Deutscher Gewerkschaftsbund

16.11.2022

4.500 in Schweinfurt für 8%

 streikende Massen

streikende Massen Foto: Frank Firsching

Gunner-Wester-Straße Schweinfurt. Die IG Metall hat diesen Kundgebungsort wohl mit Bedacht ausgewählt. Es ist die Postadresse der SKF GmbH in Schweinfurt. Aber nicht nur das. Gunnar Wester war in den deutschen Wirtschaftswunderjahren der Vorsitzende der SKF Geschäftsführung und wurde 1964 von der Stadt Schweinfurt aufgrund seines sozialen Engagements mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet.

Ein Vorgang, den sich die Schweinfurter Metallerinnen und Metaller im Jahr 2022 für keinen der amtierenden Industriebosse vorstellen können. Im Gegenteil. Der 1. Bevollmächtigte der Schweinfurter IGM, Thomas Höhn, wurde in seiner Rede zu den 4.500 Streikenden deutlich. Während der Pandemie hätten die Belegschaften Lohnverzicht geübt, um den Betrieben zu helfen. Heute seien die Betriebe an der Reihe ihren Arbeitnehmern in inflationären Zeiten mit kräftigen Lohnerhöhungen zu helfen – Pustekuchen. In der Marktwirtschaft seien die Firmen teils erbitterte Gegner. Wenn es dann jedoch in den Tarifrunden darum gehe, den Beschäftigten die nötigen Lohnerhöhungen vorzuenthalten, zögen sie an einem Strang- gegen ihre Mitarbeitenden! Bis heute läge kein Angebot der Arbeitgeber vor, dass eine tabellenwirksame Lohnerhöhung vorsehe. Diese Verarsche könne sich die Arbeitgeberseite sparen. Bei der nächsten Verhandlungsrunde am Donnerstag in Baden- Württemberg müsse die Blockade durchbrochen werden, sonst gehe es die nächste Streikphase.

Thomas Höhn

Thomas Höhn Foto: Frank Firsching

Blick von der Bühne

Blick von der Bühne Foto: Frank Firsching

 

Vor den dann drohenden flächendeckenden 24- Stunden- Streiks scheinen die betrieblichen Gewerkschaftsvertreter keine Bange zu haben. So hat Norbert Völkl, Betriebsratsvorsitzender SKF, angekündigt die „Brocken hinzuschmeißen“ und damit die Produktion auch über längere Zeit lahm zu legen. Ähnliches war auch von Schaeffler, ZF und Bosch- Rexroth Belegschaftsvertretern zu hören.

Schon zuvor hat DGB Regionschef Frank Firsching klargestellt: „Was wir heute hier machen ist keine Folklore, sondern Notwehr.“ Die Inflation senke den Wert der Arbeit. Und das können sich die Beschäftigten einfach nicht leisten. Flächen- und Branchendeckende Lohnerhöhungen seien dringend nötig, um die täglichen Bedarfe zu decken und die Konjunktur zu stützen!

Das Resümee des Tages ist schnell gezogen: Die Metallerinnen und Metaller haben in Schweinfurt eindrucksvoll ihre Entschlossenheit und Kampfbereitschaft unter Beweis gestellt. Das sollte die Gegenseite ernst nehmen.

 

Norbert Völkl

Norbert Völkl Foto: Frank Firsching

Foto: Frank Firsching


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