Deutscher Gewerkschaftsbund

08.05.2015

Es ging gleich gemütlich los....

1. Mai in Lohr

Frühschoppen in Lohr Lena Werner

Lohr. Es ging gleich gemütlich los am 1. Mai in Lohr, auf dem Oberen Marktplatz - nämlich mit einem Frühschoppen ab halb 11. Einige Kundgebungs-Besucher hatten sich sogar vorausschauend Weißwürste beim Wirt am Marktplatz vorbestellt, damit nichts schiefgehen kann.

Gut gestärkt startete die Kundgebung dann um 11 Uhr. Lena Werner, die Vorsitzendes des DGB-Kreisverbandes Main-Spessart, begrüßte die Anwesenden und vor allem einen Gast besonders: Josef Ibel, zeit seines (Arbeits-)Lebens Gewerkschafter und seit 1963 bis zu seiner Rente als Betriebsrat aktiv, war am 30. April 90 Jahre alt geworden. Die Rexroth-Vertrauensleute hatten sich gewünscht, das Geschenk für "den Sepp", im Rahmen der Mai-Feier zu überreichen. Dem kam der Kreisvorstand gerne nach. Der Bürgermeister von Lohr, Mario Paul, ließ sich leider entschuldigen, aber seine Stellvertreterin, Christine Kohnle-Weis, freute sich sehr, an seiner Stelle ein kurzes Grußwort zu sprechen. 

Reinhard Frankl (GEW)

v Lena Werner

Als ersten Redner hörten die Anwesenden Harald Schneider, Ehrenvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Schneider betonte, dass Niedriglöhne in einem reichen Land wie Deutschland absolut keine Berechtigung hätten und deshalb der Mindestlohn richtig und wichtig sei. Er verstehe auch nicht, wie das Arbeitgeberlager gleich zu Jahresbeginn, also kurz nach Einführung des Mindestlohns, schon eine "Entschlackung" fordern könne - echte Erfahrungen konnten da ja noch gar nicht gesammelt werden. Ein weiteres Thema in Schneiders Rede war die Energiewende, die zügig vorangehen müsse, um der Industrie Planungssicherheit zu geben, und die Nordbayern-Initiative. Söder hätte eine "Heimatstrategie" angekündigt, bisher sei das Geld aber nur in die größeren Städte geflossen. Madeleine Scheiner von der IG-Metall-Jugend als zweite Rednerin, behandelte hauptsächlich die Themen Bildungspolitik und Chancengleichheit. Alle Jugendlichen müssten die Chance bekommen, sich zu beweisen, niemand solle nur aufgrund von Zensuren aussortiert werden. Dem Fachkräftemangel könne man so jedenfalls nicht begegnen. Die IG-Metall-Jugend hat deswegen auch die "Revolution Bildung" gestartet, eine groß angelegte Kampagne, die auf die Missstände in Schule und Ausbildung aufmerksam machen soll.

Auslosung der Quiz-Gewinner durch Lena Werner und Petra Ball

Auslosung der Quiz-Gewinner durch Lena Werner und Petra Ball Lena Werner

Als dritter und letzter im Bunde betrat Reinhard Frankl die Bühne, unterfränkischer Vorsitzender der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW). Er schnitt in seiner Rede zahlreiche Themen an, darunter auch das geplante Handelsabkommen TTIP, vor dem er ausdrücklich warnte. Arbeitnehmer-Rechte dürften nicht unter die Räder kommen. "Solange es Klassen gibt, und solange es Arbeit gibt, wird es auch eine Arbeiterklasse geben!" rief er unter Applaus ins Publikum. Diese Arbeiterklasse müsse sich ihrer bewusst werden, um für ihre Rechte kämpfen zu können. Er warb für Unterstützung im Streik der Erzieher/innen - diese wichtige Aufgabe werde gesellschaftlich nicht ausreichend anerkannt, wie man an der Bezahlung erkennen könne. Ein weiterer Schwerpunkt war die Flüchtlingspolitik in Deutschland. Um die Problematik lösen zu können, müssten die Strukturen in den Krisenregionen verändert werden, solange sei es allerdings Pflicht, Flüchtlinge mit offenen Armen zu empfangen und Rechtstendenzen entschieden entgegen zu treten.

Infostände und Spielstation

Infostände und Spielstation Lena Werner

Zum Ende der Veranstaltung wurde noch das Mindestlohn-Quiz aufgelöst, bei dem es für die ausgelosten Gewinner mit der richtigen Antwort jeweils einen DGB-Rucksack mit Inhalt gab.

Insgesamt erntete der Kreisvorstand viel Lob für die Veranstaltung - das neue Konzept mit mehreren, kürzeren Redebeiträgen kam gut an und wird wohl wiederholt werden. Auch die Spielstation, geliehen vom Kreisjugendring und das Angebot, Infostände aufzubauen, wurden dieses Jahr rege genutzt, was zu einer sehr lebendigen Kundgebung beitrug.

 


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