Deutscher Gewerkschaftsbund

17.05.2016
Der DGB rief und es kamen so viele, wie seit Jahren nicht mehr

1. Mai in Kitzingen

An der 1. Mai Kundgebung des DGB in Kitzingen beteiligten sich rund  150 Kolleginnen und Kollegen, so viele wie seit Jahren nicht mehr.

An der 1. Mai Kundgebung des DGB in Kitzingen beteiligten sich rund 150 Kolleginnen und Kollegen, so viele wie seit Jahren nicht mehr. DGB Würzburg

Kitzingen. An der 1. Mai Kundgebung des DGB in Kitzingen beteiligten sich rund 150 Kolleginnen und Kollegen, so viele wie seit Jahren nicht mehr. So könne dieser 1. Mai als großer Erfolg für die Gewerkschaften in Kitzingen gewertet werden. Die Resonanz belege die Lebendigkeit des 1. Mai und dass er nach wie vor zeitgemäß sei, sagte Sebastian Braun, Vorsitzender des DGB Kreisverbandes Kitzingen. "Der 1. Mai hat nicht an Bedeutung verloren, sondern wird als wichtiger Tag der Gewerkschaften erkannt und gelebt", so Braun.

Walther Mann, Kitzinger DGB Festredner und 1. Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg unterstrich in seiner Rede: „Wir feiern heute den 1. Mai als unseren Tag der Arbeit. Dieser Tag ist der Tag der Arbeiter, der Angestellten und der Auszubildenden, aber auch der Tag ihrer Familien! Er erinnert uns an all unsere Kämpfe, unsere Siege, aber auch Niederlagen, immer verbunden mit dem Ziel die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen zu verändern, zu verbessern. Er ist unser Tag und mehr als ein Ausflugs- und Feiertag, auch wenn er in der Regel so genutzt wird. Der 1. Mai steht für den sozialen Fortschritt. Der 1. Mai ist und bleibt der Kampftag der Arbeiterklasse und der Tag der Solidarität“.

Solidarität ist die Stärke der Gewerkschaften und so war Solidarität auch das Hauptthema des 1. Mai 2016. Solidarität mit den Flüchtenden, die vor Krieg, Terror und Hunger fliehen und deren buchstäbliche letzte Hoffnung Europa heißt. Als Beispiel nannte Mann die Situation in Syrien, wo ca. 12 Millionen Menschen auf der Flucht sind. Sie fliehen vor den Terror, den wir am Bildschirm miterleben, der für sie aber brutale Realität ist, geprägt vom Sterben und Überleben wollen. „Sie fliehen, erwarten Schutz und erleben Zäune, Schlagstöcke und Tränengas“, so Walther Mann weiter. Europa selbst ist dabei nicht in der Lage eine einheitliche Politik zu entwickeln und droht angesichts der Flüchtlingspolitik zu versagen. Gleichzeitig werden die Bewältigung der Flüchtlingskrise und der menschenwürdige Umgang mit den Flüchtlingen zu einem Prüfstein für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für unsere Demokratie. In seinen weiteren Ausführungen fordert der 1. Bevollmächtigte eine gute Arbeit, sicher und fair für alle.

 

Walther Mann, Kitzinger Festredner und 1. Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg unterstrich in seiner Rede: „Wir feiern heute den 1. Mai als „unseren Tag der Arbeit. Dieser Tag ist der Tag der Arbeitnehmer, der Arbeiter, der Angestellten, der Auszubildenden aber auch der Tag ihrer Familien!

Walther Mann, Kitzinger Festredner und 1. Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg unterstrich in seiner Rede: „Wir feiern heute den 1. Mai als „unseren Tag der Arbeit. Dieser Tag ist der Tag der Arbeitnehmer, der Arbeiter, der Angestellten, der Auszubildenden aber auch der Tag ihrer Familien! DGB Kitzingen

,Wir Gewerkschafter stellen fest, dass dort wo neue Arbeitsplätze entstehen, diese oft nur befristet, unsicher und schlecht bezahlt sind. So arbeiten heute über 8 Millionen Menschen im Niedriglohnsektor, immer mehr Menschen beziehen Hartz IV – trotz Arbeit, Hunderttausende Jugendliche finden keinen Ausbildungsplatz und Leiharbeit, Werkverträge und Befristungen legen zu. So bleibt Arbeit und Ausbildung für alle Gewerkschafter-Auftrag! Und zwar gute Arbeit, mit fairen Löhnen, Tarifverträgen und Sozialschutz!“ Die Gewerkschaften fordern die Regulierung von Leiharbeit und Werkverträgen und sie treten ein für die Verteidigung des Mindestlohns, der für Millionen Beschäftigte – vor allem im Osten mehr Lohn gebracht hat. Den Anstieg der Renten zum 1. Juli 2016 nahm Walther Mann zum Anlass um eine neue große Rentenreform zu fordern. Trotz festgelegter Rentensteigerung werden die Renten in den nächsten Jahren weiter fallen. Konkret heißt dies, dass die Rente des Durchschnittsverdiener von 2000 bis 2030 um rund einem Fünftel zurückgehen wird, womit für viele der soziale Abstieg oder gar die Armut im Alter schon jetzt vorprogrammiert ist, es sei die gesetzliche Rentenversicherung wird reformiert. So fordert die IG Metall eine neue große Rentenreform. Als Leitlinien einer neuen Rentenpolitik nennt Walther Mann:

„Der Beitragssatz muss sich an einer angemessenen Leistung im Alter orientieren – nicht die Leistungen an einer willkürlichen Beitragssatz-Obergrenze, wir brauchen eine angemessene Leistungshöhe der gesetzlichen Rente und die veränderten Erwerbsverläufe bei der Standardrente sind zu berücksichtigen“. Außerdem fordern die Gewerkschaften bei der gesetzlichen Krankenversicherung die Rückkehr zum Solidarprinzip und der paritätischen Finanzierung. Zusammenfassend Fordert Walther Mann eine neue soziale Bewegung der Solidarität: „Für unser politisches Handeln brauchen wir Klugheit und Weitsicht statt Populismus. Denn jede der bisherigen Krisen hat unsere Befürchtungen übertroffen. Alle bisherigen Handlungsmöglichkeiten sind an ihre Grenzen gestoßen. Das zeigt uns: Wer nur auf Althergebrachtes setzt, läuft Gefahr, an den neuen Herausforderungen zu scheitern. Wir erleben täglich, dass Unsicherheit und Unberechenbarkeit zum Normalzustand geworden. Das bedeutet für uns:

Im rasanten Auf und Ab müssen wir uns täglich neu beweisen.Wir Gewerkschaften fordern gute Arbeit für alle, eine soziale Demokratie und globale Solidarität – Herkules-Aufgaben allesamt!“ Die Gewerkschaften wissen, dass es an uns liegt, ob sich etwas verändert oder nicht. Wir verstehen uns als die Kraft, die verändert, getragen vom Band der Solidarität! Wollen wir Erfolg haben, müssen wir unserer Stärke bewusst sein. So fordert Walther Mann, dass wir uns wieder einmischen müssen, "Agieren und gestalten wir, dann schaffen wir auch den immer wieder geforderten grundlegenden Kurswechsel“. Dabei sind drei Perspektiven untrennbar miteinander verbunden: Die ökologische Nachhaltigkeit, die soziale Gestaltung der Lebens- und Arbeitswelt und die Demokratisierung der Wirtschaft. Unser Leitbild ist ein „gutes Leben“ gemeinsam für alle. Walther Mann weiter: „Wir wollen gemeinsam gesellschaftliche Spaltungen überwinden. Wir wollen, dass alle Menschen selbstbestimmt leben und sozial und ökologisch handeln können!“

Zum gemeinsamen Zug zum Kundgebungssaal im Kitzinger Bayernheim trafen sich die Kolleginnen und Kollegen des DGB Kreisverbandes Kitzingen.

Zum gemeinsamen Zug zum Kundgebungssaal im Kitzinger Bayernheim trafen sich die Kolleginnen und Kollegen des DGB Kreisverbandes Kitzingen. DGB Kitzingen


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