Deutscher Gewerkschaftsbund

26.05.2015

Frank Firsching: Mein Fazit vom Pfingstsonntag aus Stammheim

DGB Ufr.

In bunten Anti-Nazi-Bündnisses ist es vielerorts unstrittig grundsätzlich alle gewaltlosen Formen von Protest anzuerkennen (zu den gewaltlosen Formen zählen auch Blockaden). Es geht darum sich im Widerstand nicht gegeneinander ausspielen zu lassen. Dabei muss es eine individuelle Entscheidung sein, zu welcher Art Protest jede und jeder selbst in der Lage ist. Den Widerstand zu vereinen ist die Aufgabe, die es in Stammheim zu bewältigen gilt. Zu diesem Schluss komme ich, weil z.B. in Posts konservativer Politiker zu lesen ist, man habe während der Andacht "Gesänge von rechts und links" gehört. Die "Gesänge von links" waren Sprechchöre mit dem Text "Nazis raus", die angestimmt wurden als Rechtsradikale Reden über Lautsprecher deutlicher zu hören waren als die Predigten der Andacht. Wenn der Spruch "Nazis raus" links ist, muss sich der, der so etwas meint, fragen lassen, wo er steht. Wer hat diese Sprechchöre angestimmt? Da waren zum einen etwa drei Dutzend junge Antifaschisten und zum anderen etwa ebenso viele Bürger der Zivilgesellschaft von „Schweinfurt ist bunt“. Darunter Gewerkschafter, Sozialdemokraten, Freie Wähler, Linke, Mitglieder der Schweinfurter Sozialkonferenz, die alevitische Gemeinde, Feministinnen und die IG Metall Jugend. Alles absolut friedlich. Obwohl die Provokationen der Nazis durch laute rechtsradikale Reden und ebensolcher Musik unerträglich waren. Da wundert man sich dann schon wenn die Polizei meint diesen zivilgesellschaftlichen Protest einkesseln zu müssen. Umgekehrt ist es jedoch ebenso wichtig die Protestform "Andacht" als wichtigen Bestandteil des Widerstands vollwertig zu akzeptieren. Auch daran mangelte es. Bleibt die Frage wie weiter? Ist es zielführend auch perspektivisch die Nazis unbeachtet durchs Dorf marschieren zu lassen? Dem nichts entgegenzusetzen? Die Erfahrungen aus vielen anderen Orten ist eindeutig: Wer den Nazis Platz macht, lädt sie ein sich niederzulassen. Deshalb: Widerstand vereinen. Sich den Nazis in den Weg stellen, eindeutig und gemeinsam. Dann besteht die Chance die Nazis wieder los zu werden in Stammheim.

Hinzuzufügen wäre noch die unsägliche Gleichsetzung von "rechts und links". Da muss erst einmal festgestellt werden, dass es sich bei der Partei "Die Rechte" um Rechtsradikale handelt. Da besteht schon noch ein Unterschied zur politischen Einordnung von "Rechts", wo sich auch etliche Konservative wiederfinden. Zurück zur Gleichsetzung, die insbesondere gerne von CSU-Politkern verwendet wird, wie z.B. von Innenminister Joachim Herrmann vor dem 1.Mai 2010 in Schweinfurt. In dieses Horn blasen auch regionale CSU-Vertreter. Man setzt also Rechtsradikale mit Linken gleich. Rassisten mit Antirassisten. Das ist nicht nur inhaltlich völlig daneben, sondern abstrus. Das Gefährliche daran: Diese Gleichsetzung verharmlost rassistische Ideologie und spaltet den Widerstand gegen sie.


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Bündnispartner

 

 

Bündnispartner:

 

Aiki – Institut für Gesundheitsförderung und Selbstentwicklung

Aktionsgemeinschaft f. Arbeitnehmerfragen (afa) Schweinfurt

Alevitisches Kulturzentrum Schweinfurt e.V.

AltesLagerSanktPauli, Bastheim

Amnesty International Gruppe Schweinfurt

Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Schweinfurt

AWO Kreisverband Schweinfurt

BA-BI e.V. für Umwelt und Lebensschutz – Bürgerinitiative gegen Atomanlagen

Bayerische Sportjugend im BLSV Kreis Schweinfurt

Bayernpartei Unterfranken

Beirat für Menschen mit Behinderung, Schweinfurt

Bund der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) Stadtverband Schweinfurt

Bund für Geistesfreiheit Schweinfurt K.d.ö.R

Bund Naturschutz in Bayern e.V. Kreisgruppe Schweinfurt

Bündnis 90/ Die Grünen Kreisverband Schweinfurt

Caritasverband für Stadt und Landkreis Schweinfurt e.V.

Christlicher Vereine Junger Menschen Schweinfurt e.V.

CSU Kreisverband Schweinfurt

Deutsch Finnische Gesellschaft, Bezirksverein Schweinfurt

DFG VK Büro / SALI und ver.di Erwerbslosenausschuss

DGB Jugend Nordbayern

DGB Region Unterfranken

Diakonisches Werk Schweinfurt e.V.

Die Linke Kreisverband Schweinfurt

Disharmonie Kulturverein

DKP Schweinfurt

ERV Schweinfurt

Evang. Jugend im Dekanat Schweinfurt

Evang.-Luth. Dekanat Schweinfurt

Evang.-Luth. Kirchengemeinde Schweinfurt-Christuskirche

Frauen helfen Frauen e.V., Frauenhaus Schweinfurt

Frauenplenum Schweinfurt

Freundeskreis Châteaudun e.V.

FT Schweinfurt

Gesellschaft zu beruflichen Förderung Schweinfurt mbH, Betriebsrat

GEW Kreisverband Schweinfurt

„geo-net“ Netzwerk für Gerolzhofen

IG BAU Region Franken

IG Metall Schweinfurt

Initiative gegen das Vergessen, Schweinfurt

Integrationsbeirat der Stadt Schweinfurt

Kath. Arbeitnehmer Bewegung (KAB) Schweinfurt

Kath. Stadtkirche Schweinfurt

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Schweinfurt

Kolpingfamilie Schweinfurt

KulturPackt für Schweinfurt

Lebenshilfe f. Behinderte e.V. Schweinfurt

Mainfranken Motorsport Club Schweinfurt 1982 e.V

Männer contra Gewalt e.V.

MLPD Schweinfurt

MSV Gerolzhofen e.V. im ADAC

Musikergemeinschaft Tonquadrat

NaturFreunde Bezirk Unterfranken,

ödP Kreisverband Schweinfurt

Offene Behindertenarbeit des Diakonischen Werkes Schweinfurt

Ökomenische Notfallseelsorge für Stadt und Landkreis Schweinfurt im St. Josefs Krankenhaus

Ökosoziales Forum Schweinfurt

Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband Bayern e.V.

Pfarrei Dreieinigkeit

Piratenpartei Schweinfurt

Rockverband Schweinfurt e.V.

Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft

Schweinfurter Autoren Gruppe

Schweinfurter Liste

Servicebetrieb Bau und Stadtgrün Schweinfurt, Personalrat

Sozialdienst katholischer Frauen, Schweinfurt

SPD Schweinfurt

Stadt Schweinfurt, Gesamtpersonalrat

Stadtjugendring Schweinfurt

Stattbahnhof

Stipgruppe SW-WÜ-BA Hans Böckler Stiftung

Türkisch Islamische Gemeinde zu Schweinfurt e.V.

TV 1862 Schweinfurt Oberndorf e.V.

VDK Kreisstelle Schweinfurt

ver.di Bezirk Schweinfurt

Walther Rathenau Schule, Personalrat