Deutscher Gewerkschaftsbund

10.04.2019
ver.di Bezirk Würzburg - Aschaffenburg

ver.di mobilisiert im Groß- und Einzelhandel

DGB Region Ufr.

Würzburg. Preise steigen, die Mieten sowieso. Ohne entsprechende Lohnerhöhung sinkt der Lebensstandard der Beschäftigten. Das gilt für Branchen, in denen die Gehälter nicht in den Himmel wachsen, umso mehr. Gemeint ist hier der Groß- und Einzelhandel. Eine neue Tarifrunde ist im Gang, im Mai wird es zu Aktionen und Streiks kommen, sofern vorher keine Einigung mit den Arbeitgeberverbänden erzielt wird.

In beiden Tarifgebieten ist die Not groß. Namhafte große Arbeitgeber wie Real oder Galeria Kaufhof wollen, wie zuvor andere auch, aus dem Flächentarifvertrag raus. Die Folge: Das sinken der Tarifbindung in der Branche, das heißt weniger Lohn und schlechtere Arbeitsbedingungen der dort Beschäftigten und wachsender Druck auf die Konkurrenz einerseits. Andererseits sollen durch die Lohnsenkungen die Renditen für die Kapitaleigner gesteigert werden. Was vor 15 Jahren noch unmöglich war ist heute gelebte Praxis. Denn in der Vergangenheit waren diese Tarifverträge allgemeinverbindlich. Doch die Arbeitgeber haben sich von der gemeinsamen Verantwortung aus der Sozialpartnerschaft verabschiedet und tragen den Wettbewerb zunehmend auf dem Rücken ihrer Beschäftigten durch Lohnkürzungen aus. Eine echte Sauerei, die auch in vielen anderen Branchen Schule macht. Schlimm daran ist, dass die Bundesregierung diese Sitten zulässt und nicht einschreitet.

 

Peter König, Gewerkschaftssekretär ver.di Handel

Peter König, Gewerkschaftssekreätr ver.di Handel DGB Region Ufr.

Ganz oben auf der ver.di- Forderungsliste steht deshalb die Wiederherstellung der Allgemeinverbindlichkeit in beiden Tarifgebieten. Darüber hinaus wollen die ver.di- Mitglieder im bayerischen Groß- und Außenhandel eine Lohnerhöhung von 6,5% und 100 Euro mehr Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Im Einzelhandel steht auf der Forderungsliste die Erhöhung des Stundenlohns um jeweils 1 Euro, sowie ebenfalls 100 Euro mehr für die Azubis, Laufzeit 12 Monate.

Auf der regionalen Tarifkommissionssitzung des ver.di- Fachbereichs Handels in Würzburg wurde von ver.di- Sekretär Peter König auch der Schutz des arbeitsfreien Sonntags thematisiert. Auslöser der aktuellen Debatte um die Ausweitung von Sonntagöffnungen im Einzelhandel ist der bayerischen Wirtschaftsminister und Freie Wähler- Chef Hubert Aiwanger. Im Landtagswahlkampf 2018 hat sich Aiwanger noch medienwirksam für den Sonntagsschutz eingesetzt, im Frühjahr 2019 wird er wortbrüchig, will Sonntagsöffnungen für die Konzerne erleichtern und gleichzeitig die Arbeitszeiten auf täglich bis zu 14 Stunden ausweiten. Ein echter Neoliberaler, der nichts von Arbeitnehmerrechten und Arbeitsschutz hält. Auch diesem Angriff auf die Gesundheit der Beschäftigten wird sich ver.di gemeinsam im DGB und Verbündeten in den Kirchen entgegenstellen.

 

 

Frank Firsching, DGB Regionsgeschäftsführer

Frank Firsching, DGB Regionsgeschäftsführer DGB Region Ufr.

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