Deutscher Gewerkschaftsbund

02.04.2019

Zukunftsdialog des DGB – Aktionswoche Wohnen

unser Team in Würzburg

unser Team in Würzburg DGB Region Ufr.

Die vergangene Woche galt beim DGB bundesweit dem Thema Wohnen. Unter Motto dem „Bezahlbar ist die halbe Miete“ fanden mehr als 200 Aktionen und Veranstaltungen statt, die auf den Handlungsbedarf hingewiesen haben. Natürlich haben wir uns auch in Unterfranken daran beteiligt. Die DGB Kreisverbände der drei kreisfreien Städte Würzburg, Schweinfurt und Aschaffenburg organisierten in Zusammenarbeit mit dem Regionsteam je eine Aktion.

Die Aktionswoche begann am Dienstag, den 26. März in Aschaffenburg. Wie in allen Orten des Geschehens war das Ziel der Aktion des DGB Kreisverbands in Aschaffenburg, mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Der Kreisvorstand führte fast in kompletter Mannschaft Straßenumfragen durch. Carola Rößl vom Deutschen Mieterbund Aschaffenburg beriet am Infostand zahlreiche Mieter, die von immer höher werdenden Miet- und Betriebskosten betroffen sind. Sie  wies daraufhin, dass in der Region bayerischer Untermain rund 3500 Wohnungen vom Verkauf der Gemeinnützigen Bayerischen Wohnungsgesellschaft (GBW) betroffen waren. Auch mehrere Stadträte folgten der Einladung vom Kreisverbandsvorsitzenden Björn Wortmann. Es waren Vertreter der Parteien und Fraktionen der SPD, KI und CSU anwesend.

 

Standbetreuer Wolfgang Trüdinger in Schweinfurt

Standbetreuer Wolfgang Trüdinger in Schweinfurt DGB Region Ufr.

DGB Kreisvorsitzender Wortmann zur Causa der Verscherbelung der Sozialwohnungen:  „Der Verkauf tausender Sozialwohnungen hat den Wohnungsmarkt in Bayern massiv unter Druck gesetzt. Private Investoren bieten bei Neubauten und Renovierungen vor allem hochpreisigen Wohnraum an, die sich Normalverdiener nicht mehr leisten können. Deswegen fordern wir als DGB die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum für ein gutes Leben, damit das hart erarbeitete Einkommen nicht komplett für den Wohnraum draufgeht.“

Der Argumentation folgte auch Karin Dauer, die Kreisvorsitzende des DGB Kreisverbandes Würzburg, deren Kreisverband am selben Tag nur zwei Stunden nach Aschaffenburg in Würzburg mit der Aktion in die Öffentlichkeit trat. "Hier in Würzburg sind die Mieten seit 2014 um 22,6 Prozent gestiegen. Während 2014 für einen Quadratmeter noch 8,42 Euro zu zahlen waren, musste Ende 2018 bereits 10,32 Euro gezahlt werden. Für uns Gewerkschaften ist klar, gegen den knappen Wohnraum und steigende Preise hilft nur eins: mehr sozialer Wohnungsbau“, begründete die Kreisvorsitzende die Aktion. Gerade auch mit Blick auf die vielen Studierenden in der Stadt und der sich „Jahr für Jahr wiederholenden Tragödien auf dem Wohnungsmarkt“ forderte unser Regionssekretär Viktor Grauberger in Würzburg, dass noch viel mehr Anstrengungen in die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende und Studierende gelegt werden müssen. „Auch braucht es endlich einen Mietspiegel für die Stadt, der auch rechtssicher gestaltet sein muss!“, führt er weiter aus.

 

DGB Region Ufr.

DGB Region Ufr.

 

Zuletzt fand am Samstag, den 30. März auch in Schweinfurt eine Aktion statt. Zwar sind die örtlichen Mieten hier im Vergleich zu den Ballungszentren für Normalverdiener noch erschwinglich, die Dynamik der Preissteigerung nimmt jedoch zu und in der Region ist Hammelburg mit einem Mietanstieg um 56,15 Prozent unterfrankenweit führend. Mit Blick auf die Stadt Schweinfurt meint der DGB Kreisvorsitzende Martin Schmidl ähnlich wie in Aschaffenburg mit dem Abbau von Sozialwohnungen einen wesentlichen preistreibenden Grund ausgemacht zu haben: „Gab es in Schweinfurt vor 20 Jahren noch mehr als 5600 Sozialwohnungen, sind es heute nur noch gut 2900, also fast die Hälfte weniger.“ Die Stadt und der Freistaat Bayern hätten 20 Jahre untätig verstreichen lassen „und jetzt haben wir den Salat“, so Schmidl.

Problematisch ist die Lage in Schweinfurt auch, weil mehr als 7500 Menschen von Sozialleistungen wie Hartz IV oder Grundsicherung im Alter leben müssen, ebenso wie tausende Beschäftigte, die im Niedriglohnsektor nur sehr wenig Geld verdienen. Gerade für jene Betroffene brauchen wir bezahlbaren Wohnraum für den kleinen Geldbeutel – und das sowohl in Schweinfurt als auch in Würzburg und Aschaffenburg, ebenso wie das ländliche Umland.

 

DGB Region Ufr.

DGB Region Ufr.


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Der DGB Schweinfurt beteiligt sich am Bündnis Schweinfurt ist bunt.

Der DGB Würzburg beteiligt sich am Bündnis Würzburg ist bunt.