Deutscher Gewerkschaftsbund

21.04.2014
Ostermarsch in Würzburg

Kein Militär an die Schulen

DGB Sekretär Norbert Zirnsak beim 31. Würzburger Ostermarsch

DGB Sekretär Norbert Zirnsak beim 31. Würzburger Ostermarsch Horst Klieber


Würzburg. Rund 150 Menschen sind am Karsamstag einem Aufruf von Würzburger Friedensgruppen und dem DGB zum traditionellen Ostermarsch gefolgt. In Redebeiträgen am Barbarossaplatz forderten Uta Deitert von Ökopax e. V. und Norbert Zirnsak vom DGB ein verbales Abrüsten im Ukrainekonflikt und ein Ende des Werbens für die Bundeswehr an Schulen und Universitäten. Die Würburger Ostermarschierer trafen sich am Karsamstag am Theatervorplatz zu ihrer Auftaktkundgebung und zogen im Anschluß durch die Innenstadt zum Barbarossaplatz. Der Würzburger Ostermarsch fand in diesem Jahr  seine 31. Auflage und stand unter dem Motto:  “Die Waffen nieder! 2014 so aktuell wie 1914.”

Uta Deitert von Ökopax e. V. ging in ihrer Rede auf die Konfliktlage in der Ukraine ein, sie befasste sich mit der Frage, was notwendig sei, um Frieden und Sicherheit für alle in dem Land zu erreichen. Ihre Antoworten waren: Die Blockfreiheit der Ukraine und aller an Russland angrenzender Staaten. Eine verbindliche Absage der NATO an jegliche militärischen Maßnahmen. Die Wiederbelebung des "Gemeinsamen Hauses Europa" unter dem Dach einer gestärkten OSZE. Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Russland und in die Ukraine. Kein Auf- und Ausbau einer sogenannten Raketenabwehr. Kein Anheizen der Sanktionsspirale und kein Ausschluss Russlands aus der G8. „Der Gesprächsfaden darf nicht abreißen, wir brauchen Russland für die Lösung aller Krisen“, sagte Ute Deitert.

DGB Sekretär Norbert Zirnsak erinnerte an die Kriegsursachen des Ersten Weltkrieges. Der Krieg sei kein Ergebnis eines „Hineinschlitterns“, oder „Hineintaumelns“ gewesen. Er kritisierte historische Umdeutungsversuche und zitierte Karl Liebknecht der seine Ablehnung der Kriegskredite am 2. Dezember 1914: „Der Krieg ist nicht für die Wohlfahrt des deutschen oder eines anderen Volkes entbrannt. Es handelt sich um einen imperialistischen Krieg, einen Krieg um die kapitialistische Beherrschung des Weltmarktes um die politische Beherrschung wichtiger Siedlungsgebiete für das Industrie- und Bankenkapital“. Norbert Zirnsak kritisierte das „Werben der Streitkräfte dieses Landes an den Schulen für das Kriegsgeschäft“. Er forderte ein stärkeres Engagement für „Schulen ohne Kriegspropaganda und Soldatenwerbung“. Das Säbelrasseln in Deutschland werde wieder lauter. Es brauche Menschen die sich der Meinung in den Weg stellten, „Deutschland ist zu groß, um am Rand zu stehen“.

Seit Jahren beim Ostermarsch in Würzburg dabei: Der Schweinfurter Gregor Schömig

Seit Jahren beim Ostermarsch in Würzburg dabei: Der Schweinfurter Gregor Schömig Horst Klieber