Deutscher Gewerkschaftsbund

26.11.2018

Außerordentliche Geschäftsführertagung in Schweinfurt

Schweinfurt. Am 23. November kamen die Geschäftsführer der Mitgliedsgewerkschaften bzw. ihre Vertretungen mit dem DGB Unterfranken zu einer außerordentlichen Geschäftsführertagung im Schweinfurter DGB-Büro zusammen. Anlass war die bayerische Landtagswahl bzw. die Schlüsse, die wir als DGB-Gewerkschaften aus dieser ziehen wollten. Vertreten waren für den DGB Frank Firsching, Björn Wortmann und Viktor Grauberger. Für die IG Metall vertreten waren Werner Flierl (Würzburg) und Rainer Gehring (Schweinfurt). Ver.di war mit Sinan Öztürk (Schweinfurt), die IG BCE mit Markus Deissler, die NGG mit Ibo Ocak und die EVG mit Harald Schmid vertreten.

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DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching Foto: Viktor Grauberger

Zunächst hielt unser Regionsgeschäftsführer Frank Firsching eine Präsentation zur Landtagswahl, in welcher er auf die Wahlergebnisse und Wählerwanderungen, das Wahlverhalten der GewerkschafterInnen – der Hauptgrund für das Zusammenkommen –, das Wahlverhalten in Unterfranken, regionale Hochburgen von Grünen (Würzburg) und AfD (Schweinfurt) und die gewählten Mitglieder des Landtages (MdLs) aus Unterfranken einging.

 

Foto: Viktor Grauberger

Die zwei Fragen, die wir uns stellten waren:

1.) Warum wählen (im Vergleich zu den übrigen Wählern) überdurchschnittlich viele GewerkschafterInnen die AfD?

2.) Was können wir dagegen tun bzw. wie darauf reagieren?

Dafür diskutierten wir in der Runde folgende drei Thesen:

1.) Ein wachsender Teil unserer Mitglieder wählt gegen die eigenen sozialpolitischen Interessen.

2.) Unsere Gewerkschaftsarbeit entpolitisiert sich hin zu einer betrieblichen Standesvertretung. Dabei gehen gewerkschaftliche Grundüberzeugungen verloren!

3.) Wir erreichen einen Teil unserer Mitglieder mit politischen Inhalten nicht (mehr). Politische Aktivitäten des DGB, z.B. zu Wahlen, kommen in den Betrieben nicht an.

 

Foto: Viktor Grauberger

 

Einig war sich die Runde, dass die politische Bildung vieler unserer Funktionäre und insbesondere unter vielen Betriebsräten zu schwach sei, um offensiv in den Betrieben zu diskutieren und auch größere politische Zusammenhänge darstellen zu können, wenn rechtspopulistische und –radikale Positionen in der Belegschaft vertreten werden. Oft werde an die hauptamtlichen Gewerkschaftssekretäre vor Betriebsversammlungen herangetragen, dass diese „nicht so politisch“ auftreten sollen. Dem zugrunde liege eine Angst vor Unruhe und Ärger.

 

Weiterhin wurde kritisiert, dass viele GewerkschafterInnen sich nicht mehr in Parteien engagieren und so auch keine gewerkschaftlichen Positionen in diese transportiert werden. Ebenfalls wurde teilweise eine – wie auch bei den Parteien zu sehen – schwache Profilbildung bzw. ungenügende Konsequenz ausgemacht. Ein Beispiel sei hier die Rentenkampagne aus dem vergangenen Jahr.

 

 

Foto: Viktor Grauberger

 

Gemeinsamer Tenor war zum Abschluss der Tagung, dass wir uns wieder mehr der (gesellschafts-)politischen Bildung unserer Funktionäre zuwenden sollten. Gewerkschaftliche Grundpositionen sollten nach zwei Jahrzehnten der Konzentration auf die Betriebspolitik stärker in den Fokus genommen werden. Als Sekretäre des DGB Unterfranken stehen wir den Mitgliedsgewerkschaften dabei gern auch als Referenten o.ä. zur Verfügung.


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Der DGB Würzburg beteiligt sich am Bündnis Würzburg ist bunt.