Deutscher Gewerkschaftsbund

26.01.2014
DGB Schweinfurt

Mitreden, Mitbestimmen, Mitgestalten

DGB Pressekonferenz

DGB Pressekonferenz in Schweinfurt DGB Unterfranken


Schweinfurt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz der Schweinfurter Gewerkschaften zu den Betriebsratswahlen 2014 hat DGB-Regionsvorsitzender Frank Firsching alle Beschäftigte aufgerufen sich an der Wahl zu beteiligen. Insbesondere diejenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die noch keinen Betriebsrat haben, sollten ihr Recht nutzen und eine betriebliche Interessensvertretung wählen.

Die Vorteile, die ein Betriebsrat mit sich bringt erläuterten Betriebsratsvorsitzende Heike Stäblein (Rhön Reinigungsgesellschaft, IG BAU), Betriebsratsvorsitzender Rainer Reichert (Leopoldina Krankenhaus, ver.di), der 1.Bevollmächtigte der IG Metall Schweinfurt Peter Kippes, sowie die Gewerkschaftssekretäre Carmen Schulze (IG BAU) und Sascha Spörl (IG BCE).

Rainer Reichert machte an mehreren Beispielen sehr deutlich, dass Betriebsräte über den Gestaltungshebel Betriebsvereinbarung die Arbeitsbedingungen im Unternehmen zu verbessern. Beispielhaft nannte Reichert den Abschluss einer Betriebsvereinbarung (BV) im Leopoldina Krankenhaus zum Thema Überwachung. Der Arbeitgeber wollte überall im Haus Überwachungskameras anbringen, was der Betriebsrat (BR) durch den Abschluss einer BV verhindert hat. Gelungen sei auch eine Regelung zur Zeiterfassung, die den Beschäftigten die lückenlose Dokumentation ihrer Arbeitszeit garantiert. Als elementar bezeichnete der ver.di-Mann den Austausch der verschiedenen BR aus den Krankenhäusern im Netzwerk Gewerkschaft: „Uns kann die Geschäftsleitung keine Märchen über andere Häuser erzählen, weil wir über die jeweilige Situation von unseren Kollegen dort informiert werden.“

Den Unterschied zwischen dem Vorhandensein eines BR und dessen Fehlen konnte BRV Heide Stäblein berichten. Erst 2007 wurde der BR in der Rhön-Reinigungsgesellschaft (arbeitet dort für das Rhön-Klinikum) installiert. Seither werde nicht mehr nach Nasenfaktor ein- oder ausgestellt. Die Entlassungen seien deutlich zurückgegangen, weil der BR bei Problemen für Versetzungen sorge. Außerdem sei es gelungen BV über die Bezahlung vor Bereitschaftszeiten und die Übernahme der Kosten für Berufskleidung durch den Arbeitgeber abzuschließen: Klare Verbesserungen für die Belegschaft. „Ohne die Unterstützung von Gewerkschaftssekretärin Carmen Schulze und die IG BAU hätten wir das nicht geschafft“, räumt Stäblein ein. Die so gelobte berichtete von vier Betriebsratsgründungen in Gebäudereinigungsfirmen alleine im letzten Jahr, also außerhalb des regulären Wahlzeitraums vom 1. März bis zum 31. Mai 2014.

Mit ganz anderen Anforderungen werden die Betriebsräte in den großen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie konfrontiert, berichtete Peter Kippes. Der regionale IG Metall-Chef sah in der betrieblichen Bewältigung von erheblichen Auftragsschwankungen und den damit nicht korrespondierenden Regelarbeitszeiten der Beschäftigten ein enormes Aufgabenfeld für BR: „Weil wir nicht auf Abruf arbeiten lassen wollen“. Die betriebliche Gestaltung des demografischen Wandels könne nur gelingen, wenn Betriebsräte und Arbeitgeber sich auf Augenhöhe begegneten, sagte IG BCE-Sekretär Sascha Spörl.