Deutscher Gewerkschaftsbund

24.07.2018

DGB begrüßt großen Schritt zur regionalen Kooperation

Erklärung Regiopolregion

Erklärung Regiopolregion Foto: Rudi Merkl

Würzburg. „Gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern herzustellen ist Verfassungsauftrag und Gewerkschaftsziel. Die Beschäftigten der mainfränkischen Region erwarten eine enge regionale Zusammenarbeit, um dieses Ziel zu erreichen. Deshalb begrüßt die DGB Region Unterfranken, die Konstituierung der Regiopolregion Mainfranken“, so Frank Firsching, DGB Regionsgeschäftsführer und Mitglied des Rats der Region Mainfranken.

Beispielhaft sieht Firsching deutlichen Verbesserungsbedarfs in den Bereichen Vernetzung des Öffentlichen Personennahverkehrs, Gesundheitsversorgung in der Fläche, Kurzzeitpflege und Kinderbetreuung. Aber auch der Differenzierung der Arbeitsbedingungen in Mainfranken ist entgegenzuwirken: „Wenn bei uns nur noch 44 Prozent der Beschäftigten tarifvertraglich abgesichert sind, heißt das in Mainfranken wird schlechter bezahlt als anderswo, die Arbeitszeiten sind dafür länger und die Arbeitsbedingungen insgesamt schlechter. Gute Argumente zur Fachkräftegewinnung sehen anders aus.“, so Firsching. An diesen Themen zu arbeiten ist für den DGB die gemeinsame Zukunftsaufgabe aller Akteure in Mainfranken.

 

Hier die PM der Region Mainfranken GmbH: 

Stadt und Land – Hand in Hand

Von „einem guten Tag für Mainfranken“ über „ein Meilenstein für die Region“ bis hin zu „einem Bekenntnis für ein gemeinsames Mainfranken“ – das Spektrum der Aussagen macht deutlich, dass sich der Rat der Region zu einem besonderen Anlass in der Residenz Würzburg eingefunden hatte: zur Konstituierung der Regiopolregion Mainfranken.

Ausgangspunkt der Initiative war die Einstufung Würzburgs als Regionalzentrum im Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP) und der dort verankerten Möglichkeit zur Bildung eines Kooperationsraums. Dadurch eröffnete sich für Mainfranken die einmalige Chance, die bestehende Kooperation in der Region Mainfranken GmbH zu festigen. Eine Gelegenheit, die mit der Unterzeichnung der Erklärung zur Konstituierung der Regiopolregion Mainfranken durch die Gesellschafter der Region Mainfranken GmbH beim Schopfe gepackt wurde.

„Wir haben damit die Tür in eine neue Dimension regionaler Zusammenarbeit geöffnet. Durch diese Tür gilt es gemeinsam zu gehen, indem wir die Regionalentwicklung, das Standortmarketing sowie die regionalpolitische Willensbildung weiter ausbauen“, so Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung.

In ihrer Ansprache stellte Landtagspräsidentin Barbara Stamm fest, dass die Einführung von Regionalzentren als neue zentralörtliche Stufe im LEP und eng damit verbunden die Schaffung von Regiopolregionen maßgeblich auf das Engagement des Rats der Region zurückzuführen sei. „Dieser Erfolg war nur möglich, weil wir unsere Interessen gebündelt und uns gemeinsam auf den Weg gemacht haben. Diesen Weg unter dem Dach der Region Mainfranken GmbH zu gehen, davon waren und sind wir überzeugt – zum Wohle der Menschen in Mainfranken.“

 

Rat der Region

Rat der Region Foto: Rudi Merkl

Als Vertreter der Bayerischen Staatsregierung gratulierte Staatsminister Prof. Dr. Winfried Bausback der Region zur Entwicklungspartnerschaft auf Augenhöhe und ermutigte dazu, die damit verbundenen Chancen offensiv zu nutzen und das Prädikat Regiopolregion mit Leben zu füllen.

„Für mich ist die landesplanerische Aufwertung Würzburgs vom Oberzentrum zum Regionalzentrum gleichzusetzen mit einer Aufwertung der gesamten Region als gewachsenes Standortsystem mit vielfältigen Interaktionsbeziehungen und spezifischen Kompetenzen in Stadt und Land“, so Oberbürgermeister Christian Schuchardt, der bekräftigte, dass es sich dabei keineswegs um einen „Titel ohne Mittel“ handle. „Als Regiopolregion haben wir Wettbewerbsvorteile gegenüber vergleichbaren Wirtschaftsstandorten, etwa bei zentralörtlichen Funktionszuweisungen oder Infrastrukturentscheidungen. Außerdem können wir unseren Bekanntheitsgrad durch eine einheitliche Dachmarkenkommunikation bundesweit und international erhöhen.“

Zur inhaltlichen Ausgestaltung der Regiopolregion werde laut Geschäftsführerin Åsa Petersson nun ein Strategieprozess eingeleitet, in dessen Rahmen in Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern und Experten aus der Region ein Zukunftsbild erarbeitet werde. „Dieses wird uns konkrete Handlungsempfehlungen liefern und so die strategische Grundlage für die weitere innerregionale Kooperation bilden.“

In seinen Schlussworten nannte Landrat Thomas Habermann den Ausbau der eigendynamischen Entwicklung des Technologiestandorts Mainfranken und die Bewältigung des Fachkräftemangels als die zentralen Zukunftsaufgaben der Region Mainfranken GmbH. „Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass wir zu einer Stadt-Land-Partnerschaft zusammengefunden haben, in der aus Verständnis Selbstverständnis wurde. Wenn wir uns alle weiterhin als Mainfranken begreifen, gemeinschaftliche Ziele formulieren und alle an einem Strang in die gleiche Richtung ziehen, dann wird Mainfranken ein vitaler Wirtschaftsraum bleiben.“

 


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