Deutscher Gewerkschaftsbund

23.02.2021

Schaeffler Eltmann: Entscheidung über Standortschließung vorerst vertagt

Gemeinsames Projektteam prüft Machbarkeit zur Weiterführung

„Vielleicht ist die Tür für den Erhalt des Standortes einen Spalt weit aufgegangen“; rief der Betriebsratsvorsitzende Ulrich Schoepplein den Beschäftigten des Schaeffler Standortes in Eltmann zu. Diese hatten sich auf und vor dem Werksgelände versammelt, um dem Verhandlungsteam der Arbeitnehmerseite für die im Anschluss stattfindenden Gespräche den Rücken zu stärken.

Bereits am Vortag hatte Schoepplein in einem Spitzengespräch mit dem Vorstand der Schaeffler AG den Vorschlag unterbreitet noch einmal gemeinsam zu überlegen, wie der Standort über Digitalisierung, über Prozessoptimierung und mit einer verbesserten Arbeitsorganisation noch einmal einen Sprung nach vorne machen kann. Ein Weg, den Schaeffler nun mitgeht. In einem „10 Tage Sprint“ soll ein hochkarätig besetztes Projektteam Ideen erarbeiten und Machbarkeiten prüfen. Diese werden im Anschluss geprüft und gemeinsam bewertet. „Wir werden jetzt nochmal alles in die Waagschale werfen. Danach wissen wir, ob Eltmann noch eine Chance bekommt oder nicht.“, so Schoepplein

Die Herausforderung für das Projektteam ist laut Thomas Höhn, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Schweinfurt und Mitglied der Verhandlungsgruppe groß: „Schaeffler will seine finanziellen Ziele erreichen. Wir werden dagegen keine Abstriche bei den Arbeitsbedingungen akzeptieren. Besser statt billiger ist das Ziel. In diesem engen und ambitionierten Rahmen wird das Expertenteam nach Ideen suchen.“

Trotzdem bewertet der Gewerkschafter den gestrigen Verhandlungstag positiv.

„Schaeffler meint das ernst. Das ist keine Showveranstaltung“, so Höhn. „Bisher haben beide Seiten immer an eigenen, unterschiedlichen Konzepten gearbeitet. Wir begrüßen es, dass der Konzern sich noch einmal auf so eine ergebnisoffene, gemeinsame Prüfung einlässt“

Nach Abschluss des Projektes werden die Verhandlungen fortgesetzt.

 


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