Deutscher Gewerkschaftsbund

13.05.2015
Die Kolleginnen und Kollegen an den Nähmaschinen brauchen unsere Solidarität.

IG Metall Schweinfurt spendet 550,- Euro für ein Gewerkschaftshaus in Pakistan

Frauenteam der IG Metall Schweinfurt

Frauenteam der IG Metall Schweinfurt IG Metall Schweinfurt

Das Frauenteam der IG Metall Schweinfurt forderte die Besucherinnen und Besucher der 1. Mai Kundgebung in Schweinfurt auf sich an einer Spendensammlung für ein Gewerkschaftshaus in Pakistan zu beteiligen.  

 „Wir bedanken uns bei allen, die sich an der Spendensammlung beteiligt haben“, so Barbara Resch, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Schweinfurt. „Ohne internationale Hilfe und Solidarität geht es nicht.“

Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftssektor in Pakistan. Die Löhne sind sehr niedrig. Die Textilarbeiter schuften oft unter unwürdigen Bedingungen. Ein Arbeitstag von 12 bis 14 Stunden ist die Regel. Die Beschäftigten, meist Frauen, sind nicht kranken- und rentenversichert. Bestimmungen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheitsvorschriften werden häufig ignoriert. Wozu das führen kann, zeigte sich am 11. September 2012. In der Textilfabrik Ali Enterprises in der Hauptstadt Karatschi brach ein Feuer aus. 259 Menschen verbrannten qualvoll bei lebendigem Leib, weil sie in dem Gebäude eingeschlossen waren.

Das Unternehmen Ali Enterprises produzierte unter anderem für den deutschen Textildiscounter Kik. Es gab nur eine einzige Tür zum Verlassen des Gebäudes. Der Notausgang war verriegelt. Auch die Fenster waren durch eiserne Gitter gesichert. So wurde die illegal umgebaute Fabrik zur tödlichen Falle. Zwei Wochen vor dem Unglück hatte noch eine technische Überprüfung der Fabrik stattgefunden. Zynischerweise wurden die eklatanten Sicherheitsmängel nicht beanstandet.

Dank des internationalen Drucks und mithilfe der Gewerkschaften konnte mittlerweile schon einiges verbessert werden.

Damit die Arbeiterinnen und Arbeiter selbst gegen ihre Ausbeutung am Arbeitsplatz kämpfen können, ist gewerkschaftliche Organisierung grundlegend. Um die gewerkschaftlichen Strukturen vor Ort zu stärken unterstützt medico, die IG Metall und verdi deshalb den Ankauf eines Gewerkschaftshauses in Karatschi (Pakistan). 

Weltweit brauchen die Textilbeschäftigten höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und eine anerkannte gewerkschaftliche Vertretung. Nötig ist aber auch ein verschärftes Haftungsrecht, das deutsche Unternehmen im Ausland auf Arbeitssicherheit und bessere Arbeitsbedingungen verpflichtet.


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