Deutscher Gewerkschaftsbund

12.03.2014
DGB Kreisverband Schweinfurt

Heißer Stuhl zur OB-Wahl

Moderatoren und Kandidaten

Moderatoren und Kandidaten DGB Kreisverband Schweinfurt

Schweinfurt. 250 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren am Dienstag ins Schweinfurter Naturfreundehaus gekommen. Sie folgten einer Einladung des DGB, der vor der Kommunalwahl am 16. März einen „heißen Stuhl“ veranstaltete, um den Bewerbern für das Schweinfurter Oberbürgermeisteramt auf den Zahn zu fühlen. 

Frank Firsching (Die Linke), Stephan Kuserau und Sebastian Remele´ wurden dabei von den Moderatoren Holger Laschka und Norbert Zirnsak zunächst 15 Minuten lang zu ihren politischen Vorschlägen befragt, anschließend hatte das Publikum 15 Minuten lang die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Die Reihenfolge der Befragung entschied das Los. 

Alle Kandidaten wurden gleichermaßen mit kritischen Fragen bedacht und zeigten sich hochkonzentriert, um beim Publikum zu punkten. Schlagfertig und Argumentationssicher hat sich Frank Firsching präsentiert. Er wurde von Holger Laschka vor allen Dingen auf die Finanzierbarkeit linker Vorschläge angesprochen. Sein Rezept: Bei der Stellschraube Gewerbesteuer bestehe deutlicher Spielraum, um finanzielle Mittel bereitzustellen. Firsching, der nach Stephan Kuserau auf dem „heißen Stuhl“ Platz nahm, berichtete von erfolgreichen linken Initiativen im Stadtrat. Beispiele: Der interfraktionelle Vorstoß für eine Uni in Schweinfurt und die Einführung ermäßigter Fahrpreise für finanziell schwache Bürgerinnen und Bürger. Auch in Fragen zur Industriepolitik gab Frank Firsching klare Antworten. Wichtig für Gewerkschafter: Als Oberbürgermeister will er einen guten Kontakt mit Betriebsräten, Vertrauensleuten und den Gewerkschaftsbüros organisieren. „Da nehme ich zuerst den Hörer in die Hand“, so der Linken Politiker.

Zuhörer im Saal

Zuhörer im Saal DGB Kreisverband Schweinfurt

Stephan Kuserau sah sich vor allen Dingen mit Fragen zu seiner „nicht Schweinfurter Herkunft“ konfrontiert. Direkt uns sachlich begründete er, warum er das Amt des Oberbürgermeisters dennoch gut ausfüllen könne. Mit seiner bisherigen politischen Arbeit auf unterschiedlichen Ebenen habe er ausreichend Erfahrung gesammelt, um an der Schweinfurter Stadtspitze erfolgreich wirken zu können. Als Mitarbeiter beim Schaeffler Betriebsrat wisse er um die Notwendigkeit einer aktiven Industriepolitik. Als Oberbürgermeister könne er sich einen städtischen Wirtschaftsbeirat unter gewerkschaftlicher Beteiligung vorstellen. 

Für den Amtsinhaber Sebastian Remele´ ist Industriepolitik in erster Linie keine städtische Aufgabe, sondern Aufgabe der Wirtschaft. Kritischen Fragen zum Verhältnis zu den Gewerkschaften entgegnete er, dass er immer wieder auch Kontakte zu Betriebsräten gesucht habe. Jüngstes Beispiel: Ein Termin bei der Betriebsratsspitze von Bosch-Rexroth. Für den Fall einer erneuten Wahl kündigte er aber ein stärkeres Zugehen auf gewerkschaftliche Akteure in Schweinfurt an. 

Insgesamt wurden zahlreiche Themen zur Schweinfurter Stadtpolitik beleuchtet. Sozialpolitik, die Energiewende, die Bildungspolitik und Fragen zu guter Arbeit sind nur wenige Stichworte. Der „heiße Stuhl“ war am Dienstag das geeignete Format, um die Kandidaten für das Schweinfurter OB-Amt kennenzulernen. Am Ende des kurzweiligen Abends bedankte sich DGB Mann Norbert Zirnsak beim Moderator Holger Laschka, der souverän durch den Abend führte und schloss mit dem Appell, am Sonntag wählen zu gehen.