Deutscher Gewerkschaftsbund

10.12.2015
Buchvorstellung und Festakt in Würzburg

70 Jahre gewerkschaftliches Wirken

80 Gäste waren am Mittwoch in den Barockhäusern beim DGB Würzburg zu Gast und erinnerten  an 70 Jahre gewerkschaftliches Wirken seit der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 1945.

80 Gäste waren am Mittwoch in den Barockhäusern beim DGB Würzburg zu Gast und erinnerten an 70 Jahre gewerkschaftliches Wirken seit der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 1945. Patty Varasano


Würzburg. Während eines Festaktes erinnerte der DGB am Mittwoch in Würzburg an 70 Jahre gewerkschaftliches Wirken seit der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 1945. Unterfrankens DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching appellierte in seiner Festansprache an das Besinnen auf solidarische Werte und benannte politische Realitäten die „uns in ihrer Richtung nicht gefallen können“.

Exemplarisch nannte Frank Firsching Rentenkürzungsprogramme, die Verlängerung der Lebensarbeitszeit und die Aufhebung der paritätischen Finanzierung in der gesetzlichen Krankenversicherung und erhebliche Steuerentlastungen für Unternehmen und Vermögende. Zuvor konnte die Kreisvorsitzende des DGB in Würzburg, Karin Dauer konnte rund 80 Gäste in den Barockhäusern begrüßen. Karin Dauer wörtlich: „Ohne das Wirken der arbeitenden Menschen, ohne ihr Engagement und ohne ihre Gewerkschaften wäre Würzburg nicht das, was es heute ist“. 70 Jahre gewerkschaftliches Wirken nach der Befreiung vom Faschismus seien ein guter Anlass, um zurückzublicken und zu feiern, so die Gewerkschafterin.

Unterfrankens DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching appellierte in seiner Festansprache an das Besinnen auf solidarische Werte und benannte politische Realitäten die „uns in ihrer Richtung nicht gefallen können“.

Unterfrankens DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching appellierte in seiner Festansprache an das Besinnen auf solidarische Werte und benannte politische Realitäten die „uns in ihrer Richtung nicht gefallen können“.
Patty Varasano

DGB Sekretär Norbert Zirnsak stellte im Verlauf der Veranstaltung die Veröffentlichung „1945 bis 2015, gewerkschaftliches Wirken in Würzburg“ vor, die der DGB anlässlich der Feierlichkeiten „70 Jahre gewerkschaftliches Wirken“ herausgibt. In dem Band kommen Kolleginnen und Kollegen zu Wort, die ihren Blick auf die Gewerkschaftsarbeit seit 1945 in Würzburg formulieren. „14 Beiträgen sind es, mit denen wir in unserer Veröffentlichung den Versuch unternehmen, die Gewerkschaftsgeschichte nach 1945 in Würzburg zu beschreiben“, so Norbert Zirnsak.

Der Buchdrucker Hermann Schönrogg erzählt zuerst in dem Aufsatz „Und neues Leben erblüht aus den Ruinen“, die Lage des gewerkschaftlichen Lebens kurz nach der Befreiung vom Faschismus. Oskar Albert befasst sich in einem Schreiben vom 23. März 1965 an den DGB Bezirk Bayern mit dem Gründungsprozess der Einheitsgewerkschaft in den Monaten von April 1945 bis Oktober 1947. Anton Nerl, Schriftführer des Ortsausschusses Würzburg der Bayerischen Gewerkschaft schildert im Protokollbuch des Würzburger Gewerkschaftskartells in einem Aufsatz vom 2. Mai 1948 die „Feierstunde der Arbeiterschaft Würzburg“.

Im Buchhandel erhältlich: 1945 – 2015,

Im Buchhandel erhältlich: 1945 – 2015,
Gewerkschaftliches Wirken, Norbert Zirnsak (Hrsg.), Beiträge zur Geschichte der Gewerkschaften in Würzburg, Kulturmaschinen Verlag, ISBN 978-3-943977-66-0
DGB Würzburg

Er erzählt sehr anschaulich, wie der Ortsausschuss Würzburg der Bayerischen Gewerkschaften den 1. Mai 1948 beging. In einer Abhandlung vom 26. Januar 1967 stellt Oskar Albert die Arbeit von „20 Jahre Gewerkschaften in Würzburg dar“. Oskar Albert kommt darin zu dem Ergebnis, dass sich gerade die Gewerkschaften einen großen Verdienst um den Wiederaufbau der Stadt Würzburg erworben haben und er stellt fest:

„Ohne unsere zähe und ausdauernde Mitarbeit bei der Vorbereitung der Wiedergründung der Volkshochschule in Würzburg wäre es nicht gelungen, diese Volksbildungseinrichtung wieder ins Leben zu rufen. Zu groß waren die Widerstände von den verschiedenen Seiten. Wir sind stolz darauf, den Hauptanteil dabei geleistet zu haben.

„Der DGB und seine Würzburger Adressen“ und die Frage nach dem Verhältnis der Gewerkschaften zu Leonhard-Frank sind zwei Themen, mit denen sin Norbert Zirnsak in der Festschrift befasst. Was keinesfalls in Vergessenheit geraten sollte, bemerkt die Die Fränkische Tagespost in ihrer Ausgabe vom 6. Juli 1965 im Zusammenhang mit dem Umgang der Stadt Würzburg mit dem Dichter Leonhard Frank, „es blieb dem DGB in Würzburg vorbehalten, den bekannten in Würzburg gebürtigen Dichter Leonhard Frank, Autor des Buches `Der Mensch ist gut` zu ehren. Das neue Jugendheim im DGB Haus trägt seinen Namen.“

Die Kreisvorsitzende des DGB in Würzburg, Karin Dauer konnte rund 80 Gäste in den Barockhäusern begrüßen. Karin Dauer wörtlich: „Ohne das Wirken der arbeitenden Menschen, ohne ihr Engagement und ohne ihre Gewerkschaften wäre Würzburg nicht das, was es heute ist“.

Die Kreisvorsitzende des DGB in Würzburg, Karin Dauer konnte rund 80 Gäste in den Barockhäusern begrüßen. Karin Dauer wörtlich: „Ohne das Wirken der arbeitenden Menschen, ohne ihr Engagement und ohne ihre Gewerkschaften wäre Würzburg nicht das, was es heute ist“. Patty Varasano

Klaus Franz erzählt über seine Arbeit als Rechtschutzsekretär und Peter Baumann analysiert die aktuelle Lage der Gewerkschaften vor dem Hintergrund der 150jährigen Geschichte der gewerkschaftlich organisierten Druckerinnen und Drucker und den politischen Verhältnissen in zuerst Bonn und dann Berlin.

Am Ende des Bandes kommen Georg Benz, Gert Söhnlein und Julia Römer zu Wort. Notstand der Demokratie, Frieden durch Abrüstung und Würzburg muss bunt und weltoffen sein, sind Überschriften von Kundgebungsreden, die die Kollegen in den Jahren 1966, 1981 und 2015 hielten.

Am Ende würdigte die DGB Kreisvorsitzende Karin Dauer den ehemaligen DGB Regionsgeschäftsführer in Würzburg für seine Arbeit. „Herzlichen Dank für Alles was Du für die Gewerkschaftsbewegung in Würzburg getan hast. Du bist bei uns immer willkommen und wir werden Dich auch künftig um Rat fragen. Karin Dauer lies eine Fotoleinwand drucken, auf der Söhnlein mit der Büste des Leonhard Frank zu sehen ist. Das Foto entstand während einer dokumentarischen Lesung am 7. April 2014, als Gert Söhnlein mit dem DGB in Würzburg an das Verhältnis der Gewerkschaften zu Leonhard Frank erinnerte. Die Büste, die auf dem Bild zu sehen ist, stand einst in den Jugendräumen des ehemaligen DGB Hauses in der Prymstrasse. Gert Söhnlein hat die Büste nach dem Verkauf des DGB Hauses im Jahr 2003 an die Leonhard-Frank-Gesellschaft übergeben. Die Büste steht heute in den Räumen der Stadtbücherei im Falkenhaus.

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich:

1945 – 2015
Gewerkschaftliches Wirken
Norbert Zirnsak (Hrsg.)
Beiträge zur Geschichten der Gewerkschaften in Würzburg
Kulturmaschinen Verlag
ISBN 978-3-943977-66-0

 

DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching benannte politische Realitäten die „uns in ihrer Richtung nicht gefallen können“. Exemplarisch nannte er Rentenkürzungsprogramme, die Verlängerung der Lebensarbeitszeit und die Aufhebung der paritätischen Finanzierung in der gesetzlichen Krankenversicherung und erhebliche Steuerentlastungen für Unternehmen und Vermögende.

DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching benannte politische Realitäten die „uns in ihrer Richtung nicht gefallen können“. Exemplarisch nannte er Rentenkürzungsprogramme, die Verlängerung der Lebensarbeitszeit und die Aufhebung der paritätischen Finanzierung in der gesetzlichen Krankenversicherung und erhebliche Steuerentlastungen für Unternehmen und Vermögende. Patty Varasano

DGB Sekretär Norbert Zirnsak stellte im Verlauf der Veranstaltung die Veröffentlichung „1945 bis 2015, gewerkschaftliches Wirken in Würzburg“ vor, die der DGB anlässlich der Feierlichkeiten „70 Jahre gewerkschaftliches Wirken“ herausgibt.

DGB Sekretär Norbert Zirnsak stellte im Verlauf der Veranstaltung die Veröffentlichung „1945 bis 2015, gewerkschaftliches Wirken in Würzburg“ vor, die der DGB anlässlich der Feierlichkeiten „70 Jahre gewerkschaftliches Wirken“ herausgibt Patty Varasano

Die ehemalige ver.di Bezirksvorsitzende Elvira May-Lipp schilderte ihre Erinnerungen an die gewerkschaftliche Jugendarbeit in den 1970er Jahren.

Die ehemalige ver.di Bezirksvorsitzende Elvira May-Lipp schilderte ihre Erinnerungen an die gewerkschaftliche Jugendarbeit in den 1970er Jahren. Patty Varasono

Werner Nawarotzky sprach über seine Erinnerung an die Zerschlagung der Firma Noell.

Werner Nawarotzky sprach über seine Erinnerung an die Zerschlagung der Firma Noell Patty Varasano

Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Verwaltungsstelle Würzburg, Walther Mann, erinnerte an den Streik der IG Metall 1995 in den Würzburger Metallbetrieben.

Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Verwaltungsstelle Würzburg, Walther Mann, erinnerte an den Streik der IG Metall 1995 in den Würzburger Metallbetrieben. Patty Varasono

DGB Kreisvorsitzende Karin Dauer würdigte den ehemaligen DGB Regionsgeschäftsführer in Würzburg, Gert Söhnlein, für seine Arbeit. „Herzlichen Dank für Alles was Du für die Gewerkschaftsbewegung in Würzburg getan hast. Du bist bei uns immer willkommen und wir werden Dich auch künftig um Rat fragen.

DGB Kreisvorsitzende Karin Dauer würdigte den ehemaligen DGB Regionsgeschäftsführer in Würzburg, Gert Söhnlein, für seine Arbeit. „Herzlichen Dank für Alles was Du für die Gewerkschaftsbewegung in Würzburg getan hast. Du bist bei uns immer willkommen und wir werden Dich auch künftig um Rat fragen. Patty Varasano

Die ehemalige DGB Jugendsekretärin für Nordbayern, Ulrike Eifler, war zu Gast beim DGB Festakt in Würzburg. Heute ist sie DGB Regionsgeschäfstführerin in Hanau.

Die ehemalige DGB Jugendsekretärin für Nordbayern, Ulrike Eifler, war zu Gast beim DGB Festakt in Würzburg. Heute ist sie DGB Regionsgeschäfstführerin in Hanau. Patty Varasano

Peter Schüllermann und Sonja Stöcklein spielten Lieder der Arbeiterbewegung und umrahmten den Festakt musikalisch.

Peter Schüllermann und Sonja Stöcklein spielten Lieder der Arbeiterbewegung und umrahmten den Festakt musikalisch. Patty Varasano

Ehrengast beim Festakt. Würzburgs Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake, die selbst seit 40 Jahren Mitglied in der GEW ist.

Ehrengast beim Festakt. Würzburgs Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake, die selbst seit 40 Jahren Mitglied in der GEW ist. Patty Varasano

Norbert Zirnsak stellte seine Veröffentlichung vor, die im Buchhandel erhältlich ist: 1945 – 2015, Gewerkschaftliches Wirken, Beiträge zur Geschichten der Gewerkschaften in, Würzburg, Kulturmaschinen Verlag, ISBN 978-3-943977-66-0.

Norbert Zirnsak stellte seine Veröffentlichung vor, die im Buchhandel erhältlich ist: 1945 – 2015, Gewerkschaftliches Wirken, Beiträge zur Geschichten der Gewerkschaften in, Würzburg, Kulturmaschinen Verlag, ISBN 978-3-943977-66-0. Patty Varasano


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