Deutscher Gewerkschaftsbund

19.01.2018
IG Metall Würzburg

Metaller - Warnstreik: Gemeinsam dem Sturm trotzen

Walther Mann, 1. Bevollmächtigter IGM Würzburg

Walther Mann, 1. Bevollmächtigter IGM Würzburg DGB Region Ufr.

Würzburg. Spiegel-online riet den Bürgern wegen Sturmtief „Friederike“ am 18. Januar gegen 10 Uhr doch lieber zuhause zu bleiben. Just an diesem Tag zum Eintreffen des Sturms rief die Würzburger IG Metall, lange geplant, ihre Mitglieder zum Warnstreik auf.

Es waren die Mitarbeiter der Würzburger Firmen Demag Cranes & Components GmbH, Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, Koenig & Bauer AG, Bilfinger Noell GmbH, Bilfinger Engineering & Technologies GmbH sowie die Beschäftigten der Firma Düker GmbH aus Karlstadt, die sich um 9.30 Uhr am Viehmarktplatz zu einer kurzen Auftaktkundgebung trafen.. Es schloss sich ein Demonstrationszug durch die Innenstadt und um ca. 10.00 Uhr eine Kundgebung am Vierröhrenbrunnen an - allen Wetterkapriolen zum Trotz.

 

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Schlecht war das Wetter, keine Frage. Die Stimmung aber war gut: kämpferisch, optimistisch, entschlossen. Denn es geht bei dieser Tarifrunde um eine Grundsatzfrage, die der 1. Bevollmächtigte Walther Mann in den Mittelpunkt seiner Rede stellte: „Wer bestimmt über die Zeit?“, „Gibt es Flexibilität nur zu Gunsten der Unternehmen oder geht es auch einmal um die Belange der Beschäftigten?“. Immer wieder von großem Applaus unterbrochen, forderte Walther Mann die Möglichkeit einer befristeten Absenkung der Arbeitszeit mit Teillohnausgleich und dem Rückkehrrecht auf Vollzeit. Ob Kindererziehung, Pflegeleistungen für Eltern oder Großeltern, oder einfach mal im Schichtdienst etwas kürzer treten zu können. Besondere Lebenslagen gäbe es immer mehr. Unternehmen seien gut beraten, wenn sie in Zeiten des Fachkräftemangels ihren Mitarbeitern in solchen Fällen durch den Abschluss eines Tarifvertrags Rechtssicherheit einräumen und die Forderungen der IG Metall so konstruktiv aufzugreifen.

 

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DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching nahm in seinem Beitrag die Lohnforderung von 6% ins Visier, die er als ökonomisch sinnvoll und gesellschaftlich richtig bezeichnete. Er zitierte dazu einen Artikel aus dem Berliner Tagesspiegel vom Dezember 2017 „Den Reichen geht es immer besser“ und Isa Bosch, die Enkelin des Industriellen Robert Bosch: „Der Kapitalismus hat die Eigenschaft, Geld nach ganz oben zu schmeißen. Insofern muss man es von dort nehmen.“ Beide Feststellungen zusammen genommen würden schon völlig ausreichen um die Lohnforderung zu begründen. Firsching widmete sich jedoch ausführlich dem Thema und erläuterte die Komponenten, aus denen sich eine gewerkschaftliche Lohnforderung zusammensetzt: Inflationsausgleich plus Produktivitätsfortschritt plus Umverteilungskomponente. Mit diesem Blick sei das Arbeitgeberangebot ein schlechter Witz, nichts weiter. Es gelte Zusammenzuhalten, nicht locker zu lassen, um gemeinsam die Tarifforderungen durchzusetzen.

 

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