Deutscher Gewerkschaftsbund

30.10.2015

Firsching: “Das größte Kompliment“

Jubilare

Jubilare
ver.di Bezirk Schweinfurt

Schweinfurt. Der Herbst eines jeden Jahres ist im gewerkschaftlichen Kalender für die Jubilarfeiern reserviert. Mit viel Liebe und Akribie werden diese Ehrenfeiern der DGB-Gewerkschaften zu echten Jahreshöhepunkten. So auch beim ver.di-Bezirk Schweinfurt. Mit einer gehörigen Portion Tradition ausgestattet, wurde der Festabend in der Schweinfurter Hafengaststätte würdig begangen.

Doris Berz begrüßte als Vorsitzende des ver.di-Bezirks Schweinfurt 162 Jubilare, die für 25-, 40-, 50- und gar 60jährige Mitgliedschaft geehrt wurden. In ihrer Ansprache hob Kollegin Berz die Verdienste der langjährigen Gewerkschaftsmitglieder hervor. Ohne ihr Wirken wären die deutlichen Verbesserungen in den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten nicht möglich gewesen. Die Gewerkschaft ver.di könne stolz und froh sein, über so viel Treue in ihren Reihen zu wissen.

Festredner Frank Firsching knüpfte nahtlos an die Ausführungen der Bezirksvorsitzenden an. Der DGB Regionsgeschäftsführer für Unterfranken bedankte sich bei den Ehrengästen, den Jubilaren für ihre Treue und ihre Standhaftigkeit, die einer Zeit des Individualismus eine Tugend sei. Gewerkschaften seien dazu da, die gegenseitige Konkurrenz der Arbeitnehmer aufzuheben. Das funktioniere nur im solidarischen Miteinander und eben nicht in der Vereinzelung.

 

Firsching wagte anschließend einen ungewöhnlichen Blick auf die aktuelle Zuwanderung durch Flüchtlinge. Vor 70 Jahren, 1945 nach dem zweiten Weltkrieg den Deutschland angezettelt hat und sich das Land in Trümmern befand, war das Ansehen der Deutschen auf dem Tiefpunkt angelangt. Weite Teile Europas waren zerstört, der Holocaust eine ungeheuerliche, beispiellose Tat als Ergebnis nationalsozialistischen Rassenwahns und eine Unzahl an Grausamkeiten hatte Deutschland zu verantworten. „Mit uns wollte verständlicherweise niemand etwas zu tun haben. Heute, 70 Jahre später, suchen Hunderttausende Flüchtlinge Schutz vor Krieg, Mord und Hunger bei uns. Das ist das größte Kompliment für eure Lebensleistung.“, sagte der DGB-Regionschef. Die jahrzehntelange Aufbauarbeit zu einer rechtsstaatlichen, freiheitlichen Demokratie, in der Arbeitnehmerrechte einen hohen Stellenwert besitzen, sei ohne das Engagement von Aber- Millionen Gewerkschafter und Gewerkschaften über die Jahre nicht möglich gewesen! Stellvertretend für alle hob Firsching die Kollegen Bernhardt Walter, Helmut Papst, Kurt Schlembach und Rudolf Voigt hervor, die für 60jährige Mitgliedschaft geehrt wurden.

von links: Doris Berz, Reiner Reichert, Sinan Öztürk

von links: Doris Berz, Reiner Reichert, Sinan Öztürk ver.di Bezirk Schweinfurt

Mit diesem Lob auf die Republik wollte der Festredner allerdings keinesfalls die weiterhin bestehenden sozial- und gesellschaftspolitischen Baustellen verdecken. Denn es gebe aus gewerkschaftlicher Sicht noch viel zu tun. So sei es mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zwar gelungen, eine Lohnuntergrenze nach unten festzulegen, der Niedriglohnsektor sei dennoch viel zu hoch. Die Verteilungsfrage sei angesichts immer größer werdender Vermögen ebenso zu stellen wie die Frage der Staatsfinanzierung. Gleichzeitig sei die Sozialversicherungen wieder paritätisch zu finanzieren. Die einseitige Belastung der Versicherten bei gleichzeitiger Entlastung der Arbeitgeber sei ungerecht und umzukehren. Es gebe also noch genug zu tun, um auch die unsere Gesellschaft besser zu machen, so Frank Firsching.

Es wurde ein gemütlicher Abend, den die DGB Songgruppe musikalisch gekonnt umrahmte.

DGB Songgruppe

DGB Songgruppe ver.di Bezirk Schweinfurt


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