Deutscher Gewerkschaftsbund

04.06.2016

DGB-Kreisverbände vereinbaren Bundeslandübergreifende Zusammenarbeit

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WÖRTH. Zu einem gewerkschaftlichen Meinungs- und Erfahrungsaustausch trafen sich Mitglieder des DGB-Kreisverbandes Aschaffenburg-Miltenberg und des benachbarten DGB-Kreisverbandes Odenwaldkreis in Wörth am Main. Viele Beschäftigte, die am bayerischen Untermain oder dem südhessischen Odenwaldkreis wohnen, haben ihren Arbeitsplatz jenseits der Landesgrenze. Fragen der Infrastruktur- und Verkehrspolitik sollen deshalb gemeinsam angegangen werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeitsmarktpolitik. Zentrales Ziel des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften ist die Eindämmung von prekären Beschäftigungsverhältnissen, die Durchsetzung von guter Arbeit und guten Löhnen sowie die Verbesserung der Zukunftschancen insbesondere der jungen Generation. Viele junge Menschen haben noch nie einen unbefristeten Arbeitsvertrag gesehen und müssen sich von einer Befristung zur nächsten durchhangeln. Für den DGB ist klar: „Das unbefristete, tariflich entlohnte Arbeitsverhältnis muss wieder zum Normalfall werden“, betonen die DGB-Kreisvorsitzenden Rudi Großmann (Aschaffenburg-Miltenberg) und Harald Staier (Odenwaldkreis). „Dafür setzen sich die Gewerkschaften im Betrieb und der DGB auf politischer Ebene ein.“

Ein weiterer zentraler Arbeitsschwerpunkt der beiden DGB-Kreisverbände ist das Thema Alterssicherung: „Mit der geplanten Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent produziert die Politik sehenden Auges Altersarmut, die bis weit in die Mitte der Gesellschaft hineinreicht. Das trifft vor allem die jetzt noch Jüngeren mit voller Härte. Der freie Fall der Renten muss endlich gestoppt, die gesetzlichen Rentenversicherung als zentrale Säule der Alterssicherung muss wieder gestärkt und das Rentenniveau deutlich erhöht werden“, so die gemeinsame Forderung. „Die Gewerkschaften kämpfen für gute Löhne und gute Renten. Beides gehört zusammen. Gute Löhne sind der beste Schutz vor Altersarmut“, so Staier und Großmann.

Der DGB Odenwaldkreis und der DGB Aschaffenburg-Miltenberg setzen sich für einen handlungsfähigen Staat und für Verteilungsgerechtigkeit ein: „Die Steuererleichterungen für Konzerne und Reiche haben enorme Löcher in den Staatshaushalt gerissen. Das Ergebnis dieser Politik sind ein riesiger Investitionsstau, unterfinanzierte Städte und Gemeinden, abgemagerte Bildung und immer weniger Beschäftigte für immer mehr Aufgaben. Wer einen handlungsfähigen Staat will, muss für eine bessere Finanzausstattung des Bundes, der Länder und der Kommunen eintreten. Hohe Gewinne, große Vermögen, Spitzeneinkommen und millionenschwere Erbschaften müssen endlich wieder angemessen besteuert werden“, machen DGB-Regionssekretär Björn Wortmann (Unterfranken) und Horst Raupp (Südhessen) deutlich. „Steuern sind zum Steuern da. Nur Reiche können sich einen armen Staat leisten.“

Die DGB-Kreisverbände Aschaffenburg-Miltenberg und Odenwaldkreis werden sich auch weiterhin aktiv gegen Rassismus, rechte und rechtspopulistische Parolen und gegen Neofaschismus engagieren: „Für rassistische Hetze und für braune Parolen ist in Unterfranken und in Südhessen kein Platz.“ Der Austausch zwischen beiden Kreisverbänden soll im Odenwaldkreis fortgesetzt werden.


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