Deutscher Gewerkschaftsbund

16.09.2015

Ausstellungseröffnung "Asyl ist ein Menschenrecht" in Gemünden

Ferdije Rrecaj, IG Metall FB Gewerkschaftliche Bildungsarbeit, über  "Inhalte und Intention der Ausstellung"

Ferdije Rrecaj, IG Metall FB Gewerkschaftliche Bildungsarbeit, über "Inhalte und Intention der Ausstellung" Lena Werner

Gemünden. Das Gemündener Kulturhaus ist von 14.9. bis 7.10.2015 der zweite Ausstellungsort der Ausstellung "Asyl ist ein Menschenrecht" von ProAsyl und zahlreichen Unterstützer-Organisationen. Auch der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften gehören dazu. Der DGB-Kreisverband hat deswegen auch einen Satz der Ausstellungsplakate gekauft und zeigt diesen nun an verschiedenen Orten.

Zum Antikriegstag am 1. September durfte die Eröffnungsfeier ein bisschen größer und ausführlicher sein - so begrüßte Kreisverbandsvorsitzende Lena Werner am Abend der Eröffnung rund 60 Personen im Kulturhaus. Dabei unter anderem zahlreiche (Lokal-)Politiker, bei denen das Thema natürlich auch auf der Agenda steht, und einige Asylbewerber aus der örtlichen Gemeinschaftsunterkunft.

Lena Werner schlug in ihrer Begrüßung die Brücke zwischen Asylpolitik und Gewerkschaften, die ja nicht auf den ersten Blick unbedingt verknüpft sind. Wenn man sich in Erinnerung ruft, dass unter den Flüchtlingen auch politisch verfolgte Gewerkschafter sind, liegt der Gedanke schon näher. Der Antikriegstag erinnert zudem an den Beginn des 2. Weltkriegs - in Nazi-Deutschland waren Gewerkschaften ebenfalls verboten. Das soll nie wieder passieren, deshalb sei es der Auftrag der Gewerkschaften, aufzuklären und zu informieren.

besucher_foyer

besucher_foyer Lena Werner

Bürgermeister Jürgen Lippert wies in seinem Grußwort darauf hin, dass bereits seit den 80er Jahren immer wieder Flüchtlinge in Gemünden aufgenommen wurden, es also für die Stadt und ihre Einwohner nichts Neues sei. Durch engagierte Ehrenamtliche sei die Akzeptanz hoch. Er sehe außerdem auch viele Chancen für eine Kommune, die tendenziell von "Landflucht" bedroht sei.

Um die Ausstellung selbst vorzustellen, war Ferdije Rrecaj von der IG Metall in Frankfurt angereist. Die Ausstellung setzt sich aus zwei Elementen zusammen: einerseits Tafeln mit Zahlen, Daten und Fakten zum Thema, andererseits großformatige, bewegende Bilder mit Zitaten. Wegen der rasanten Entwicklung in den letzten Monaten sind die Zahlen natürlich inzwischen nicht mehr aktuell, die Ausstellung wurde im Dezember 2014 fertiggestellt. Eine Aktualisierung der gesamten Ausstellung läuft aber. Ferdije Rrecaj stellte außerdem die Position der IG Metall dar - eine Verständigung über europäische Werte sei z.B. dringend notwendig. Eine Willkommenskultur müsse außerdem zur Willkommmens-STRUKTUR ausgebaut werden, um Integration auch im Arbeitsleben zu ermöglichen.

Gespräche über die Ausstellung Asyl ist Menschenrecht

Gespräche über die Ausstellung Asyl ist Menschenrecht Lena Werner

Den Abschluss der Eröffnung bildete Dr. Hermann Burkard vom Gemündener "Netzwerk Asyl", der von seiner täglichen Arbeit vor Ort berichten konnte. Zu Beginn seines Vortrags "entgrüßte" er eventuell anwesende Vertreter der rechten Szene - allerdings nur vorbeugend, denn es waren tatsächlich keine anwesend. Dr. Burkard fasste kurz die Situation in Gemünden zusammen - zurzeit seien ca. 100 Asylbewerber im Stadtgebiet untergebracht, davon auch ein Teil bei Privatleuten. Die Zusammensetzung nach Nationen bzw. Konfessionen sei sehr gemischt. Er lobte außerdem die Stadtverwaltung für ihre Integrationsarbeit - Kindergartenplätze seien z.B. überhaupt kein Problem. Auch die Lehrerinnen und Lehrer der örtlichen Schulen setzten sich ein. Bei zahlreichen Vereinen können Asylbewerber das erste Jahr beitragsfrei mitmachen und auch die Musikschule macht Angebote. Unterstützung gäbe es außerdem von Politikern aller Couleur, über alle Parteien und Ebenen hinweg. Bereichert wurde sein Vortrag mit kleinen Beispielen und Anekdoten aus der täglichen Arbeit.

Nach diesem doch positiven Resümee für Gemünden konnte natürlich noch die Ausstellung selbst besichtigt werden. Die Möglichkeit zur Diskussion und zum Austausch wurde ebenfalls rege genutzt - bleibt zu hoffen, dass die guten Eindrücke sich weiterverbreiten.


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