Deutscher Gewerkschaftsbund

30.06.2015

DGB-Kreisvorstand unterstützt Spendenaufruf

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Schweinfurt. Der DGB-Kreisvorstand Schweinfurt unterstützt den Spendenaufruf des Kurdistan-Komitees Schweinfurt. Ziel der Schweinfurter-Spendensammlung des Kollegen Mohammed Ahmed ist es zivile Hilfsgüter an die Menschen in seiner Heimat zu liefern. „Wir würden uns freuen, wenn sich Betriebsratseinheiten, gewerkschaftliche Vertrauensleute oder ganze Belegschaften solidarisch zeigen und fleißig spenden.“, so Kreisvorsitzender Frank Firsching.

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Spendenaufruf des Kurdistan-Komitees Schweinfurt

Verehrte Demokratinnen und Demokraten,

seit Monaten verteidigen kurdische Selbstverteidigungskräfte in Rojava (Westkurdistan) im Norden Syriens ihre Heimat gegen die Terrortruppen des Islamischen Staates. Zusätzlich bemühen sie sich, syrische Flüchtlinge zu schützen. Im Gegensatz zu den nationalistisch eingestellten kurdischen Peshmerga in der nordirakischen autonomen Region Kurdistan (denen die Bundesregierung aktuell Waffen und Ausbilder zur Verfügung stellt) unterstützen sie nicht nur kurdische Flüchtlinge, sondern alle Ethnien: Kurden, Araber Turkmenen, Assyrer, usw., gleich welcher religiösen Strömung sie angehören: Sunniten, Schiiten, Aleviten, Christen, Jeziden, usw. Sie konnten inzwischen die Frontstadt Kobane befreien sowie mittlerweile Hunderte weiterer Dörfer.

Jetzt geht es für sie darum, die Situation zu stabilisieren und vor allem, ihre total zerstörte Stadt Kobane wieder aufzubauen sowie die Versorgung mit Lebensmitteln, die medizinische Versorgung, die ganze Verwaltung zu reorganisieren und die zu erwartenden Tausende Bürgerkriegsflüchtlinge zu versorgen.

Wie wir wissen – eine Reportage des ZDF hat dies auch bestätigt – sind die großen Hilfsorganisationen im Nordirak, im arabischen Teil von Syrien, im Libanon und teilweise auch in Jordanien tätig, nur nicht im kurdischen Teil von Syrien. Dort in Rojava, wie es die Einheimischen nennen, vor allem aber in Kobane selbst, sind sie nicht. Im Gegenteil: Kobane ist immer noch völlig eingeschlossen und einem Embargo unterworfen, das von dem NATO-Partner Türkei, dem IS, dem Assad-Regime und dem Kurden-Regime von Mesut Barzani im Nordirak aufrechterhalten wird.

Der „Westen“, also das Anti-IS-Bündnis unter Führung der USA, kümmert sich nur um die Ölquellen in Kirkuk und Mossul und bombardiert diese, um dem IS seine Geldquellen wegzunehmen und diese unter eigene Kontrolle zu bringen. Aber für die Menschen in Kobane, die dort in einem heldenhaften Kampf an vorderster Front unter großen Verlusten westliche Werte wie Demokratie, Menschen- / Frauenrechte und Religionsfreiheit verteidigt haben, wird nichts getan.

Nur zwei kleine Hilfsorganisationen, der Kurdische Rote Halbmond „Heyva Sor a Kurdistane“ und „medico international“, versuchen dort verzweifelt mit wenig Geld und Hilfsmitteln das Schlimmste zu lindern.

Dies alles wurde uns jetzt auch noch einmal von Mohammed Ahmed, Mitglied im Schweinfurter Kurdistan-Komitee, bestätigt. Er ist Kurde und aus dem Nordirak nach Deutschland geflohen. Er war kürzlich in seiner Heimat und konnte das beobachten.

Verehrte Demokratinnen und Demokraten,

wir wenden uns an Sie als ChristInnen wie auch als HumanistInnen und bitten Sie um Hilfe – schließlich waren es vor allem KurdInnen aus Kobane/Rojava, die im letzten Jahr die ChristInnen und JezidInnen gerettet haben, die von den terroristischen IS-Kriegern im Sindschar Gebirge eingeschlossen und quasi in Geiselhaft genommen worden waren. Ohne diesen mutigen und selbstlosen Einsatz wären diese Menschen mit Sicherheit Opfer eines Massakers geworden. Jetzt geht es darum, den RetterInnen zu helfen, sie und die Tausende Flüchtlinge, die nach Kobane/Rojava vor dem IS geflohen sind, mit Lebensmitteln und medizinischen Hilfsmitteln zu versorgen. Es geht darum, ihre Stadt wieder aufzubauen. Dazu wird internationale Hilfe benötigt, wie sie auch von der Co-Vorsitzenden der Partei der Demokratischen Einheit (PYD) in Rojava, Asia Abdullah, in einem Hilferuf an die Weltöffentlichkeit am 26.01.2015 erbeten worden ist.

Unser Kulturverein Solidarität, ein kurdisch/deutscher Verein, der seit seiner Gründung im Jahre 1990 im Rahmen der Völkerverständigung Kurdistan-Solidaritätsarbeit macht, hat im November 2014 ein Kurdistan Komitee in Solidarität mit Kobane/Rojava gegründet. Es fanden auch schon zwei Soli-Demos in Schweinfurt statt.

Jetzt wollen wir den Menschen in Kobane neben der ideellen und politischen Unterstützung auch ganz praktisch helfen. Deshalb haben wir mit dieser Spendensammlung begonnen. Die Gelder werden über unseren Verein direkt an die Betroffenen weitergeleitet. Von dem Geld sollen zivile Hilfsgüter – ausdrücklich keine Waffen oder andere militärisch genutzte Gegenstände und Einrichtungen – bezahlt werden, die sich die dortigen Verantwortlichen über diverse ihnen bekannte Wege besorgen können. Die Geldübergabe kann über den Kurdischen Roten Halbmond „Heyva Sor a Kurdistane“ oder über „medico international“ abgewickelt werden.

 

Bitte helfen Sie den Menschen in Kobane! Spenden Sie an Kulturverein Solidarität Schweinfurt e. V.:

Bankhaus Max Flessa KG, BIC: FLESDEMMXXX – IBAN: DE577933o1110000001504 (Stichwort: KOBANE-Hilfe)

 

Kulturverein Solidarität e. V. - Kurdistan-Komitee Schweinfurt

  

Kenan Ökcü (1. Vorsitzender Kulturverein Solidarität) 

Jürgen Wilk (Vorstandsmitglied Kulturverein Solidarität) 

Mohammed Ahmed (Kurdistan-Komitee Schweinfurt)


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