Deutscher Gewerkschaftsbund

25.05.2016

Workshop der Arbeitnehmerbänke der unterfränkischen IHK-Berufsbildungsausschüsse

Tagesordnung einer BBA Sitzung

Tagesordnung einer BBA Sitzung DGB Unterfranken

Aschaffenburg. Einmal jährlich organisiert das DGB Büro in Aschaffenburg einen Workshop zum Thema „Arbeit in den Berufsbildungsausschüssen“.
DGB Regionssekretär Björn Wortmann, der die beiden unterfränkischen IHK-Berufsbildungsausschüsse betreut, konnte auf dem Workshop hauptamtliche Gewerkschaftssekretäre der IG Metall, IGBCE und Ver.di genauso begrüßen wie Kollegen der GEW und alternierende Vorsitzende. Intensiv wurde über Herausforderungen in der beruflichen Bildung diskutiert und Themen für die künftige Arbeit in den BBA besprochen.

Das Berufsbildungsgesetz sieht eine gleichberechtigte Mitarbeit von ArbeitnehmerInnen in den Berufsbildungsausschüssen (BBA) der Industrie und Handelskammern vor. In den BBA werden u.a. Prüfungsordnungen erlassen, Ausbildungsregelungen verabschiedet und Statistiken über neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse und Prüfungsergebnisse diskutiert. Seitdem viele junge Menschen mit Fluchthintergrund in der Region leben, wird auch intensiv über Möglichkeiten gesprochen, Geflüchteten, den Weg ins duale Ausbildungssystem zu ebnen. Das sind nur einige spannende Themen, die in den BBA debattiert werden. „Die berufliche Bildung ist kontinuierlich in Bewegung“, meint DGB Regionssekretär Björn Wortmann. „Dieser Wandel wird von den Arbeitnehmerbänken in den BBA aktiv begleitet.“

Daher wurde auf dem Workshop über aktuelle Entwicklungen in der Berufsausbildung informiert und ein direkter Austausch kammerübergreifend ermöglicht. Dabei wurden gemeinsame Themen und Ziele identifiziert und das nötige Handwerkszeug für die Arbeit im BBA vermittelt.

Insbesondere die Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben oder in der Probezeit gekündigt wurden oder die Ausbildung abgebrochen haben, will man in Zukunft stärker in den Fokus nehmen. „Ziel muss es sein, die Ausbildungschancen für alle Jugendlichen zu erhöhen und einen erfolgreichen Abschluss zu ermöglichen. Denn noch immer gibt es zu viele Jugendlichen ohne Berufsausbildung“, meint Wortmann. Wenn es viele Jugendliche in besonderen Lebenslagen gibt, muss man auch darüber sprechen, in wie weit sich die Anforderungen an die Ausbilder verändern - insbesondere wenn es um mehr als um reine technische, praktische und inhaltliche Wissensvermittlung geht. Es gibt Tarifverträge und Initiativen der Sozialpartner bspw. in der chemischen Industrie „Start in den Beruf“, die Chancen für Jugendliche auf einen Ausbildungsplatz erhöhen.

Ausbildungsreport

Ausbildungsreport DGB Unterfranken

In den letzten Jahren wurde in den BBA auch immer wieder das Thema „Menschen mit Behinderung - Ausbildung nach §66BBiG/§42HwO“ diskutiert. Auf dem Workshop wurden die gesetzlichen Grundlagen und gewerkschaftlichen Anforderungen vorgestellt und deutlich gemacht, dass nur in begründeten Ausnahmefällen, in denen Art oder Schwere der Behinderung dies nicht erlauben, eine Ausbildung speziell für Menschen mit Behinderung zu rechtfertigen ist. Dabei muss die Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigt werden und es darf nur einen Bezugsberuf geben. Ansonsten müssen Regelungen über einen sogenannten Nachteilsausgleich getroffen werden.

Zum Schluss des thematisch abwechslungsreichen Workshops wurde über die geplante Novellierung des Berufsbildungsgesetzes und die Allianz für Aus- und Weiterbildung mit dem Schwerpunkt Assistierte Ausbildung informiert.


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