Deutscher Gewerkschaftsbund

03.05.2016
Zeit für mehr Solidarität

1. Mai 2016 in Würzburg

900 Kolleginnen und Kollegen folgten dem DGB Aufruf in Würzburg, zogen in einem bunten Demonstrationszug zum Unteren Markt, wo die Maikundgebung der Gewerkschaften stattfand.

900 Kolleginnen und Kollegen folgten dem DGB Aufruf in Würzburg, zogen in einem bunten Demonstrationszug zum Unteren Markt, wo die Maikundgebung der Gewerkschaften stattfand. DGB Würzburg

Würzburg. Die Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlies Tepe, sprach auf der Maidemonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Würzburg. 900 Kolleginnen und Kollegen folgten dem DGB Aufruf in Würzburg, zogen in einem bunten Demonstrationszug zum Unteren Markt, wo die Maikundgebung der Gewerkschaften stattfand.

"Zeit für mehr Solidarität" war das Motto und davon brauche unsere Gesellschaft mehr, so Tepe: "Solidarität zwischen den Alten und Jungen, den Starken und Schwachen, mit den Ausgegrenzten und mit den Arbeitenden". Den rechten Tendenzen, Anfeindungen, Vorurteilen erteilte sie eine klare Absage: "Aus unserer gewerkschaftlichen Grundhaltung heraus werden wir da nicht wuschelig“, sagte sie mit lobendem Bezug zu Würzburg, wo Rechtsextremismus auf eine breite solidarischen Widerstand der Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft trifft.

Im Bund wie in Bayern fordert sie solidarisches Handeln auch vom Staat. 10.000 berufschulpflichtige Flüchtlingskinder sind in Bayern nicht in Schulen. "Die Kinder sind schon da. Wo ist die inklusive Politik?" Damit kritisierte sie scharf die Pläne der bayerischen CSU-Regierung, ein "Integrationsgesetz" zu verabschieden, das ein "Integrationsverhinderungsgesetz" sei. Wer glaube, dass auf Generalverdacht basierende schärfere Vorschriften pädagogische Betreuung, infrastrukturelle Investitionen und den Abbau von Vorurteilen befördere, der irre.

"Länger arbeiten für immer weniger Geld, das ist keine Perspektive", betonte die 63jährige Gewerkschaftsführerin, die in der kommenden Woche mit Finanzminister Schäuble zusammentreffen wird, der jüngst über eine weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit schwadroniert hatte. "Den Sinkflug der Rentenpolitik müssen wir stoppen."

"Länger arbeiten für immer weniger Geld, das ist keine Perspektive", betonte Marlis Tepe, die Hauptrednerin am 1. Mai 2016 in Würzburg. DGB Würzburg

Am Feiertag der Arbeiterbewegung stellte sie menschenwürdige Arbeit in den Mittelpunkt ihrer Rede. Wer am Mindestlohn säge, sich der Reform der Leiharbeit und der Werkverträge verschließe wie die konservative Staatsregierung, müsse mit härtestem Widerstand der Gewerkschaften rechnen: "Wir brauchen eine neue Ordnung der Arbeit, hier ist Zeit für Solidarität“, forderte sie.

"Länger arbeiten für immer weniger Geld, das ist keine Perspektive", betonte die 63jährige Gewerkschaftsführerin, die in der kommenden Woche mit Finanzminister Schäuble zusammentreffen wird, der jüngst über eine weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit schwadroniert hatte. "Den Sinkflug der Rentenpolitik müssen wir stoppen."

"Ein handlungsfähiger Staat ist der Grundpfeiler sozialen Handelns“, so Tepe. Damit forderte sie, die Einnahmen, die dem Staat zustehen zu erhöhen. "Eine gerechte Besteuerung hoher Einkommen, großer Erbschaften und umfangreicher Vermögen ist das Gebot der Stunde. Die Zeit für Modellprojekte sei vorbei.

"Investitionen in Bildung, Inklusion und Solidarität sind Investitionen in unsere Zukunft. Davon brauchen wir mehr."

DGB Sekretär Norbert Zirnsak und die DGB Kreisvorsitzende Karin Dauer gingen in ihren Reden auf die örtliche Lage ein. Dauer kündigte ein weiteres DGB Engagement in Sachen Wohnraumsituation an. Außerdem warb sie für einen fortgesetzten Protest gegen die Freihandelsabkommen TTIP, CETAT und TISA. Norbert Zirnsak betonte die Notwendigkeit des Maifeiertages der Gewerkschaften:

Im Rahmenprogramm waren Songs der DGB Band zu hören. An zahlreichen Infoständen konnten sich die Kundgebungsteilnehmer informierten und nach den Maireden blieben viele Kolleginnen und Kollegen noch zum Frühschoppen am Unteren Markt.

Im Rahmenprogramm waren Songs der DGB Band zu hören. DGB Würzburg

 „Gerade in einer Zeit in der die Reichen ihren Reichtum in immer neue Höhen treiben ist es unvermindert wichtig für soziale Gerechtigkeit auf die Straße zu gehen“. Mit Blick auf die AFD sagte Norbert Zirnsak: „Dieser Partei gehe es nicht um Demokratie und Gerechtigkeit. „Wer mehr Solidarität, Demokratie und Glaubwürdigkeit in der Politik will, der hat mit der sogenannten Alternative für Deutschland nichts am Hut und sorgt dafür, dass sie schleunigst wieder von der Bildfläche verschwindet.“

Der Betriebsratsvorsitzende bei Terex, Matthias Knöpflein von der IG Metall sprach über die Lage in seinem Unternehmen. Er warb für Solidarität im aktuellen Tarifkampf der IG Metall und machte auf die Situation der Beschäftigten des Unternehmens aufmerksam, die sich derzeit um den Fortbestand ihrer Arbeitsplätze in dem Unternehmen sorgen.

Im Rahmenprogramm waren Songs der DGB Band zu hören. An zahlreichen Infoständen konnten sich die Kundgebungsteilnehmer informierten und nach den Maireden blieben viele Kolleginnen und Kollegen noch zum Frühschoppen am Unteren Markt.

Fronttransparent bei der Demo. 900 Kolleginnen und Kollegen kamen zum 1. Mai nach Würzburg

Fronttransparent bei der Demo. 900 Kolleginnen und Kollegen kamen zum 1. Mai nach Würzburg DGB Würzburg

Volles Haus am Unteren Markt

Volles Haus am Unteren Markt DGB Würzburg

Norbert Zirnsak

Norbert Zirnsak DGB Würzburg

Marlis Tepe

Marlis Tepe DGB Würzburg

Fleißige Helfer: Die NGG Kollegen bei der Würzburger Hofbräu

Fleißige Helfer: Die NGG Kollegen organisieren den Getränkestand DGB Würzburg

ver.di Kolleginnen un Kollegen am Inostand

ver.di Kolleginnen un Kollegen DGB Würzburg

Maivorabend in Würzburg. Wir sitzen mit Marlis Tepe, Laura Wallner, Karin Dauer, Jörg Nellen, Helmut Radler und Daniel Schneider im Alten Kranen zusammen, um letzte Absprachen zum 1. Mai zu treffen.

Maivorabend in Würzburg. Wir sitzen mit Marlis Tepe, Laura Wallner, Karin Dauer, Jörg Nellen, Helmut Radler und Daniel Schneider im Alten Kranen zusammen, um letzte Absprachen zum 1. Mai zu treffen. DGB Würzburg


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