Deutscher Gewerkschaftsbund

30.06.2016

Pflegepersonal bei Helios in Not

DGB Ufr.

Bad Kissingen. Die Stimmung bewegt sich irgendwo zwischen kämpferischer Überzeugung, entschlossenem Trotz und gefühlter Aussichtslosigkeit. Etwa 100 Pflegerinnen und Pfleger des Helios- Kliniken Bad Kissingen und Hammelburg befinden sich im zweitägigen Warnstreik (29./ 30.06.). Sie wollen anständige Arbeitsbedingungen und eine finanzielle Annährung an die Bezahlung der Kolleginnen im kommunalen Krankenhäusern, dem TVöD.

Doch der Arbeitgeber stellt sich stur. Er verweigert eine bessere Personalausstattung, bleibt im Lohnangebot bescheiden und versucht sogar das Streikrecht der Beschäftigten zu unterlaufen. So haben die Helios- Kliniken Bad Kissingen und Hammelburg die im Streikfall üblichen Notdienstvereinbarungen mit ver.di verweigert. Diese Vereinbarungen sorgen dafür, dass eine Notbesetzung im Krankenhaus verbleibt, um die Patientenversorgung während des Warnstreiks sicher zu stellen. Dafür können dann die anderen Beschäftigten mit gutem Gewissen ihrem Streikrecht nachgehen.

DGB Ufr.

Trotz alledem ließen sich viele Pflegerinnen und Pfleger nicht einschüchtern und demonstrierten Geschlossenheit. Der Kern ihrer Forderung, wie die zuständige ver.di- Gewerkschaftssekretärin Marietta Eder unter großem Applaus betonte, heißt „Mein Frei gehört mir“. So gehört es bei den Helios- Kliniken wohl zum Alltag, dass Pflegekräfte, die während ihrer Freischichten vom Arbeitgeber als Bereitschaftsdienst angesehen werden und ständig zum Einspringen genötigt werden. Die Folge ist wochenlange Arbeit ohne Pause. Dagegen wehren sich die Betroffenen nun lautstark. Sie fordern eine verbindliche tarifliche Regelung „zum Holen aus dem Frei“. Dazu gehört eine Begrenzung auf 2x im Monat und 100 Euro zusätzliche Vergütung. Im ver.di Streikaufruf heißt es dazu: „Wir wollen dem laufenden Einspringen aus der Freizeit einen Riegel vorschieben, das Engagement der Beschäftigten finanziell honoriert wissen und weiteren Personalabbau verhindern. Zugleich würde unsere Forderung den Arbeitgeber zwingen, Dienstpläne ernster zu nehmen, was letztlich nicht ohne Personaleinstellungen zu machen ist. Gezeigt hat sich, der Arbeitgeber will das auf keinen Fall.“

Die zweite Forderung betrifft die Lohnhöhe. Weil die Löhne des privaten Krankenhausbetreibers deutlich unter denen des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes liegen will ver.di eine schrittweise Angleichung. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss auch für private Konzerne gelten.

DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching bekräftigte in seiner Ansprache die Pflegerinnen und Pfleger für ihre berechtigten Interessen solidarisch zusammen zu stehen. „Jeder Patient will im Krankenhaus eine gute Pflege, die den Genesungsprozess unterstützt. Deshalb sollten wir alle an eurer Seite stehen um Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass eine gute Pflege möglich ist.“

DGB Ufr.


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