Deutscher Gewerkschaftsbund

20.06.2016

DGB vermittelt Wirtschaftstheorien von Smith bis Marx, Keynes und Hayek

DGB Ufr.

Würzburg. Wie funktioniert eine Volkswirtschaft? Welche Voraussetzungen sind nötig, damit sich eine Volkswirtschaft gedeihlich entwickelt? Welche Rollen spielen dabei Arbeit und Kapital? Wozu wird ein Staat benötigt? Und wessen Interessen stecken hinter welcher politischen Entscheidung? Das Wochenendseminar „Grundlagen der Ökonomie in Theorie und Praxis“ des DGB Unterfranken hat Antworten gegeben.

Im Rahmen ihres Bildungsauftrags hat die DGB Region dieses Seminar in die Jahresplanung aufgenommen. Es steckte der Gedanke dahinter grundlegendes zu vermitteln. Als Referent konnte mit Wolfgang Veiglhuber vom DGB Bildungswerk Bayern ein ausgesprochener Fachmann gewonnen werden, der das Wochenendseminar wegen der Kürze der Zeit und des umfangreichen Auftrags vorneweg als „Crashkurs“ bezeichnete. Und der war es dann auch. Denn an einem Tag und einem Abend die Wirtschaftstheorien des Neoliberalismus, der Keynesianismus und des Marxismus auch nur in den Grundzügen aufzunehmen ist schon hartes Brot. So waren die methodischen Möglichkeiten auf zielgerichteten Frontalunterricht mit Diskussion begrenzt, da für eine intensive Befassung in Arbeitsgruppen und Planspielen einfach die Zeit fehlte. Nichts desto trotz arbeiteten alle eifrig mit und werteten das Seminar als aufschlussreich und unbedingt nötig, um wirtschaftliche Zusammenhänge zu durchdringen. Außerdem helfe es ungemein aktuelle politische Entscheidungen einzuordnen.

 

 

Insofern handelt es sich bei Wirtschaftstheorien die mehr als 150 oder 200 Jahre alt sind keineswegs um „olle Kamellen“. Sie sind täglich präsent und aktuell. Nur die Zuordnung zu denselben fehlt uns ab und an. Nehmen wir beispielshaft den gesetzlichen Mindestlohn oder die Deregulierungspolitik der Ära Schröder, die Agenda 2010. Während der gesetzliche Mindestlohn als Maßnahme zur Sicherung der privaten Nachfrage einzuordnen ist, war das Bestreben der Agenda 2010 die angebotsseitigen Rahmenbedingungen zu verbessern. Und diese Überlegungen gehen auf die Neoklassik zurück, deren Theorie es ist die Wirtschaft von Regeln zu befreien, damit sie sich ungestört entfalten könne. Ein gesetzlicher Mindestlohn ist den Verfechtern dieser Denkweise ein Graus. Denn er greift ebenso in das „freie Spiel der Kräfte“ ein, wie ein Tarifvertrag der verbindliche Löhne garantiert. Getreu dem Motto „wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht“ fußt diese Theorie auf den Glauben Angebot und Nachfrage lösten auf dem Markt alle Probleme durch eine „unsichtbare Hand“. Ob dabei Menschen für Hungerlöhne arbeiten müssen interessiert diese Theorie nicht. Für Keynes hingegen sind Löhne nicht nur Kosten, sondern auch Nachfrage. Seiner Ansicht nach ist die Nachfrage der entscheidende Hebel zur Belebung einer Volkswirtschaft. Entgegen den Neoliberalen schreibt Keynes auch dem Staat eine wichtige Rolle in der Volkswirtschaft zu.

Während die Klassik, die Neoklassik, der Neoliberalismus und auch Keynes den Kapitalismus bejahen, lehnt Marx ihn ab. Marx schreibt dem Kapitalismus einen einzigen systemischen Zweck, nämlich der Kapitalvermehrung, zu. Seine Arbeiten sezieren des kapitalistischen Systems in einmaliger Weise. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass sich das Kapital in einem systemischen Prozess den Mehrwert von Arbeit ausbeuterisch aneignet.

DGB Ufr.


Nach oben