Deutscher Gewerkschaftsbund

17.02.2014
ver.di Bezirk Schweinfurt

Novum in Schweinfurt: Warnstreik bei der AOK

streikende Kolleginnen und Kollegen

streikende Kolleginnen und Kollegen DGB Unterfranken

Schweinfurt. Selbst die Geschichtsschreiber zweifeln, ob es das in Schweinfurt jemals gab. Ein Warnstreik des AOK-Beschäftigten. Immerhin gut 60 Angestellte haben ihren Ärger durch den Streikaufruf von ver.di über die stockenden Tarifverhandlungen Luft gemacht. Dabei ist die Lage durch die Pseudo-Gewerkschaft GDS ohnehin unübersichtlich.

Denn die GDS („Gewerkschaft“ der Sozialversicherungsbeschäftigten) hat schon einen Tarifvertrag unterschrieben, der jedoch die ver.di-Forderungen nicht im Ansatz erfüllt. So fordert ver.di eine tarifliche Entgelterhöhung von 5,5% bei einer Laufzeit von 12 Monaten und mindesten 50 Euro für Auszubildende. Dazu kommt die Wiederherstellung des Weihnachtsgeldes auf 100%, also ein volles 13. Monatsgehalts.

Robert Jung als zuständiger Fachbereichsleiter von ver.di Bayern erläuterte eindringlich die Lage vor den Streikenden auf dem Vorplatz der AOK gegenüber dem Hauptbahnhof. Es sei nicht mehr hinnehmbar, dass die AOK-Beschäftigten der historischen Entwicklung wegen, zwischen 200 € und 500 € brutto weniger verdienten, als ihre Kolleginnen und Kollegen des Ersatzkassen oder der Betriebskrankenkassen. Schritt für Schritt will ver.di zu einer Angleichung der Gehälter im Vergleich zum Durchschnittsverdienst der Branche kommen. Dazu ist ein Anfang nötig, den ver.di in dieser Tarifrunde machen will. Nötig sei es aber auch, so Jung, dass sich die Beschäftigten für ihre Interessen einsetzten.

DGB Songgruppe

DGB Songgruppe DGB Unterfranken

Der unterfränkische DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching unterstrich in seinem Grußwort die Sinnhaftigkeit der Einheitsgewerkschaft, die im DGB vollendet ist: „Gleich welcher politischen Gesinnung, gleich welcher Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, Nationalität oder Geschlechtes gilt für das Prinzip ein Betrieb- eine Gewerkschaft.“ Wer die Solidarität in einer Belegschaft spalte, spiele dem Arbeitgeber in die Hände und schwäche die eigene Durchsetzungsfähigkeit. Die GDS fungiere als billiger Jakob, der arbeitgebergefällige Tarifverträge gegen die Interessen der Belegschaft unterschreibe. Der DGB Regionschef gratulierte allen Beschäftigten, die sich mit ihrer Teilnahme am Warnstreik zur Auseinandersetzung bekannten. Da sich Firsching auch als AOK-Versicherter hervorragend betreut fühlt und die Leistung der Beschäftigten stimme, gebe es keinen Grund die AOK-Belegschaft dauerhaft unterdurchschnittlich zu vergüten. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss perspektivisch auch im Krankenkassenwesen durchgesetzt werden. Es ist aber auch klar, dass ihr das nur gemeinsam bewerkstelligen könnt.“

Eine knappe Stunde dauerte der Warnstreik, der von der DGB-Songgruppe musikalisch begleitet wurde, durch einen solidarischen Besuch der IG Metaller von ZF Sachs unterstützt wurde und von ver.di-Gewerkschaftssekretärin Steffi Wedde bestens vorbereitet war.