Deutscher Gewerkschaftsbund

20.05.2015

Jetzt streikt´s auch im Marktkauf

DGB Ufr.

Schweinfurt. Mit einem Streiktanz beendeten die 70 Streikenden der Marktkauf-Belegschaft im Schweinfurter Hafen die heutige Streikkundgebung auf dem Parkplatz vor ihrem Betrieb. In Anlehnung an die Präsentation der Fußball-Weltmeistermannschaft 2014 in Berlin vom letzten Jahr riefen die im Kreis laufenden Streikenden in gebückter Haltung „so gehn die Streikbrecher, die Streikbrecher gehn so“ wechselten in den aufrechten Gang und sangen „so gehn die Streikenden, die Streikenden gehn so“.

Der Streik selbst war deshalb noch nicht beendet, er dauert den ganzen Tag bis Betriebsschluss um 20 Uhr. Dass der Marktkauf trotz hoher Streikbeteiligung trotzdem geöffnet hat, liegt vorwiegend am Aushilfspersonal, das anderweitig angeheuert wurde. Für die Streikenden zwar ärgerlich, aber kein Beinbruch, da ein normaler Betriebsablauf für diesen Tag durch die kleine arbeitende Belegschaftsstärke keineswegs gewährleistet ist. Der Ausstand selbst begann für die Mannschaft um ver.di-Sekretär Peter König mit Schichtbeginn um 5.30 Uhr. Ab 8 Uhr traf man sich dann zum Streikfrühstück in einer benachbarten Wirtschaft. Gegen 10.15 Uhr schloss sich dann, gestärkt und motiviert die Streikkundgebung auf dem Parkplatz vom Marktkauf statt. Dort sprachen DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching und ver.di Geschäftsführer Sinan Öztürk jeweils mit einem Grußwort den Streikenden Mut zu.

 

Peter König stellte in seiner Rede klar, dass Tarifverhandlungen nur erfolgreich gestaltbar seien, wenn die Streikbeteiligung den Arbeitgebern die Entschlossenheit ihrer Beschäftigten vermittle. Dieser Anspruch sei heute hier bei Marktkauf mehr als erfüllt. Streikleiter König stellte die Geschichte der letzten Tarifverhandlungen dar und betonte, dass die gute Entwicklung des gewerkschaftlichen Organisationsgrades Hauptursache für die Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeber sei. So habe es erstmals seitens der Arbeitgeber bei der ersten Verhandlungsrunde, die am 29.April stattfand ein Angebot gegeben. Zwar sei die Höhe dieses Angebots (2 Jahre Laufzeit, im ersten Jahr plus 1,5%, im zweiten eine Einmalzahlung von 215 €) nicht diskutabel, doch man sei schon weiter als in den Jahren zuvor, als Monate ohne Angebot vergingen. Um den Druck aufrecht zu erhalten gehe es nun darum die Streikfrequenzen hoch zu halten und die Beteiligungen noch zu steigern. Denn die Forderung von ver.di beträgt plus 5,5%, mindestens jedoch 140 Euro/Monat, sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung von 70 Euro. Als weiteres wichtiges Ziel hat ver.di die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages ausgegeben um die Schmutzkonkurrenz der billigen Löhne zu durchbrechen.


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