Deutscher Gewerkschaftsbund

18.02.2016
Justizminister Bausback und Regionssekretär Wortmann begleiten Eröffnung der Projektwoche

Projektwoche zum Thema Flucht&Asyl an der FOS/BOS Aschaffenburg

Warum fliehen Menschen?

Warum fliehen Menschen? Welchen Gefahren sind sie ausgesetzt? Welche Wege müssen sie beschreiten, wel-che Hindernisse überwinden? Wo und unter welchen Umständen finden sie Schutz? Darüber informiert die Ausstellung "Asyl ist Menschenrecht" von PRO ASYL. DGB Unterfranken

Aschaffenburg. Zum Auftakt der Projektwoche konnte Schulleiter Leif Mirring vor rund 180 Schülerinnen und Schülern den bayerischen Justizminister Winfried Bausback und DGB Regionssekretär Björn Wortmann in der FOS/BOS Aschaffenburg begrüßen. Organisiert wurde die Projektwoche von der Schüler-AG Integration mit der Unterstützung von den Verbindungslehrern Fahn und Elbert.

Ein buntes und abwechslungsreiches Programm hat die AG Integration der FOS/BOS Aschaffenburg auf die Beine gestellt. Vorträge, Diskussionsrunden, interkulturelles Kochen und ein Fußballturnier werden durchgeführt. Zum Auftakt der Projektwoche wurden der bayerische Justizminister Winfried Bausback und DGB Regionssekretär Björn Wortmann eingeladen. Björn Wortmann brachte die Ausstellung von ProAsyl „Asyl ist Menschenrecht“ mit, die während der gesamten Woche im Eingangsbereich der Schule gezeigt wird. Wortmann stellte die Inhalte der Ausstellung vor und warb für einen solidarischen Umgang mit den Mitmenschen in der Region Aschaffenburg. In der Stadt und im Landkreis Aschaffenburg lebten derzeit rund 2600 Flüchtlinge, was einem Bevölkerungsanteil von gerade einmal  1,07% entspricht.

Referat Björn Wortmann

Rund 180 Schülerinnen und Schüler sowie Gäste nahmen an der Auftaktveranstaltung teil. Wortmann warb in seinem Vortrag darum, das Thema „Flucht&Asyl“ unter der Überschrift Solidarität, Humanität, Chance und Bereicherung für die gesamte Gesellschaft zu diskutieren. DGB Unterfranken

Daher sei so manche Rhetorik unverantwortlich, wenn Politiker im Rahmen der Debatte um Flüchtlinge von „Grenzen, die überrannt werden“ sprechen oder von Flüchtlingen, die wie Naturkatastrophen wie Lawinen über uns hereinbrechen. Flüchtlinge sind keine Naturkatastrophen, Flüchtlingen sind Menschen, die vor Verfolgung, Krieg, Terror, Armut fliehen. Dass über Menschen gesprochen wird, zeigt auch die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“, in der auch Flüchtlinge zu Wort kommen.

Wer frühzeitig Diskriminierung, Vorurteile und rechte Ressentiments erkennt, sich informiert, die Augen aufmacht, ist gegen rechtes Gedankengut resistenter und kann sich dagegen auch wehren und rennt nicht den Rattenfängern von Pegida und AFD hinterher.

Der DGB hat Anregungen, um die Integration insbesondere von jungen Flüchtlingen zu fördern: Sprache, Ausbildung, Arbeit und somit über Perspektiven! Regelangebote müssen ausgebaut und angepasst werden und allen Jugendlichen - also Einheimischen und Geflüchteten - offenstehen. Eine Bildungskonkurrenz darf nicht zugelassen werden. Jugendliche sollten die Möglichkeit haben, Integrationskurse zu besuchen, Kompetenzen müssen erfasst und eine offene Berufsberatung angeboten werden. Einstiegsqualifizierung und ausbildungsbegleitende Hilfen können dabei die Schritte zur Arbeitsmarktintegration fördern.

FOS/BOS-Schulleiter Mirring, DGB-Regionssekretär Wortmann und Justizminister Bausback

FOS/BOS-Schulleiter Mirring, DGB-Regionssekretär Wortmann und Justizminister Bausback bei der Ausstellungseröffnung Asyl ist Menschenecht. DGB Unterfranken

Justizminister Bausback ging in seinem Referat auf die Herausforderungen der Flüchtlingspolitik in Bayern ein und stellte die Pläne der bayerischen Staatsregierung vor. Darüber hinaus berichtete er davon, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu betreuen. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigte insbesondere das Thema der sogenannten „Obergrenze“. Wie soll diese konkret umgesetzt werden, haben diejenigen Flüchtlingen, die es heute nach Deutschland geschafft haben, einfach nur Glück und die künftigen Flüchtlinge Pech gehabt? Wie wird gezählt und gelten Grundrechte nicht uneingeschränkt? Nicht alle Fragen konnten an diesem Vormittag abschließend geklärt werden. Die Schülerinnen und Schüler zeigten ein hohes Interesse am Thema, sodass die Veranstalter der Projektwoche mit ihrem Programmangebot den Nerv der Schülerinnen und Schüler getroffen haben.

Nach der Ausstellungseröffnung

Mirring, Wortmann und Bausback waren sich einig, dass das Thema Flucht&Asyl die Region Aschaffenburg auf verschiedenen Ebene noch lange beschäftigten wird. DGB Unterfranken


Nach oben