Deutscher Gewerkschaftsbund

07.07.2014
DGB Unterfranken

Protest gegen Daimler-Pläne

Banner der Vertrauensleute

Banner der Vertrauensleute Daimler AG, Mainfranken DGB Unterfranken

Schweinfurt-Würzburg. Mit einer Menschenkette vor dem Betriebsgelände protestierten am Montagmorgen Beschäftigte der Schweinfurter und Würzburger Daimler Niederlassungen gegen die Verkaufspläne der Konzernspitze. IG Metall Sekretär Thomas Höhn nannte der geplanten Umbau der Daimler-Vertriebsnetzes einen Angriff auf die Einkommen und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.

Worum geht es? Im April hat der Daimler Vorstand den massiven Umbau des Vertriebsnetzes des Konzerns beschlossen. Mit dem Konzept „Own Retail – Neuausrichtung der Niederlassungen“ sollen die Verkaufs-und Werksstätten fusioniert und/oder verkauft werden. Bisher sind die Niederlassungen Bestandteil des Konzerns. Laut Thomas Höhn lägen die Vorteile auf der Hand: „Bei einer solchen Struktur steht ein möglichst effizienter Vertrieb und nicht das nackte Ergebnis im Vordergrund. Von diesem Weg profitieren sowohl Kunden, als auch Mitarbeiter.“ Diese Stärke will der Konzern nun aufs Spiel setzen um Personalkosten zu sparen. Bundesweist sollen über 50 Niederlassungen verkauft werden. Damit sind auch die Standorte Schweinfurt und Würzburg in Gefahr, die, schon fusioniert, unter den Label „Daimler Niederlassung Mainfranken“ laufen.

Beschäftigte in Daimler Niederlassung Schweinfurt

Beschäftigte in Daimler Niederlassung Schweinfurt DGB Unterfranken

Ein Verkauf der Niederlassung ließe für die Beschäftigten mittel-und langfristig erhebliche Nachteile befürchten. Die bestehende Tarifbindung wäre nach einem Verkauf ebenso wenig gesichert, wie die Anzahl der vorhandenen Arbeitsplätze. Dazu Thomas Höhn: „Die Erfahrung zeigt, dass es bei einem solchen Schritt in der Regel an die Personalkosten geht. Konkret ist zu befürchten, dass die Entgelte abgesenkt, die Arbeitszeit angehoben und Personal abgebaut werden sollen.“

Gegen diese Strategie mobilisiert die IG Metall, öffentlich und konzernintern. Das Ziel: die Niederlassungen als Konzernbestandteil zu erhalten. Für den Metaller Thomas Höhn ein strategischer Wettbewerbsvorteil, weil die Kundenbindung über konzerneigene Strukturen erheblich zielstrebiger erfolgen und Verkaufs-und Marketingmaßnahmen effizienter gestaltet werden können: „Es reicht nicht aus gute Autos zu prozieren. Sie müssen auch verkauft werden. Milliardengewinne belegen, dass die Niederlassungen diese Aufgabe hervorragend bewältigen.“