Deutscher Gewerkschaftsbund

10.12.2014
PEgIdA Umtriebe in Würzburg

Revisionistische Provokateure formieren sich

    

 Es sind AFD Funktionäre, NPD Kader und Neurechte aus dem akademischen Milieu, die als „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEgIdA) in der Stadt Würzburg eine zweifelhafte Allianz bilden.

Es sind AFD Funktionäre, NPD Kader und Neurechte aus dem akademischen Milieu, die als „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEgIdA) in der Stadt Würzburg eine zweifelhafte Allianz bilden. DGB Würzburg

Würzburg. Es sind AFD Funktionäre, NPD Kader und Neurechte aus dem akademischen Milieu, die als „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEgIdA) in der Stadt Würzburg eine zweifelhafte Allianz bilden. Unter dem Vorwand eines religiös begründeten Kulturkampfes versuchen die Beteiligten, ultrakonservative und rassistische Provokationen zu platzieren. Vorbild für die PEgIdA Unterstützer in Würzburg ist ein ähnlich begründeter Zusammenschluss rechter Kreise in Dresden.

„Wir haben es bei PEgIdA mit einer bedenklichen Entwicklung zu tun“, beurteilt DGB Regionssekretär Norbert Zirnsak die Lage. „Im Gegensatz zu den offen faschistisch agierenden rechten Kameradschaften, treten die Unterstützer der PEgIdA in bürgerlichem Gewand auf. Diese Strategie macht die rechte Allianz für Konservative aller Schattierungen attraktiv. PEgIdA setzt in der Mitte der Gesellschaft an und profitiert von populistischen Debatten wie sie Konservative Parteien initiieren. Die CSU Forderung, in den eigenen vier Wänden dürfe nur deutsch gesprochen werden, ist Wasser auf die Mühlen dieser Formation“, sagt DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching.

In Dresden folgten mehrmals einige Tausend Teilnehmer einem Aufruf der PEgIdA. In Würzburg trat die rechte Allianz bisher an vier Montagen in Erscheinung. Zunächst formierten sich lediglich ein Dutzend Anhängerinnen und Anhänger in spontanen Aufzügen zwischen Vierröhrenbrunnen und Dom. Zwischenzeitlich gab es zwei weitere, bei der Stadt angemeldete Umtriebe, mit rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Auf Spruchbändern führen die PEgIdA Anhänger stets Parolen mit sich, die sich gegen einen angeblichen Missbrauch des Asylrechts wenden.

Unterdessen formieren sich die Gegner der PEgIdA Bewegung ebenso. Antifa, studentischen Gruppen, Gewerkschafter und Kirchenleute arbeiten zusammen. Mehrere Tausend Menschen stellen sich PEgIdA regelmäßig in Dresden entgegen. In Würzburg versperrten am 1. Dezember gut 300 Menschen den PEgIdA Anhängern den Weg in die Stadt. Der Demonstrationszug konnte nicht stattfinden.

„Wir unterstützen den Protest gegen PEgIdA“, sagt Unterfrankens DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching, „und arbeiten dabei auch eng mit dem Würzburger Bündnis für Zivilcourage zusammen“. DGB Regionssekretär Norbert Zirnsak ergänzt: „Wir gehen davon aus, dass die revisionistischen Provokationen der Gruppe PEgIdA in Würzburg weitergehen. Die Gewerkschaften stehen für Solidarität und werden ihren Teil dazu beitragen, dass diese Leute ihre rechte Propaganda nicht ungestört auf die Straßen unserer Stadt tragen“.


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