Deutscher Gewerkschaftsbund

29.03.2017

AfD als arbeitnehmerfeindlich identifiziert

DGB Ufr.

Elfershausen. Dass es der DGB Region Unterfranken ernst ist mit der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der so genannten „Alternative für Deutschland“ zeigte sich beim Wochenendseminar „AfD- entschlüsseln, entlarven und kritisieren“ im Tagungshotel Ullrich in Elfershausen.

Zu Beginn stellten sich die 14 Teilnehmer in einer Vorstellungsrunde einander vor. Hierbei wurde geklärt wie viele AfD-Anhänger den Teilnehmern persönlich bekannt sind, wo sie diese antreffen und wieso sich diese zur AfD bekennen. Daraus ergab sich ein Querschnitt durch die Gesellschaft, der vom Freundeskreis, über die Familie, Nachbarn, Betrieb und den örtlichen Stammtisch reichte. Zudem wurden eingangs die Interessen und Wünsche der Teilnehmer an das Seminar, sowie die Frage, wieso sich Gewerkschaften mit der AfD befassen sollten, besprochen. Dabei zeigte sich, dass allen voran die Inhalte des AfD-Wahlprogramms bzw. Parteiprogramms im Interesse der Teilnehmer lag. Dieses Thema sollte sodann am Folgetag auch im Mittelpunkt stehen.

Der Samstag begann morgens mit einem kurzen Einstiegsvortrag über die Ursprünge und Entstehung der AfD, bei dem deren radikalisierende Entwicklung innerhalb der letzten Jahre aufgezeigt wurde. 

Anschließend wurden drei Arbeitsgruppen gebildet, die sich jeweils mit der Gesellschaftspolitik, der Wirtschafts- und Sozialpolitik, oder der völkischen Ausrichtung der AfD anhand einiger Zitate aus dem AfD Grundsatzprogramm auseinandersetzen sollten. Außerdem sollten den jeweiligen AfD Positionen die Position der DGB-Gewerkschaften gegenüber gestellt werden.

 

DGB Ufr.

Für das Gesellschaftsbild der AfD zeigte sich, dass dieses rückwärtsgewandt ausgerichtet ist, da jeder gesellschaftliche Fortschritt abgelehnt wird. Beispielhaft dafür standen das Familienbild der AfD, sowie die Themen Gender, Waffenrecht und der Umgang mit behinderten Menschen. Beim Thema Klimaschutz wurde zudem deutlich, dass sich die AfD der „alternativen Fakten“ bedient und den Klimawandel leugnet.  

Die wirtschafts- und sozialpolitische Ausrichtung der AfD wurde anhand der Themen Sozialversicherung, Rente, Besteuerung und den allgemeinen Staatsaufgaben verdeutlicht. Hierbei wurde die unsoziale und neoliberale Grundhaltung der Partei deutlich, die den „schlanken Staat“ fordert und im Sinne von Hayeks, den Markt nicht beschränken und gleichzeitig die Wohlhabenden steuerlich entlasten will. Wo die dadurch verringerten Staatseinnahmen eingespart werden sollen, wurde anhand eines Zeitungs-Interviews von Frauke Petry zum Thema Rente verdeutlicht.

Die völkisch-nationale Ideologie der AfD wurde anhand der Forderungen nach einer deutschen Leitkultur, der Einschränkung der Religionsfreiheit und der generellen Ablehnung des Islams deutlich. Hier zeigte sich neben einer ausgeprägten Islamophobie auch die ausgrenzende völkisch-nationale Grundhaltung der Partei.

 

DGB Ufr.

DGB Ufr.

 

Alles in allem wurde deutlich, dass die AfD mit der Angst der Menschen spielt und ihrerseits keine Lösungen anbieten kann.

Zum Abschluss wurden anhand der Frage, wie man sich mit der AfD am besten auseinandersetzt, von den Teilnehmern noch einige Punkte zusammengetragen und diskutiert. Für Gewerkschaften stehen demnach insbesondere die Aufklärung durch Qualifizierung und das Demaskieren und Kritisieren der AfD-Programmatik im Mittelpunkt. Dabei sollen bewusst die Inhalte des AfD-Programms thematisiert werden und darüber aufgeklärt werden. Die Auseinandersetzung mit AfD-Funktionären wurde hingegen überwiegend als sinnlos erachtet.

Zusammenfassend lässt sich das Wochenendseminar als voller Erfolg bezeichnen. Dies wurde nicht zuletzt aufgrund der durchgehend positiven Resonanz der Teilnehmer deutlich.


Nach oben