Deutscher Gewerkschaftsbund

05.05.2014

1. Mai in Lohr - Gute Beteiligung trotz Regen

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peter-baumann DGB Main-Spessart

Das Wetter war unfreundlich - fast durchgehend leichter Nieselregen - trotzdem kamen rund 150 Menschen zur Kundgebung auf den Oberen Marktplatz. Wegen der Terminüberschneidung mit der Main-Spessart-EXPO trafen teilweise Redner und Gäste leicht verspätet ein. Unglücklicherweise fand die Eröffnung der Messe zeitgleich mit der Mai-Feier des DGB statt. Doch bereits ab 10 Uhr standen Biergarnituren und Verpflegung bereit, sodass den Demonstrierenden und Interessierten die Zeit nicht lang wurde. Außer den zahlreich vertretenen Betriebsräten, Vertrauensleuten und aktiven Mitgliedern aus den Betrieben waren auch wieder einige organisierte Rentner und Parteimitglieder dabei.

Kurz vor halb 11 dann konnte Lena Werner, die Vorsitzende des Kreisverbands, endlich offiziell eröffnen und begrüßen. Unter anderem entschuldigte sie den neuen Bürgermeister der Stadt Lohr, der am 1. Mai den ersten Tag im Amt war. Er wollte ursprünglich an der Kundgebung teilnehmen, dann kam die Messe dazwischen. Anschließend sprach Bernd Rützel, Bundestagsabgeordneter, noch ein kurzes Grußwort. Er ging darin vor allem auf den Mindestlohn ein, den die SPD in den Koalitionsvertrag gebracht hätte.

Als Hauptredner war Peter Baumann zu Gast. Er war bis vor ein paar Jahren Bezirkssekretär bei ver.di in Würzburg, und ist jetzt im Ruhestand. Trotzdem ist er natürlich weiter ehrenamtlich aktiv, so auch als Redner bei der Maikundgebung in Lohr. Sein Referat richtete sich an die Politik - er zeigte zahlreiche Möglichkeiten auf, das Sozialwesen nachzubessern. Auch beim Mindestlohn sei die Forderung der Gewerkschaften noch nicht ganz erfüllt, zu viele Ausnahmen seien vorgesehen. Es sei auch notwendig, dass die Gewerkschaften endlich das politische Streikrecht in Deutschland erstreiten, damit man im Schulterschluss mit Gewerkschaften in anderen europäischen Ländern gegen schlechte Sozialpolitik auf die Straßen gehen könne. Zum Abschluss ging er auf die anstehende Europawahl ein und forderte die Anwesenden auf, am 25. Mai von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Man müsse aufmerksam sein, bei den vielen rechtsorientierten Gruppen, die ins Europaparlament wollen.

Spontan meldete sich Birgit Adam, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall in Aschaffenburg, zu Wort. Zurzeit ist Kokinetics in Lohr akut von Schließung bedroht. Nach zahlreichen Weiterverkäufen wurde der Betrieb zuletzt einfach umbenannt, Adam vermutet dahinter einen Trick der Geschäftsleitung. Am Mittwoch, den 7. Mai um 10 Uhr, wollen die Mitarbeiter eine Aktion vor dem Firmengelände machen. Beschäftigte und Bürger von Lohr sind zur Solidarität aufgerufen.

Zum Ausklang der Veranstaltung spielte der "fränkische Barde" Johannes Wohlfahrt aus Thüngersheim auf. Mit seinen teils selbstkomponierten satirischen Texten brachte er einige Menschen zum Schmunzeln, und unterhielt auch mit akustischer Musik vom Akkordeon. Erstmals dieses Jahr hatte der DGB einige Spielgeräte für die kleinen Besucher zur Verfügung gestellt. Mindestens ein kleiner Gast machte davon Gebrauch und war auf dem Bobbycar kaum zu bremsen. Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, wenn auch das Wetter einen Strich durch die Rechung machte.

 

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