Deutscher Gewerkschaftsbund

02.05.2018
Wir werden gemeinsam mit allen demokratischen Kräften in der Politik und in der Gesellschaft zusammenarbeiten

„Für eine solidarische, vielfältige und gerechte Gesellschaft“

Bayerische ver.di Chefin Luise Klemens beim 1. Mai in Aschaffenburg

1. Mai 2018 in Aschaffenburg

1. Mai 2018 in Aschaffenburg DGB Unterfranken

Der 1. Mai 2018 in Aschaffenburg wurde traditionell mit einem gut besuchten Demozug vom Linde-Werk zum Kundgebungsplatz am Stadttheater eröffnet. Zum Tag der Arbeit sprachen nach dem ver.di-Bezirkssekretär Bernd Bauer, der den erkrankten DGB-Kreisverbandsvorsitzenden Björn Wortmann vertrat, Oberbürgermeister Klaus Herzog und von der IG-Metall-Jugend Elena Bauer Grußworte.

1. Mai 2018 in Aschaffenburg

1. Mai 2018 in Aschaffenburg DGB Unterfranken

Die Landesbezirksleiterin ver.di Bayern, Luise Klemens, eröffnete ihre Rede mit der Feststellung, dass der Widerspruch boomende Wirtschaft und Staatsfinanzen einerseits und die Sorgen der Menschen um ihre Zukunft und Alterssicherung von den Rechtspopulisten aufgegriffen werden und mit rassistischen Parolen und nationalistischer Hetze verbreitet werden. Deren europaweiter Vormarsch sei Ausdruck der sozialen Spaltung. „Wir werden gemeinsam mit allen demokratischen Kräften in der Politik und in der Gesellschaft zusammenarbeiten für eine solidarische, vielfältige und gerechte Gesellschaft“, so die aus München angereiste ver.di-Landesbezirksvorsitzende.

1. Mai 2018 in Aschaffenburg

1. Mai 2018 in Aschaffenburg DGB Unterfranken

Dass der Versuch rechter Gruppen, die Betriebsratswahlen zu gewinnen, „krachend gescheitert“ ist, zeige, dass die Arbeitnehmer/innen den „Bauernfängern“ nicht auf den Leim gegangen sind. Mit der Forderung nach steigenden Löhnen, Qualifizierung der Beschäftigten, um sie für den digitalen Wandel zu rüsten, will Klemens die DGB-Rentenkampagne „Rente muss reichen – die gesetzliche Rente stärken!“ voranbringen. Die Wiedereinführung der paritätischen Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge wertete Klemens als Erfolg der Gewerkschaften, aber: „wir warten auf die Einführung einer Bürgerversicherung für alle.“

1. Mai 2018 in Aschaffenburg

1. Mai 2018 in Aschaffenburg DGB Unterfranken

Dem Thema Arbeitszeit gab die Rednerin breiten Raum. Der Arbeitgeberforderung nach „Flexibilisierung“ des Arbeitszeitgesetzes, was einer Abschaffung des 8-Stunden-Tags  und einer Aufweichung der Pausenregelung gleichkommt, setzte Luise Klemens die Flexibilisierung im Sinne der Beschäftigten entgegen, nämlich für Arbeitszeiten, die den unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Lebensphasen angepasst werden können. Die jüngsten Abschlüsse bei der Bahn und der IG-Metall gingen in die richtige Richtung. Der Wechsel von Teilzeit zurück auf Vollzeit müsse politisch abgesichert werden.

1. Mai 2018 in Aschaffenburg

1. Mai 2018 in Aschaffenburg DGB Unterfranken

Weitere Forderungen der Festrednerin: Tarifflucht bekämpfen, Hartz IV abschaffen, 12 Euro Mindestlohn, weitere Eingrenzung der Leiharbeit, Abschaffung sachgrundloser Befristung, Ablehnung des neuen Polizeiaufgabengesetzes, eine „echte“ Mietpreisbremse, berufliche Weiterbildung verbessern, Bildungsfreistellung in Bayern und ein gerechtes Steuersystem.

„Lasst uns solidarisch eine gerechte Zukunft gestalten“, so das Schlusswort von Luise Klemens.

Zum Ausklang fand auf dem Karlsplatz bei Live-Musik von der Band „Solamente“ und Verköstigung das Maifest zum Tag der Arbeit statt.

1. Mai 2018 in Aschaffenburg

1. Mai 2018 in Aschaffenburg DGB Unterfranken


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