Deutscher Gewerkschaftsbund

26.03.2018
Pressemeldung GEW Unterfranken

Digitalisierte Schule?

GEW fordert verantwortliche Gestaltung ein

Mit dem Masterplänen Bayern Digital I und II fließen 2017 bis 2022 über 8,5 Milliarden Euro anteilig auch an die etwa 491 öffentlichen Schulen in Unterfranken. Doch was geschieht mit dem Geld, das die bayerischen Schulen ans digitale Zeitalter anschließen soll? Dr. Matthias Burchardt von der Universität zu Köln mahnt auf Einladung der Bildungsgewerkschaft GEW in einem Vortrag am 14. April in der Kolping Akademie Würzburg zu verantwortungsvollem Umgang mit digitalen Medien. 

"Wenn Lehren und Lernen in Beziehung, Bildung statt Kompetenz, Unterricht statt mechanischer Selbststeuerung stattfinden, dann richtet auch der gezielte Einsatz von Smartboards, Tablets und Cyberbrillen in Schulen keinen Schaden an," sagt der Medienforscher Burchardt. "Aber niemand, d.h. auch keine Lehrkraft, kann die Verantwortung für die Sicherheit der Daten von Schülerinnen und Schülern im Rahmen von Big Data-Analysen übernehmen." Hier berühre Digitalisierung die Fürsorgepflicht der Schule.

Big Data kann keine Wahrheit finden, sondern nur Wahrscheinlichkeiten. Die Welt ist seit Jahren Geisel von GAFAM (Google, Apple, Facebook, Amazon, Microsoft). Das Wissen um die Reichweite und die Implikationen der Digitalen Transformation müsse deshalb Thema in Schule, Hochschule und politischer Bildung sein, so Burchardt. "Wir brauchen Bildung am Gegenstand des Digitalen, aber keine Digitalisierung von Bildung!"

Die GEW fordert eine Pädagogik der Digitalisierung. "Wir brauchen erst Software fürs Gehirn," so der stellvertretende GEW-Bezirksvorsitzende Jörg Nellen. "Denn Schülerinnen und Schüler müssen wissen, was sie im digitalen Zeitalter tun."

 

GEW Unterfranken lädt ein zu: Dr. Matthias Burchardt, Digitalisierung der Schule? Verantwortung gestalten!

Samstag, 14. April 2018, 11:30 bis 13 Uhr, Kolping-Akademie, Kolpingplatz 1, 97070 Würzburg, Anmeldung: gewwue@aol.com. Eintritt frei.

 

 


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