende und Klimaschutz hat – welche sozialen und ökologischen Fragen auf internationaler, nationaler und regionaler, inner- und außerhalb der Betriebe beantwortet werden müssen.

Frederik Moch war bei den Verhandlungen zum Klimaschutzabkommen in Paris live dabei und berichtete zum Einstieg des Seminars von den gewerkschaftlichen Anforderungen an die Energiewende und den Klimaschutz.

Für den DGB ist klar: Das 2-Grad-Ziel muss unbedingt eingehalten werden, um einen unkontrollierbaren Klimawandel zu verhindern. Es ist aber auch klar, dass Deutschland das Weltklima nicht im Alleingang retten kann. Aber man kann als Vorreiter zeigen, wie Klimaschutz, Sozialverträglichkeit und Wohlstand zusammengebracht werden können.

Energiewende und Klimaschutz aus gewerkschaftlicher Perspektive

Kein eitel Sonnenschein für die Beschäftigten in der Photovotailkbranche? Über gewerkschaftliche Herausfoerungen diskutieren die Seminarteilnehmer DGB Unterfranken

Am Samstagvormittag ging es um die Themen Mitbestimmung, Qualifizierung und Arbeitsplätze. In Gruppenarbeit wurden Artikel mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten diskutiert und den anderen Gruppen im Anschluss vorgestellt. Dabei wurde deutlich, dass heute in der „erneuerbaren Energien Branche“ harte betriebliche Kämpfe ausgetragen werden. Die Entgelte für die Beschäftigten bspw. in der Photovoltaik- und Windenergiebranche betragen 67% bzw. 81% der Entgelthöhe des Tarifvertrages in der Metall- und Elektroindustrie. Auch in diesen wachsenden Branche muss das Leitmotiv „Gute Arbeit“ gelten. Durch die Energiewende sind mittelfristig geringe Netto-Beschäftigungszuwächse zu erwarten. Es wird Verschiebungen von Beschäftigung zwischen Branchen und Regionen geben. Dabei müssen verbindliche betriebliche Übergangsstrategien, Umschulungs-und Qualifizierungsprogramme für Beschäftigte und präventive Strukturpolitik der betroffenen Standorte und Regionen entwickelt werden.

Energiewende und Klimaschutz aus gewerkschaftlicher Perspektive

v.l.n.r Björn Wortmann, Karin Dauer, Frederik Moch, Sebastian Braun, Bernd Kuhn, Reiner Greich DGB Unterfranken

Klaus Mertens plädierte in seinem Vortrag dafür, inner- und außerhalb des Betriebs stärker für die Thematiken Klimaschutz und Energiewende zu werben. Denn die Folgen betreffen JedeN, im Betrieb, in den Gremien und im Alltag. Spricht man über eine sozialökologische Industriepolitik und deren Auswirkungen, dann sollte man drei Überschriften immer zusammen mitdiskutieren: 1. Produkt 2. Prozess 3. Mensch.An zwei konkreten Beispielen ÖPNV und Elektromobilität erläuterte Mertens das „Leuchtturmprojekt“ zwischen der IG Metall Verwaltungsstelle Schweinfurt und dem BUND Naturschutz.

Zum Abschluss des Seminars wurde das Verhältnis zwischen Klimawandel und Energiewende zu Verteilungsgerechtigkeit besprochen. An drei konkreten Beispielen - Wohnraum – Strompreis - Mobilität/ÖPNV wurden die Positionen des DGB reflektiert. Es wurde deutlich, dass es für die DGB Kreisverbände zahlreiche Handlungsfelder gibt, an die sie regional anknüpfen können. Dabei spielen Kooperationen mit den jeweiligen Branchen- und Fachgewerkschaften sowie anderen gesellschaftlichen Gruppen und den Kommunen eine wichtige Rolle.


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