Deutscher Gewerkschaftsbund

02.06.2017
DGB Kreisverband Schweinfurt

DGB: Martin Schmidl neuer Kreisvorsitzender

Gute Rente beherrschendes Konferenzthema

neuer DGB Kreisvorstand Schweinfurt

neuer DGB Kreisvorstand Schweinfurt DGB KV Schweinfurt

Der DGB Schweinfurt hat einen neuen ehrenamtlichen Kreisvorsitzenden. Mit einem Vertrauensvorschuss von 100% wählten 35 stimmberechtigte Delegierte den ver.di- Rechtssekretär Martin Schmidl im Naturfreundehaus zum Nachfolger von Frank Firsching. Der 30jährige Schmidl ist Volljurist, er berät und vertritt hauptberuflich Mitglieder von ver.di in allen Fragen des Arbeits- und Sozialrechts. Firsching selbst bleibt als Geschäftsführer des DGB Unterfranken weiter unterstützend und beratend für den Kreisvorstand Schweinfurt tätig.

Trotz des Generationenwechsels wird es eine inhaltliche Kehrtwende mit Schmidl nicht geben, wie der frisch gewählte Kreisvorsitzende schon in seiner Bewerbungsrede klarstellte. Er möchte die erfolgreiche Arbeit des bisherigen Kreisvorstandes fortsetzen und wie Firsching als „Stimme der abhängig Beschäftigten in Schweinfurt wahrgenommen werden“, so Schmidl. Kümmern will sich Schmidl mit seinem DGB Kreisvorstand um Verbesserungen in der gesetzlichen Rente, eine Ausweitung des Kündigungsschutzes für die Arbeitnehmerschaft, die paritätische Finanzierung der Sozialversicherungen, sowie um die Gleichstellung der Geschlechter. Ein besonderes Augenmerk will er zudem auf die Weiterentwicklung der gewerkschaftlichen Jugendarbeit legen.

Neben Firsching wurde auch der stellvertretende DGB Kreisvorsitzende Jens Öser (IG Metall) verabschiedet. Wie Frank Firsching, machte auch Öser Zeitgründe für seinen Verzicht auf ein erneutes Engagement im Kreisvorstand geltend. Öser ist seit kurzem als 2. Vorsitzender des FC 05 Schweinfurt tätig und in dieser Funktion mit den Vereinsfinanzen betraut. Im Geschäftsbericht des Kreisvorstandes stellte Jens Öser die vielfältigen Veranstaltungen und Aktion des DGB in Schweinfurt dar. Von den traditionellen Maikundgebungen, über den Antikriegstag zu Veranstaltungen wie dem DGB Rentenkongress vom Februar diesen Jahres bis zum beeindruckenden Besuch von Amrirul Haque Amin, dem Präsidenten der Textilarbeitergewerkschaft von Bangladesch aus dem Jahr 2015. Insbesondere dankte er unter großem Applaus Frank Firsching für die Gründung von „Schweinfurt ist bunt“ und sein unermüdliches Engagement für eine demokratische und tolerante Gesellschaft, die sich gegen Ausgrenzung und Rechtsextremismus wendet.

Delegierte der Einzelgewerkschaften

Delegierte der Einzelgewerkschaften DGB KV Schweinfurt

Mit Lob für den DGB und Frank Firsching sparte auch Bürgermeister Karl- Heinz Kauczok in seinem Grußwort der Stadt Schweinfurt nicht. Ohne den täglichen Einsatz der Gewerkschaften über Jahrzehnte hinweg seien die Erfolge der Industriestadt Schweinfurt undenkbar, so Kauczok.

Anträge: Gute Rente, Steigerwald- Express und Nazipartei-Verbot

Auch inhaltliche hatte die Konferenz einiges zu bieten. Drei Anträge mit völlig unterschiedlichen Themen standen zur Beratung. Darunter ein Antrag der IG Metall Schweinfurt zum „Neuaufbau einer solidarischen Alterssicherung“, der im Kern die Einführung einer Erwerbstätigenversicherung fordert, in der auch Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Parlamentarier einbezogen werden sollen. Außerdem das Rentenniveau wieder ansteigen lässt, um Altersarmut zu vermeiden. In der Konferenz wurde der Antrag ergänzt um die Rücknahme der Rente ab 67 Jahren und den ungekürzten Rentenzugang ab 45 Beitragsjahren. Dieser Vorstoß wurde ebenso einstimmig begrüßt wie die „Wiederinbetriebnahme der Steigerwald- Express“ für den Personen- und Güterverkehr, der 1987 stillgelegten Bahnverbindung zwischen Schweinfurt und Kitzingen- Etwashausen. Auslöser des Antragbegehrens war die Ansiedlung des Schaelffler- Logistikzentrums in Kitzingen. Überaus positive Effekte verspricht sich der DGB für die touristische Entwicklung der Steigerwald- Gemeinden um Gerolzhofen. Erwartet einstimmig wurde auch der Antrag des DGB Kreisvorstands zum Verbot der Nazi- Kleinstpartei „der III. Weg“ verabschiedet.

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