Deutscher Gewerkschaftsbund

03.05.2016
IG Metall Schweinfurt

Wetter prima, Stimmung top, über 4.000 folgen IG Metall Warnstreikaufruf

Peter Kippes und Thomas Höhn

Peter Kippes und Thomas Höhn DGB Kreisverband Schweinfurt

Schweinfurt. Gewohnt kraftvoll verlief der 1.Warnstreik der Schweinfurter Metaller in dieser Tarifrunde. Für 5 Prozent mehr Geld legten mehr als 4.000 Beschäftigte der Schweinfurter Industrie für einige Stunden die Arbeit nieder. In drei Demonstrationszügen bewegten sich die Streikenden sternförmig auf den Kundgebungsplatz an der Hahnenhügelbrücke zu.

Schon vor Schichtbeginn ab 5 Uhr erhielten die Beschäftigten den IG Metall Warnstreikaufruf an den Betriebstoren der Industriebetriebe ZF, ZF Handel, Scheaffler, SKF, Bosch-Rexroth und SRAM. Ihr organisatorisches Geschick bewiesen wieder einmal die IG Metall-Vertrauensleute in den Betrieben, die überall zuverlässig dafür sorgen, dass Warnstreiks auch funktionieren. Zur Funktionalität von Demonstrationen und Kundgebungen unabdingbar nötig sind die Ordnungs- und Sicherkräfte der Polizei. IG Metall- Sekretär und Moderator der Kundgebung, Thomas Höhn, bedankte sich auch aufrichtig für die gute Zusammenarbeit „mit den Kollegen der Polizei, von denen auch viele in unserer Schwestergewerkschaft GdP organisiert sind“. Bei prima Wetter und so richtig cooler musikalischer Streikbegleitung des jungen Urbayern Michi Blindfreddy waren die Rahmenbedingungen für einen gelungenen Streiktag allemal erfüllt. Dazu war zu spüren, dass viele Kolleginnen und Kollegen echt sauer sind, über das mickrige Angebot der Arbeitgeberseite von 2,1 Prozent auf zwei Jahre

Schweinfurts IG Metall-Chef Peter Kippes fiel es nicht schwer die Stimmung aufzugreifen, um in einer entschlossenen Rede klar zu machen, dass ein Billigabschluss für die IG Metall nicht in Frage kommt. Wenn die Arbeitgeber nicht bereit seien das Angebot signifikant zu verbessern sei die IG Metall streikbereit. Bevor eine Urabstimmung für einen unbefristeten Streik anstünde, sei die IG Metall entschlossen mit 24-Stunden-Streiks in ausgewählten Betrieben eine neue Streikform auszuprobieren. Der tosende Beifall der Streikenden belegte die optimistische Einschätzung von Kippes „das kriegen wir hin!“.

Zuvor hatte mit Fabian Hofmann der Vorsitzende des Ortsjugendausschuss der IG Metall aufgerufen die Verhältnisse im Land zu verändern und für mehr Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen. Es können nicht angehen, dass die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung über 60 Prozent des Gesamtvermögens verfüge, während die Hälfte der Bevölkerung im Besitz von wenigen als einem Prozent des Gesamtvermögens wäre. Sinan Öztürk, ver.di Geschäftsführer, hieb in die gleiche Kerbe und rechnete vor, dass alleine die DAX Konzerne 2015 Gewinne von über 41 Milliarden Euro ausgewiesen hätten. Das seien 41 Milliarden Gründe für eine fünfprozentige Lohnerhöhung. Die solidarischen Grüße der DGB-Familie überbrachte DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching, der getreu dem Motto zum 1.Mai 2016 „mehr Solidarität“ einforderte.

DGB Kreisverband Schweinfurt


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