Deutscher Gewerkschaftsbund

16.10.2015
Buchvorstellung in der Theaterwerkstatt

Die Arbeitergeschichte im Blick


Würzburg. Der DGB in Würzburg rückte am Donnerstag die örtliche Geschichte der Arbeiterbewegung in den Mittelpunkt. Der Politikwissenschaftler und Kreisvorsitzende des DGB in Freising-Erding, Dr. Guido Hoyer, stellte in der Theaterwerkstatt sein Buch „Konrad Försch – ein vergessener Würzburger Kommunist“ vor. Knapp 50 Gäste waren in die Rüdigerstraße gekommen. Sie erlebten eine Zeitreise durch das bewegte Leben eines Antifaschisten, der viele Jahre in Zuchthäusern und Konzentrationslagern der Nazis verschleppt war.

Dr. Guido Hoyer trug gute 90 Minuten aus seinem Buch vor. Er beleuchtete die Kindheit, das antifaschistische Wirken, die Haftzeit, das Schaffen nach der Befreiung und die letzten Jahre des Kommunisten Konrad Försch.

Dr. Guido Hoyer trug gute 90 Minuten aus seinem Buch vor. Er beleuchtete die Kindheit, das antifaschistische Wirken, die Haftzeit, das Schaffen nach der Befreiung und die letzten Jahre des Kommunisten Konrad Försch. DGB Würzburg

Zu Beginn widmete DGB Sekretär Norbert Zirnsak die Veranstaltung dem verstorbenen ehemaligen ersten Bevollmächtigten der IG Metall Verwaltungsstelle Würzburg, Werner Ring. Zirnsak: „Einer kann heute Abend nicht bei uns sein, einer der uns für immer fehlen wird. Unser Kollege und Genosse Werner Ring verstarb für uns alle unfassbar am 9. Oktober. Wir sind sehr traurig deswegen. Der heutige Abend wäre im Sinne von Werner Ring gewesen, deshalb soll dieser Abend für ihn sein“.

Dr. Guido Hoyer trug gute 90 Minuten aus seinem Buch vor. Er beschrieb die Kindheit, das antifaschistische Wirken, die Haftzeit, das Schaffen nach der Befreiung und die letzten Jahre des Kommunisten Konrad Försch. Konrad Försch (1893-1964) stammte aus ärmlichen Verhältnissen, erlernte das Bäckerhandwerk und engagierte sich politisch schon früh für soziale Gerechtigkeit. Zu seinen Lebzeiten war er weit über Würzburg hinaus bekannt; er half seinen Mitmenschen, leistete gegen die Nazis Widerstand verbrachte viele Jahre im Konzentrationslager und wirkte nach 1945 am demokratischen Wiederaufbau mit.

Den Vortrag ergänzten Sonja Stöcklein und Peter Schüllermann. Mit ihren musikalischen Beiträgen wurde die Zeitreise durch das Leben des Konrad Försch lebendig.

Den Vortrag ergänzten Sonja Stöcklein und Peter Schüllermann. Mit ihren musikalischen Beiträgen wurde die Zeitreise durch das Leben des Konrad Försch lebendig. DGB Würzburg

Der Autor beleuchtete in seinem Vortrag die Beziehung der Arbeiterparteien KPD und SPD vor 1933 in der Stadt. Beide Blöcke standen sich spinnefeind gegenüber. An ein gemeinsames Wirken gegen die aufziehende faschistische Gefahr war nicht zu denken. Dr. Guido Hoyer belegte dieses Missverhältnis anhand zahlreicher Zeitdokumente. Für die Würzburger Sozialdemokraten war Konrad Försch ein Erfüllungsgehilfe Moskaus. Försch war es, der nach der Befreiung vom Faschismus damit betraut wurde, die Entnazifizierung in Unterfranken in die Wege zu leiten. Beim Aufbau der Spruchkammern war er der federführende Mann.

Den Vortrag ergänzten Sonja Stöcklein und Peter Schüllermann. Mit ihren musikalischen Beiträgen wurde die Zeitreise durch das Leben des Konrad Försch lebendig. Abgestimmt auf die jeweiligen Lebensabschnitte waren es das Lied „Giftgas“ (Rote Raketen 1926), das „Einheitsfrontlied“ (Brecht/Eisler), eine Interpretation von „Hakenrune“ (Weinert), die „Kinderhymne“ (Eisler) und die Eigenkomposition „100 Jahre Metaller“, die am Ende des Abends den Bezug zur Gegenwart herstellte und hart mit der politischen Verschärfung der Asylgesetzgebung ins Gericht ging.

Der Würzburger Naturfreund Helmut Försch (links) im Gespräch mit Dr. Guido Hoyer. Helmut Försch hat mit dem Konrad Försch gemeinsame Vorfahren.

Der Würzburger Naturfreund Helmut Försch (links) im Gespräch mit Dr. Guido Hoyer. Helmut Försch hat mit dem Konrad Försch gemeinsame Vorfahren. DGB Würzburg

Der Musiker Peter Schüllermann (links) stimmt mit Dr. Guido Hoyer das Programm des Abends ab.

Der Musiker Peter Schüllermann (links) stimmt mit Dr. Guido Hoyer das Programm des Abends ab. DGB Würzburg

Dr. Guido Hoyer beleuchtete in seinem Vortrag die Beziehung der Arbeiterparteien KPD und SPD vor 1933 in der Stadt. Beide Blöcke standen sich spinnefeind gegenüber. An ein gemeinsames Wirken gegen die aufziehende faschistische Gefahr war nicht zu denken. Dr. Guido Hoyer belegte dieses Missverhältnis anhand zahlreicher Zeitdokumente.

Dr. Guido Hoyer beleuchtete in seinem Vortrag die Beziehung der Arbeiterparteien KPD und SPD vor 1933 in der Stadt. Beide Blöcke standen sich spinnefeind gegenüber. An ein gemeinsames Wirken gegen die aufziehende faschistische Gefahr war nicht zu denken. Dr. Guido Hoyer belegte dieses Missverhältnis anhand zahlreicher Zeitdokumente. DGB Würzburg

Den Vortrag ergänzten Sonja Stöcklein und Peter Schüllermann. Mit ihren musikalischen Beiträgen wurde die Zeitreise durch das Leben des Konrad Försch lebendig. Abgestimmt auf die jeweiligen Lebensabschnitte waren es das Lied „Giftgas“ (Rote Raketen 1926), das „Einheitsfrontlied“ (Brecht/Eisler), eine Interpretation von „Hakenrune“ (Weinert), die „Kinderhymne“ (Eisler) und die Eigenkomposition „100 Jahre Metaller“, die am Ende des Abends den Bezug zur Gegenwart herstellte und hart mit der politischen Verschärfung der Asylgesetzgebung ins Gericht ging.

Den Vortrag ergänzten Sonja Stöcklein und Peter Schüllermann. Mit ihren musikalischen Beiträgen wurde die Zeitreise durch das Leben des Konrad Försch lebendig. Abgestimmt auf die jeweiligen Lebensabschnitte waren es das Lied „Giftgas“ (Rote Raketen 1926), das „Einheitsfrontlied“ (Brecht/Eisler), eine Interpretation von „Hakenrune“ (Weinert), die „Kinderhymne“ (Eisler) und die Eigenkomposition „100 Jahre Metaller“, die am Ende des Abends den Bezug zur Gegenwart herstellte und hart mit der politischen Verschärfung der Asylgesetzgebung ins Gericht ging. DGB Würzburg


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