Deutscher Gewerkschaftsbund

14.07.2015

Schweinfurt ist bunt feiert den Friedenspreis

DGB Ufr

Würzburg. Frank Firsching (Bündnissprecher von Schweinfurt ist bunt und DGB Geschäftsführer), Dekan Oliver Bruckmann (Ev. Kirche), Marietta Eder (SPD) und Jürgen Wilk (Bürgeraktion gegen Rassismus) nahmen stellvertretend für das Bündnis aus knapp 70 Organisationen, Verbänden und Parteien den Würzburger Friedenspreis aus den Händen von Andreas Schrappe und Wolf von Bodisco (beide Würzburger Friedenskomitee) im Mainfranken-Theater entgegen.

Der Würzburger Friedenspreis ist ein Preis der Bürger der Stadt. 1995, zum 50.Jahrestag der Bombardierung Würzburgs ins Leben gerufen und seither ehrenamtlich vom Würzburger Friedenskomitee vergeben, dem mehr als 20 Organisationen angehören, informierte Dr. Thomas Schmelter, Komitee-Mitglied. Schmelter erklärte auch worum es inhaltlich geht. Es geht dem Friedenskomitee darum, bei all dem weltweiten Leid durch Kriege und Konflikte zu zeigen, dass es in Unterfranken Menschen und Gruppen gibt, die sich für ein friedliches gesellschaftliches Miteinander einsetzen und so vielen Mut machen. Schweinfurt ist bunt habe der Preis wegen seines stetigen Einsatzes für Demokratie und Toleranz verdient. Diese Einschätzung unterstrich Laudator Martin Becher, Geschäftsführer des bayrischen Bündnisses für Toleranz, in seiner Rede. Becher hob die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Bündnisse im Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus hervor. Er lobte die Breite vom Schweinfurt ist bunt, die ungewöhnlich sei, da dort auch alle Parteien jenseits des Rechtsradikalismus zusammen arbeiteten.

DGB Ufr.

Bündnissprecher Frank Firsching dankte reichlich. Vor allem natürlich dem Friedenskomitee für die Auszeichnung, „die uns Ansporn und Verpflichtung ist, unsere Arbeit kraftvoll fortzusetzen“. Er dankte allen Aktiven, die in der Steuerungsgruppe seit Jahren ehrenamtlich mitarbeiteten, allen Verbänden, Vereinen und Organisationen, die sich als Bündnispartner klar gegen Rassismus, Nazismus und Antisemitismus aussprechen. Sein Dank umfasste die Stadt Schweinfurt für die wohlwollende Unterstützung, die Medien für die positive Rolle zur Mobilisierung am 1.Mai 2010 und auch die Sicherheitsbehörden und die Polizei für die vertrauensvolle und meist gute Zusammenarbeit. Dabei machte Firsching seine Wertschätzung für die vorwiegend jungen Antifaschisten deutlich, „die sich mal auf die Straße setzen um Nazi-Aufmärsche zu verhindern. Ich bin froh, dass es diese Menschen gibt.“ Noch deutlicher wurde Dekan Oliver Bruckmann, der im anschließenden Interview mit Frank Firsching davor warnte Links- und Rechtsextremismus in die gleiche Schublade zu stecken, er sagte: „Ideologisch ist Rechtsextremismus per se menschenfeindlich, der Linksextremismus ist im Gegensatz eben nicht per se menschenfeindlich.“

 

Zum Selbstverständnis des Bündnisses zitierte Frank Firsching aus dem Gründungsprotokoll vom 8.Februar 2010. „Wir wollen niemanden im Widerstand ausgrenzen“, stehe dort zu lesen, so der Bündnissprecher. Damit akzeptiere das Bündnis jede friedliche Protestform, von der Andacht bis zu Blockade von Nazidemonstrationen. Diese Übereinkunft schaffe die Voraussetzung für die zivilgesellschaftliche Breite des Bündnisses, so Marietta Eder.

Den beachtlichen Stellenwert des Preises unterstrichen die anwesenden Ehrengäste, darunter MdB Sabine Dittmar, MdB Klaus Ernst, MdL Kathi Petersen, MdL Georg Rosenthal, MdL Kerstin Celina, Würzburgs Bürgermeisterin Marion Schäfer Blake, Schweinfurts Bürgermeister Karl-Heinz Kauczok, sowie viele Stadträte und Repräsentanten aus der Gesellschaft, wie z.B. Würzburgs evangelische Dekanin Edda Weise und Burkard Hose, der letztjährige Preisträger.

Die lockerere, lebendige und inhaltsreiche Feierstunde wurde von Andreas Schrappe gekonnt moderiert und von den DGB Songgruppe musikalisch zielgenau umrahmt, wobei das Foyer des Würzburger Theaters eine würdige Atmosphäre beisteuerte.

DGB Ufr.


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