Deutscher Gewerkschaftsbund

10.10.2014
DGB Kreisverband Bad Kissingen

Sitzung des DGB Kreisverbandes im Bayerischen Hof in Bad Kissingen

Mitglieder des KV Bad Kissingen

DGB

Bad Kissingen. Die vorletzte Sitzung des Kreisverbandes im Jahre 2014 war sehr inhaltsreich und gab bereits einen kleinen „Vorgeschmack“ auf die 2tägige Klausurtagung im Januar.

Gerhard Klamet, der Vorsitzende, begrüßte die Gäste, die da waren: 

Jimmy Dieterich, Betriebsratsvorsitzender von Takata Plas Tec (früher Petri)
Karin Stratmann, Krankenschwester bei Schwestern ohne Grenzen
Dieter Lemmink (Ortsvorstandsmitglied im DGB OV Bad Kissingen). 

Karin Stratmann und Dieter Lemmink, beides Gründer der Initiativen „Wir wollen unsere Nachbarn zurück“ und Unterstützer des Widerstandes bezüglich Abschiebung von Äthiopienflüchtlingen, von denen einige auch in Hammelburg untergebracht sind.

Beide berichteten über den aktuellen Stand der Dinge. Die polnische Familie, die man in einer Nacht und Nebel Aktion getrennt hatte, kann wieder nach Deutschland zurück. Dies alles war durch Hinzuziehen eines Anwalts und langwierigen Auseinandersetzungen mit den Behörden gelungen. Allerdings möchte man sie von ihren Unterstützern in Hammelburg trennen und nach Burgebrach umsiedeln. Dies möchten Dieter Lemmink und Karin Stratmann verhindern, da die Familie sich bereits gut in Hammelburg eingelebt hatte, das ältere der beiden Kinder bereits positive soziale Kontakte knüpfen konnte und auch der Kreis der Unterstützer und Freunde sich in dieser Stadt befindet. Aber gerade das scheint manch einem ein Dorn im Auge. „Man möchte sie einfach WEG haben von uns“, so Lemmink.

Nach wie vor offen ist das Schicksal der Äthiopienflüchtlinge. Das Problem: offiziell, auch laut Auswärtigem Amt, ist die Regierung in Äthiopien demokratisch gewählt und somit die herrschenden Bedingungen als unbedenklich einzustufen. Laut Amnesty International und vielen Berichten zufolge herrscht aber wohl eine Diktatur, die keine andere Meinung zulässt. Land-Grabbing sei dort an der Tagesordnung, multinationale Konzerne würden für Spottpreise das wenige brauchbare Ackerland aufkaufen und die Bauern kurzerhand enteignet. Wer sich weigert, würde  ermordet oder gefoltert. Auch ethnische Säuberungen wären keine Seltenheit, dagegen demonstrierten auch die in Hammelburg untergebrachten Flüchtlinge. „Stop ethnic cleansing“, hieß es immer wieder. Viele dieser Flüchtlinge seien keine Wirtschaftsflüchtige. Es seien größtenteils studierte Menschen, die mehrere Sprachen beherrschten und denen es wirtschaftlich nicht schlecht ginge. Sie gehörten zu der größten Volksgruppe der „Oromos“ die gegen diese brutale Diktatur ankämpften. Einige Angehörige der Hammelburger Flüchtlinge seien schon getötet oder gefoltert wurden. Eine Abschiebung zurück in das Heimatland hätte fatale Folgen, was aber die Politiker hierzulande wenig zu beeindrucken scheint. Der Kampf ginge aber weiter. 

Ein weiteres Thema war zum einen der „Betriebsräte Treff“, den der Kreisverband im ersten Quartal nächsten Jahres ins Leben rufen will. Betriebsräte verschiedenster Branchen, organisiert in den DGB – Gewerkschaften, werden dann zu einem speziellen Thema einmal im Quartal zu Diskussion und Austausch geladen. Referenten werden je nach Thema ausgewählt. 

Klamet wies auch auf die anstehenden Termine sowohl des Kreisverbandes als auch der Region hin. Am 25. November findet, wie in den anderen Kreisverbänden der Region Unterfranken ein Infoabend zum neuen Rentenpaket statt. Referent wird Frank Firsching, DGB Regionsgeschäftsführer der Region Unterfranken sein. Unterstützt wird er von einem Versichertenberater des DGB. In Bad Kissingen wird dies Gerhard Stein sein, langjähriges Mitglied und Schriftführer im Ortsverband Bad Kissingen, und seit vielen Jahren professionell mit dem Thema verbunden. 

Die Terminplanung 2015 wird in der nächsten Sitzung am 9. Dezember zum Thema werden, ebenso die Inhalte der Januar Klausur.  

Der DGB Bad Kissingen bietet in Kooperation mit dem DGB Hassberge in diesem Jahr eine Weihnachtsfahrt nach Leipzig an. Termin ist der 6. Dezember.