Deutscher Gewerkschaftsbund

10.09.2021
Bundestagswahl 2021

DGB: Live Stream Premiere gelungen!

Schweinfurt. Hoch erfreut zeigt sich DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching mit der Premiere des Live- Streaming des traditionellen „Heißen Stuhls des DGB zur Bundestagswahl“ aus dem Studio 36 in Schweinfurt. In seiner Begrüßung erläutert DGB Kreisvorsitzender Martin Schmidl die Umstände die gelplante Präsenzveranstaltung in Schweinfurt abzusagen und mit jener für den Wahlkreis Bad Kissingen terminierten Live Stream Variante zusammenzubinden.

Das Ergebnis muss keine Vergleiche zu TV-Trielen scheuen. Zwei konzentrierte, themensichere und schlagfertige Moderatoren sichern mit fünf professionell antwortenden Kandidierenden aus zwei Wahlkreisen eine kurzweilige und informative Sendung, die von Ralf Hofmanns Agentur L19 gekonnt in Szene gesetzt wird.

Studio

Studio Foto: Steffi Pfeuffer

Wie gewohnt nehmen die fünf Kandidierenden in der Reihenfolge MdB Sabine Dittmar (SPD), MdB Dr. Anja Weisgerber (CSU), MdB Klaus Ernst (DIE LINKE), MdB Dr. Manuela Rottmann (Bündnis90/ Die Grünen) und Karl Graf von Stauffenberg (FDP) auf dem „Heißen Stuhl“ Platz, werden mit Fotos untermalt von Sven Schröter vorgestellt und befragt.

Das Ergebnis ist hier zu sehen:

Frank Firsching bewertet die inhaltliche Befassung wie folgt:

Wie zu erwarten war bekennen sich die MdBs von SPD, Linke und Grünen zu den DGB Positionen Bürgerversicherungsmodelle im Sozialversicherungswesen mit der Einbeziehung von Selbstständigen, Politikerinnen und Beamten, was CSU und FDP ebenso ablehnen wie einen gesetzliche Mindestlohn von 12 Euro und die Einführung einer Vermögenssteuer. Energiekosten senken wollen irgendwie alle, wie auch alle Pflegekräfte über gewerkschaftliche Tarifverträge besser entlohnen wollen. Mit dem Renteneintrittsalter von 67 Jahren sind Frau Dittmar, Frau Rottmann und Frau Weisgerber einverstanden, Herr Ernst will zurück zur Rente ab 65 und Herr von Stauffenberg will den Renteneintritt individuell gestalten. Niemand will den Renteneintritt auf 69 oder 70 Jahre erhöhen.

MdB Sabine Dittmar, SPD

MdB Sabine Dittmar, SPD Foto: Steffi Pfeuffer

MdB Klaus Ernst, DIE LINKE

MdB Klaus Ernst, DIE LINKE Foto: Steffi Pfeuffer

Eine Überraschung ist für mich die ausnahmslose Zustimmung aller Kandidierenden zur DGB- Forderung Betriebsräten ein Mitbestimmungsrecht bei Arbeitsplatzabbau und Produktionsverlagerungen zu geben. Das gilt für die CSU und FDP Vertreter*in besonders deshalb, weil die eigenen Parteien von dieser gewerkschaftlichen Position rein gar nichts halten.

Insgesamt haben sich alle Kandidierenden tapfer geschlagen. Was mir nach diesem Abend völlig schleierhaft ist, wie SPD und Grüne mit der FDP regieren können, weil die zentralen Positionen in Fragen der Steuergestaltung, der Sozialpolitik und der Gestaltung der Umwelt- und Klimapolitik völlig konträr verlaufen. Mit den vorgelegten Wahlprogrammen sind wieder zwei unterschiedliche Politikmodelle sichtbar geworden. Da ist die Idee eines Sozialstaats der umverteilt, Solidarität organisiert und progressiv Zukunftsfelder investiert. Dabei sind sich im Grunde SPD, Grüne und Linke einig. Union und FDP dagegen bauen auf starke Unternehmen, einen funktionierenden Markt, weniger Regulierung und einen Steuerentlastungen nach dem Motto „den Habenden geben wir besonders gern“.

MdB Anja Weisgerber, CSU

MdB Anja Weisgerber, CSU Foto: Steffi Pfeuffer

MdB Manuela Rottmann, Die Grünen

MdB Manuela Rottmann, Die Grünen Foto: Steffi Pfeuffer

 

 

Karl Graf von Stauffenberg, FDP

Karl Graf von Stauffenberg, FDP Foto: Steffi Pfeuffer


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