Deutscher Gewerkschaftsbund

02.05.2016
DGB Kreisverband Schweinfurt

DGB Maikundgebung: „Solidarität statt Ausgrenzung“

DGB Kreisverband Schweinfurt

Schweinfurt. Es war ein wunderbarer Tag. Der internationale Tag der Arbeit, der 1.Mai, in der Kugellagerstadt Schweinfurt. Gut 600 Menschen besuchten die DGB Maikundgebung auf dem Georg-Wichtermann-Platz im Herzen der Stadt. Hernach wurde bis in den Abend bei musikalischer Unterhaltung des Duos Genusswerk bei warmen Frühlingswetter gemütlich.

Doch es wurde auch politisch. Mit Jürgen Kerner, dem Hauptkassier der IG Metall, hielt gewerkschaftliche Prominenz die Rede zum 1.Mai. Deutliche Worte fand Kerner bei einer ganzen Reihe von gesellschaftspolitischen Themen. Darunter die deutliche Absage an eine Rente mit 67 oder gar 70, dafür die Rückkehr zu einer Rente, die den Lebensstandard im Alter sichert: „Das gesetzliche Rentenniveau muss stabilisiert und dann erhöht werden.“ Dazu forderte das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall die Wiederherstellung des paritätisch Beitrags in der gesetzlichen Krankenkasse: „Vor zehn Jahren wurde die hälftige Finanzierung des Krankenversicherung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer abgeschafft. Das war falsch! Seitdem zahlen die Beschäftigten alle Kostensteigerungen allein. Im Jahr 2016 macht das einen Betrag von 14 Milliarden Euro aus.“

In Sauseschritt benannte Kerner viele weitere Themen mit der gewerkschaftlichen Positionierung dazu: Unterschiedliche Löhne bei gleicher Leistung für Männer und Frauen „ungerecht“ und „muss ausgeglichen werden“. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss auch für Leiharbeiter oder Arbeitnehmer im Werkvertrag gelten. Die Verbreitung tarifvertraglicher Bindung ein zentrales Gewerkschaftsthema, weil in Betrieben ohne Tarifbindung im Schnitt 24,6% weniger Lohn gezahlt wird, Jürgen Kerner: „Wir brauchen zwingen mehr Ordnung am Arbeitsmarkt. Durch Tarifverträge, aber auch durch Gesetz. Zeit für mehr Solidarität – auch in der Politik!“

Jürgen Kerner, IG Metall Hauptkassier

Jürgen Kerner, IG Metall Hauptkassier DGB Kreisverband Schweinfurt

Für Solidarität, so Kerner, sei die Region Schweinfurt bekannt, weshalb er sehr gerne hier her gekommen sei. Er erinnerte an das Jahr 2010 als in der Rhön 10 000 Menschen die um ihre Arbeitsplätze kämpfende Siemensianer am Standort Bad Neustadt bei einer Kundgebung der IG Metall solidarisch unterstützen, oder auch an den vergangenen Donnerstag, als in Schweinfurt 800 Menschen dem Aufruf von Schweinfurt ist bunt folgten und den Hetzern der AfD die rote Karte zeigten. „Die Gewerkschaften treten für eine offene Gesellschaft ein  -eine Gesellschaft, in der jede und jeder eine faire Chance und ein auskömmliches Einkommen haben soll.“ Rassismus und Sexismus, Hetze und Gewalt erteilte der Hauptredner eine klare Absage. Der AfD bescheinigte er Ausländer- und Arbeitnehmerfeindlichkeit. Er rief die Bürgerinnen und Bürger dazu aus „rechten Rattenfängern“ nicht auf den Leim zu gehen.

Fachkräftesicherung, Berufsausbildung, Mitbestimmung, Digitalisierung und die Absage an Freihandelsabkommen, die Umwelt- Verbraucher- und Arbeitnehmerschutzstandards senken wollen, waren weitere Themen seiner, durch Applaus immer wieder unterbrochenen, beachtlichen Rede.

Der Metaller vergaß auch nicht auf die ungerechte Vermögensverteilung und die widerliche Flucht in Steueroasen anzuprangern. Auf der Habenseite verbuchte er die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns, der 3,7 Millionen Beschäftigten dringend notwendige Lohnerhöhungen einbrachte. Aber es bleibe dabei, dass dieser Lohn nur das Mindeste sei und gute Arbeit grundsätzlich gute Löhne verdiene!

Zuvor eröffnete DGB Kreisvorsitzender Frank Firsching die Kundgebung und konnte mit MdEP Kerstin Westphal (SPD), MdB Klaus Ernst (DIE LINKE), Schweinfurts Bürgermeisterin Sorya Lippert (CSU), den stellvertretenden Landrat Peter Seifert (FW), die Bezirksräte Angelika Strobel (DIE LINKE) und Stefan Funk (CSU), sowie einer ganzen Reihe von Stadt- und Kreisräten jede Menge politischer Prominenz begrüßen.

 

Hier kann die Maizeitung des DGB Unterfranken heruntergeladen werden:


Nach oben