Deutscher Gewerkschaftsbund

01.02.2018

Sozialkunde hautnah: Schulklasse besucht 24 Stunden Warnstreik

Sozialkunde hautnah: Schulklasse besucht 24 Stunden Warnstreik in Kahl

Sozialkunde hautnah: Schulklasse besucht 24 Stunden Warnstreik in Kahl IGM Aschaffenburg

Kahl. Die IG Metall macht ernst. Am 31. Januar war der Auftakt der 24 Stunden Warnstreiks am bayerischen Untermain. Das Linde Werk in Kahl war menschenleer, kein Lieferverkehr, keine Autos auf den Parkplätzen, keine Produktion. „Hier geht heute nichts mehr“, sagte Thomas Sell, der als Vertrauensmann und Betriebsrat seit 5 Uhr morgens am Werkstor steht und die Kolleginnen und Kollegen über den Warnstreik informiert. Heute informierte Sell nicht nur die Beschäftigten,  sondern auch interessierte Schülerinnen und Schüler einer 11.Klasse der Paul Gerhardt Schule, die spontan mit ihrer Klassenlehrerin Sozialkundeunterricht hautnah durchgeführt hat.

Sozialkunde hautnah: Schulklasse besucht 24 Stunden Warnstreik in Kahl

Sozialkunde hautnah: Schulklasse besucht 24 Stunden Warnstreik in Kahl IGM Aschaffenburg

Die gesamte Schulklasse gruppierte sich um den Streikposten vor dem Kahler Lindewerk. Thomas Sell berichtete den interessierten Schülern, was heute passiert: ein 24 Stunden Warnstreik. „Wir haben die Beschäftigten aufgerufen, die Arbeit 24 Stunden ruhen zu lassen, um den Druck auf die Arbeitgeber im Rahmen der Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie zu erhöhen“, erläuterte Sell, „das ist unser gutes Recht und von dem machen wir Gebrauch.“

Um 11 Uhr wurden die Schüler zur Kundgebung eingeladen, auf der der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Percy Scheidler und DGB Kreisverbandsvorsitzender Björn Wortmann sprachen.

Sozialkunde hautnah: Schulklasse besucht 24 Stunden Warnstreik in Kahl

Sozialkunde hautnah: Schulklasse besucht 24 Stunden Warnstreik in Kahl IGM Aschaffenburg

Scheidler begann seine Ansprache: „Wir haben derzeit keinen Partner am Verhandlungstisch sitzen, mit dem wir über unsere Tarifforderung sprechen können. Wenn der Verhandlungstisch auf Arbeitgeberseite leer bleibt, werden die Betriebe auch leer sein, darauf können sich die Arbeitgeber verlassen. Wir fordern die Arbeitgeber auf, zurück an den Verhandlungstisch zu kehren und über unsere berechtigten Forderungen zu verhandeln statt Gerichte zu bemühen, die die Verhandlungen unnötig belasten.“

Sozialkunde hautnah: Schulklasse besucht 24 Stunden Warnstreik in Kahl

Sozialkunde hautnah: Schulklasse besucht 24 Stunden Warnstreik in Kahl IGM Aschaffenburg

Björn Wortmann freute sich, dass die Schulklasse an der Kundgebung teilnimmt und nutzte die Chance, ein Thema aus dem Sozialkundeunterricht aufzugreifen: wie entsteht eine Entgeltforderung?

Es gebe drei Komponenten: Inflationsausgleich, Produktivitätssteigerung und Umverteilungskomponente. „Das Thema Umverteilung ist ein politisches. Es muss in Zeiten von steigender ungleicher Verteilung des Reichtums mehr Geld bei den Menschen ankommen, die mit ihren Händen und ihrem Verstand arbeiten.“

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