Deutscher Gewerkschaftsbund

28.02.2019

Über 250 Teilnehmer bei NGG-Solidaritätskundgebung bei Südzucker

Foto: Viktor Grauberger

 

Ochsenfurt. Aufgrund der angespannten Lage am Zuckermarkt plant Vorstand der Südzucker AG seine Werke in Warburg und Brottewitz zu schließen. Rund 200 Beschäftigte wären davon betroffen, auch etwa 1200 Landwirte, die vornehmlich Zuckerrüben für den Konzern produzieren, bangen nun um ihre Existenz. Um den Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft davon zu überzeugen an den Standorten festzuhalten, gab es zeitgleich an mehreren Standorten Solidaritätskundgebungen. Eine davon organisierte die NGG Region Unterfranken am 22. Februar vor den Toren des Werkes in Ochsenfurt. Über 250 Demonstranten nahmen an dieser teil, darunter zahlreiche Landwirte aus der Region, die mit ihren Traktoren kamen.

 

 

 

Foto: Viktor Grauberger

Foto: Viktor Grauberger

Hintergrund des Konflikts ist der seit über einem Jahr fallende Weltmarktpreis für Zucker. Mittlerweile hat dieser sich halbiert. Erschwerend kommt hinzu, dass 2017 die Zuckermarktordnung der EU dereguliert und der Markt damit liberalisiert wurde. Dadurch sind die europäischen und deutschen Zuckerproduzenten stärker den Schwankungen des Weltmarktes ausgesetzt. Die EU-Staaten haben sich u.a. dazu verpflichtet die Subventionen zu reduzieren – woran sich die Bundesrepublik im Gegensatz zu anderen Staaten hält. Als Konsequenz aus der schwierigen wirtschaftlichen Situation in der Zuckersparte des Konzerns, wirbt der Vorstand deshalb für die Schließung der zwei Werke.

 

Foto: VIktor Grauberger

Foto: Viktor Grauberger

Doch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat nicht vor kampflos dabei zuzusehen, wie einmal mehr hunderte Arbeitsplätze durch Deregulierung und Liberalisierung vernichtet werden könnten. Gemeinsam mit Vertretern der Landwirte, der Politik, Kommunen und des Deutschen Gewerkschaftsbundes will sie eine Lösung ohne komplette Werksschließungen durchsetzen. Dies darf schließlich nie die erste, sondern immer nur die letzte aller Problemlösungen sein. Bei der Kundgebung sprachen neben dem Geschäftsführer der NGG Unterfranken, Ibo Ocak, der Betriebsratsvorsitzende Andreas Dürr, der Bürgermeister Ochsenfurts, Peter Juks, der stellvertretende Vorsitzende des Fränkischen Zuckerrübenverbandes, Johannes Menth, der SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib und zuletzt unser DGB-Regionssekretär Viktor Grauberger.

 

Foto: Viktor Grauberger

Foto: Viktor Grauberger

Letzterer betonte die Verantwortung des Konzerns gegenüber seinen Beschäftigten. Schließlich sieht es dieses Jahr zwar nach einem Verlust in der Zuckersparte aus, der Gesamtkonzern hat in den vergangenen Jahren jedoch gute, dreistellige Millionengewinne eingefahren. Nach einem schlechten Jahr direkt 200 Beschäftigte auf die Straße zu setzen, während zuvor jahrelang munter Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet wurden, erscheint schließlich gar kein so verantwortungsvoller Umgang zu sein.

Foto: Viktor Grauberger


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