Deutscher Gewerkschaftsbund

20.07.2016
Aktionstag gegen Arbeitsplatzabbau und Verlagerungen

IG Metall Bayern fordert Erhalt der Fertigungstiefe bei Siemens

München: Die IG Metall Bayern ruft die Beschäftigten der von Verlagerung und Stellenabbau bedrohten bayerischen Betriebe der Siemens-Sparte Process Industries and Drives für den 20. Juli 2016 zu einem gemeinsamen Aktionstag unter dem Motto „Siemens bleibt in Bayern“ auf. In Bad Neustadt, Nürnberg und Ruhstorf werden an diesem Tag mehrere Tausend Beschäftigte mit öffentlichen Kundgebungen gegen die Pläne von Siemens protestieren, insgesamt rund 2.000 Stellen ins Ausland zu verlagern oder ganz abzubauen.

Aus Sicht der IG Metall und der Betriebsräte geht es in diesem Zusammenhang über den aktuellen Fall hinaus um eine strategische Grundsatzfrage, erklärt IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler: „Siemens zieht seit Jahren schleichend Produktionskapazitäten aus Deutschland ab. Das ist nicht nur mit Blick auf die Beschäftigung fragwürdig, sondern nach unserer Überzeugung auch strategisch ein Fehler. Nur die Abbildung der gesamten Wertschöpfungskette von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zu Vertrieb und Service gewährleistet, dass Siemens seine technologische Gesamtkompetenz als Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit langfristig und nachhaltig erhält.“

IG Metall und Betriebsräte fordern daher ein entsprechendes industrielles Konzept von Siemens, das auf den Erhalt der Fertigungstiefe abzielt. Diese Forderung wird von der überwältigenden Mehrheit aller Siemens-Beschäftigten mitgetragen, betont Wechsler: „Am 20. Juli protestieren nicht nur die Siemensianer der heute betroffenen Betriebe. Es geht um die Zukunft von Siemens in Bayern und Deutschland, und deshalb können die Betroffenen in Bad Neustadt, Nürnberg und Ruhstorf auf die Solidarität anderer Siemens-Betriebe sowie zusätzliche Unterstützung aus Bevölkerung und Politik der jeweiligen Region zählen.“

 


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