Deutscher Gewerkschaftsbund

13.09.2021

Heißer Stuhl in Würzburg – trotz Corona eine gelungene Veranstaltung

Begrüßung durch Karin Dauer, Vorsitzende des DGB Kreisverband Würzburg. Foto: Ulrike Schulz

Ein wenig Unsicherheit darüber wie die traditionelle Veranstaltung in Würzburg aufgrund der Pandemie angenommen würde bestand schon. Umso erfreuter konnte man sein, als der Raum sich binnen einer Viertelstunde sehr gut füllte. Rund 70 Teilnehmende konnten gezählt werden, trotz 3G sowie Test- und Impfnachweiskontrolle. Wie immer stellten sich die Kandidat*innen der demokratischen, im Bundestag vertretenen Parteien den Fragen der Moderatoren und des Publikums. Freya Altenhöner (SPD), MdB Simone Barrientos (DIE LINKE), Sebastian Hansen (Bündnis 90/Die Grünen), MdB Paul Lehrieder (CSU) und MdB Dr. Andrew Ullmann (FDP) standen dem Moderatorenteam bestehend aus dem freien Journalisten Wolfgang Jung und DGB Regionssekretär Viktor Grauberger sowie dem Publikum Rede und Antwort. Begrüßung und Verabschiedung übernahm DGB Kreisvorsitzende Karin Dauer.

 

Die Kandidatinnen und Kandidaten mussten nicht nur ihre Parteiprogramme kennen, sondern auch auf die vorgestellten Forderungen des DGB reagieren. Dieser hatte im Frühjahr u.a. ein umfassendes Steuerprogramm vorgestellt, mit dem 60 Mrd. Euro zusätzlich eingenommen und dabei gleichzeitig 95% der Haushalte entlastet werden könnten. Auch weitere DGB-Forderungen wie nach Sozialversicherungsschutz in Minijobs, eine Erwerbstätigenversicherung bezüglich der Rente, in die auch Selbstständige und Beamte einzahlen sollen, der Schutz des Arbeitszeitgesetzes ohne Aufweichung der täglichen Höchstarbeitszeit und Maßnahmen für eine höhere Tarifbindung, wie die Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen oder einem möglichen Bundestariftreuegesetz sowie Fragen nach mehr Mitbestimmungsrechten für Betriebsräte bei Arbeitsplatzabbau und Produktionsverlagerungen kamen zur Sprache.

 

Foto: Ulrike Schulz

Foto: Ulrike Schulz

Hansen konnte die Fragen nach Rentenpolitik und Steuersystem sachlich und nüchtern beantworten, obwohl diese Politikfelder eigentlich nicht zu seinen Kernanliegen zählen. Bei den Fragen rund um Transformation und Energiepolitik blühte er dann auf. Altenhöner war bei der Beantwortung der teils recht spezifischen Fragen von Moderator Jung oft in der Defensive und konnte die Gemeinsamkeiten des SPD Programms mit dem des DGB nicht ausreichend genug darlegen. Ullmann gab sich kämpferisch und versuchte immer wieder durch Rückfragen an Moderator Grauberger in die Offensive zu kommen.

Foto: Ulrike Schulz

Einem allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für Pflegekräfte gab er eine Absage. Barrientos gab sich schlagfertig. Auf die Frage, ob z.B. das von Linken geforderte neue Normalarbeitsverhältnis von 30 Stunden pro Woche oder 6 Wochen gesetzlicher Urlaub nicht etwas viel des Guten ist, entgegnete sie sinngemäß, dass dies nun mal die Zukunft ist. Lehrieder versprach, dass es keine Rente mit 68 geben werde, wie aus CDU-Kreisen vor einigen Monaten noch gefordert wurde. Ein wenig überraschend für Moderator Grauberger zeigte er sich offen für die Idee eines Bundestariftreuegesetzes.

 

Foto: Ulrike Schulz

Zum Ende der Moderatorenbefragung gab es jeweils einen Frageblock, den die Kandidat*innen kurz beantworten sollten. Dabei ergaben sich keine Überraschungen. So sprachen sich z.B. Altenhöner, Barrientos und Hansen für eine Vermögenssteuer, einen Mindestlohn von wenigstens 12 Euro und mehr Mitbestimmungsrechte von Betriebsräten aus. Lehrieder und Ullmann auf der anderen Seite lehnten die Forderungen ab.

 Für weitere Eindrücke aus der Veranstaltung findet sich hier der Link zum Bericht der Mainpost:


Nach oben

Der DGB Schweinfurt beteiligt sich am Bündnis Schweinfurt ist bunt.

Der DGB Würzburg beteiligt sich am Bündnis Würzburg ist bunt.