Deutscher Gewerkschaftsbund

27.06.2016

Erfolgreicher NGG Warnstreik bei Südzucker

DGB Ufr.

Ochsenfurt. Druck auf die Arbeitgeber machten heute früh die Beschäftigten von Südzucker in Ochsenfurt. Gut 100 Kolleginnen und Kollegen bestreikten den Betrieb von Schichtbeginn um 6 Uhr bis um 8.30 Uhr, da sie vom Arbeitgeberangebot der Zuckerindustrie von 2,8 Prozent Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von zwei Jahren provoziert wurden.

Dieses Angebot bezeichnete der unterfränkische NGG-Geschäftsführer Ibo Ocak als „viel zu wenig“. In seiner Ansprache an die Streikenden hob Ocak hervor, dass man sich von der allgemeinen Tarifentwicklung nicht abhängen lassen wolle. Über die hohe Streikbereitschaft der Belegschaft war Ocak froh und sprach der Mannschaft dafür seine Glückwünsche aus. Der Tag sei ein „historischer“, da Südzucker „erstmals seit Jahrzehnten“ bestreikt werde.

DGB Ufr.

Solidarische Grüße der DGB-Familie überbrachte Regionsgeschäftsführer Fran Firsching. In seinem Grußwort bezeichnete er die Lohnforderung von 4,5% als „völlig gerechtfertigt“. So seien die bisherigen Tarifabschlüsse dieses Jahres fast doppelt so hoch wie das Angebot der Zuckerindustrie. Sowohl IG Metall, als auch ver.di und die IG BCE hätten bisher Abschlüsse von gut 5% für jeweils etwa zwei Jahre erzielt. Er sehe keinen Grund warum die Lohnerhöhung bei Südzucker nicht in der gleichen Größenordnung machbar sei. Firsching fügte an, dass Löhne volkswirtschaftlich gesehen eben nicht nur Kosten, sondern auch Nachfrage seien. Getreu dem Motto des Automobilmoguls Henry Ford „Autos kaufen keine Autos“ müssten die Arbeitgeber die Notwendigkeit guter Löhne erkennen. So sei die NGG-Forderung nicht nur gerecht, sondern auch ökonomisch sinnvoll.

Ibo Ocak informierte über den nächsten Verhandlungstermin, der am Donnerstag dieser Woche stattfinden soll. Sollte es auch an diesem Tag keine Annäherung geben, ist die Belegschaft von Südzucker Ochsenfurt jedenfalls zur Wiederholung bereit. Darauf können sich die Arbeitgeber verlassen.

DGB Ufr.


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